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Anschlag auf Satiremagazin

„Die Ehrfurcht vor dem Leben lassen wir uns von keinem Terroristen nehmen“

Nicole KohlheppPfarrer Martin Vorländer haben die Ereignisse in Paris berührt

Das Attentat auf die Redakteure von „Charlie Hebdo“ hat Pfarrer Martin Vorländer tief berührt. In seiner Andacht für den Hessischen Rundfunk denkt er über die Tat und ihre Folgen nach.

DNY59/istockphoto.comIst die Feder des Journalisten eine Waffe?

Mir kamen die Tränen, als ich die Nachricht gelesen habe. Maskierte Männer haben gestern in Paris die Redaktion der Satirezeitung „Charlie Hebdo“ gestürmt. Sie erschossen, wer ihnen in den Weg lief. Unter den Toten sind vier bekannte französische Karikaturisten. Die Zeitung macht immer wieder Schlagzeilen mit provokanten Karikaturen über den Propheten Mohammed. Die Attentäter sollen mehrfach gerufen haben: „Allah ist groß“.

Ich bete für die Opfer

Ich bin fassungslos. Ich denke an die Menschen, die ermordet wurden und an ihre Angehörigen. Ich denke an die, die bei dem Attentat schwer verletzt wurden. Viele beten für sie. Ich auch. 

Attentäter wollen nicht nur Menschen töten

Die Attentäter haben Menschen ermordet. Sie wollen noch mehr töten, nämlich die Meinungsfreiheit, die Freiheit zum Denken und Schreiben. Die Freiheit zu Kritik und Karikatur. Die Freiheit zu Religion und Glauben. Sie wollen den Humor und das Lachen töten. Sie wollen den Frieden töten zwischen Christen, Muslimen, Juden, zwischen religiösen und nicht-religiösen Menschen. 

Das lassen wir nicht zu. Es wird immer Wahnsinnige geben, die meinen, im Namen ihrer Ideologie könnten sie andere ermorden. Ich flehe darum, dass wir solchen Terroristen keine Macht geben. Diese Mörder haben erreicht, was sie wollten, wenn wir Andersgläubige kollektiv verteufeln und so die Spirale des Hasses weiterdrehen. 

Sie besudeln den Namen Gottes

„Allah ist groß“, sollen die Mörder gerufen haben. Sie habe keine Ahnung, was sie sagen. Wie auch immer sie Gott nennen: Sie besudeln seinen Namen mit Blut. Gott ist groß. Das gebietet Ehrfurcht vor dem Leben, das Gott gibt. Das gebietet Ehrfurcht vor jedem Menschen. Das Attentat ist ein Angriff auf die Menschheit. So hat der türkisch-islamische Verband DITIB das Attentat verurteilt. 

Terroristen sagen: Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod. Als Christ sage ich: Ja, wir lieben das Leben und das Lachen und das Weinen und das Mitfühlen und die Ehrfurcht vor dem Leben. Das lassen wir uns von keinem Terroristen dieser Welt nehmen. 

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Veranstaltungs-Tipps

Diskussion:
Je suis Charlie - unter diesem Motto lädt die Frankfurter Caricatura kurzfristig zur Diskussion mit Cartoonist Gerhard Glück, Publizist Dirk Schwarze, Caricatura-Leiter Achim Frenz und Martin Sonntag, Leiter der Caricatura Kassel.
Debatte beginnt heute, Freitag, 9. Januar, um 17 Uhr in den Ausstellungsräumen am Dom. Eintritt frei.

Gedenk- und Mahnkundgebung:
Das Römerbergbündnis ruft für den morgigen Samstag, 10. Januar, zu einer Gedenk- und Mahnkundgebung auf. Es besteht aus Deutschem Gewerkschaftsbund, Stadtjugendring, den Kirchen und der Jüdischen Gemeinde.
Das Gedenken morgen beginnt um 13 Uhr vor dem Frankfurter Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77

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Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

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