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Unterstützung

Mit Video: Mutmacherin sorgt für passende Outfits

bonDas Team des Kleiderhauses blickt zufrieden auf drei gute Jahre zurück.

Hosen, Oberteile, Jacken – im Kleiderhaus in Selters bekommen Bedürftige neue Kleidung. Seit drei Jahren geben die Ehrenamtlichen aus, was arme Menschen brauchen können. Zu den Organisatoren gehören Sabine Laß-Schwinn und Josef Görg-Reifenberg. Um weiterhin aktiv zu sein, benötigen sie immer wieder neue Spenden. Unterstützung ist auch willkommen.

Mit einem zu engen Anzug zum Bewerbungsgespräch gehen? Es gibt bessere Ideen. Sabine Laß-Schwinn ist sich sicher: „Kleider machen Leute. Schon meine Oma hat immer gesagt – Kind, zieh dich gescheit an!“ Umso schlimmer findet sie, dass es Menschen gibt, die sich keine gute Kleidung  leisten können. Deshalb ist Sabine Laß-Schwinn zur Tat geschritten, sie gehört zum Gründungskreis des Kleiderhauses in Selters im Westerwald. Das Kleiderhaus hat sich inzwischen als wichtige Anlaufstelle für viele Menschen etabliert. Zweimal pro Woche – montags von 10 bis 12 und dienstags von 18 bis 20 Uhr – kann man dort Kleidung im tragfähigem Zustand abgeben. Ebenso oft haben Bedürftige die Möglichkeit, sich gegen eine Spende von zwei Euro je Familie mit maximal fünf Teilen pro Person zu versorgen. Die 49-Jährige hat von Anfang an Unterstützung für ihren Idee erfahren: „Freunde fanden es super und haben jede Menge gespendet. Vor der Eröffnung des Kleiderhauses  hatte ich schon einen ganzen Keller voller Spenden.“

Sortieren, reden, lachen

Von außen ist das Kleiderhaus gar nicht so leicht zu erkennen: Es sieht wie ein normales Wohnhaus aus. Auf zwei Stockwerken finden die Kunden aber vieles, was sie brauchen. Der Morgen in der Bahnhofsstraße beginnt so: Sechs Frauen sortieren Hosen, Oberteile, Jacken. Es wird viel geredet, gelacht, und aus den Stoffbergen werden kompakte Stapel. Seit dem Juli 2015 sammelt das Kleiderhaus „Geben und Nehmen“ des Evangelischen Dekanats Westerwald gute Textilien für Bedürftige, und nach drei Jahren sitzen nicht nur die Handgriffe.

Es fehlte am Nötigsten

Bedürftige sind in diesem Fall Tafelkunden, ALG-II-Empfänger und Flüchtlinge. Sie waren auch der Hauptgrund, dass die Einrichtung vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde. „Damals kamen besonders viele Menschen nach Deutschland, und da es diesen Männern, Frauen und Kindern oft am Nötigsten gefehlt hat, haben einige Ehrenamtliche unter der Trägerschaft des Dekanats ein Kleiderhaus ins Leben gerufen“, sagt Josef Görg-Reifenberg, der gemeinsam mit Sabine Laß-Schwinn zu dessen Organisatoren gehört.

Flüchtlinge helfen mit

Seit dem Start hat sich einiges verändert: Inzwischen besteht ein Drittel des ehrenamtlichen Helferteams selbst aus Flüchtlingen, die sich Woche für Woche im Kleiderhaus engagieren. Die Zahl der Kunden ist unterdessen zurückgegangen: Inzwischen gehören „nur“ noch 55 Familien zum festen Klientenstamm. Vor zwei Jahren waren es doppelt so viele. „Einige unserer früheren Kunden sind in größere Städte umgezogen, andere wurden leider abgeschoben, und die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, ist insgesamt deutlich geringer“, erklärt Görg-Reifenberg den Rückgang.

Kleidung für Obdachlose

Auch die Art der Verteilung der Kleidung hat sich etwas verändert. Die angelieferten Textilien werden wie bisher vorsortiert und danach entweder in Selters angeboten oder für Hilfstransporte nach Rumänien beziehungsweise an die Kleidersammlung Bethel weitergegeben. „Neu ist, dass ein kleines Kontingent der Koblenzer Obdachlosenhilfe zugute kommt. Dort gibt’s einen sehr großen Bedarf“, sagt Sabine Laß-Schwinn. Außerdem sammelt das Kleiderhausteam nun auch gebrauchte Brillen und gibt sie an die soziale Einrichtung „Brillen Weltweit“ in Koblenz weiter.

Ehrenamtlich engagieren

Apropos Bedarf: Die Ehrenamtlichen freuen sich über weitere Helfer bei der Dienstagsausgabe. „An diesem Tag sind wir oft recht dünn besetzt “, sagt Sabine Laß-Schwinn und ist sich sicher, dass sich die „Neuen“ im Team des Kleiderhauses wohlfühlen werden. „Wir verstehen uns gut. Wir wissen eben, dass unsere Arbeit Sinn macht. Nicht nur, weil wir Bedürftigen konkrete Hilfe anbieten. Das Kleiderhaus trägt dazu bei, dass gute Kleidung nicht gleich in den Mülleimer wandert, sondern weiter getragen wird.“ 

Weitere Infos bei Josef Görg-Reifenberg unter der Telefonnummer 0170/6327093.

Sie kennen jemanden, der unsere Auszeichnung „Mutmacher“ verdient? Schlagen Sie Ihren Mutmacher hier vor:
Mail an mutmacher@ev-medienhaus.de

[Peter Bongard / RH]

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