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WM in Katar

20. November: Ewigkeitssonntag kollidiert mit Start der Fußball-WM

© Getty Images, Nik01ay, JakeOlimbFußball und BesinnungWie hältst du es mit der Fußball-WM am Ewigkeitssonntags und während der Adventszeit?

Vor allem für Angehörige, die einen geliebten Menschen verloren haben, kann der Ewigkeitssonntag am 20. November wichtig sein. Doch am gleichen Tag startet die Fußball-WM in Katar. Das ruft Kritik hervor – wie damit umgehen?

Am 20. November 2022 ist Ewigkeitssonntag, dann erinnern evangelische Christ:innen an die Verstorbenen des letzten Jahres – vor allem für Angehörige kann das ein wichtiger Moment sein, um ihre Trauer zu verarbeiten. Am gleichen Tag beginnt aber mit einem großen „Spektakel für die in- und ausländischen Fans“ die Fußball-Weltmeisterschaft 2022, wie es auf der Website der FIFA heißt. Da aufgrund der großen Hitze in Katar die WM in den späten Herbst verlegt worden ist, sind neben dem Ewigkeitssonntag, der christliche Advent und das jüdische Chanukka betroffen.

 

Fußball-Spektakel trifft auf besinnlicher Zeit im Kirchenjahr

Die EKD-Ratsvorsitzende Präses Annette Kurschus und der EKD-Sportbeauftragte, Präses Thorsten Latzel, kritisieren den Zeitpunkt der Weltmeisterschaft scharf: „Der Auftakt ist für den Ewigkeitssonntag geplant. An diesem Sonntag wird bei uns in stiller Trauer der Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht.“ Da sich die WM nicht nur im Fernsehen abspiele, sondern auch die Stimmung im öffentlichen Raum präge, beeinträchtige dies die Menschen, „die diese Wochen als Zeit der adventlichen Besinnung erleben möchten – und das sind nicht allein Gläubige. Die Gleichzeitigkeit von Advent und WM wird zahlreiche Menschen in Konflikte bringen, in innere und familiäre“, heißt es in dem Schreiben. Bereits im November 2022 hatten sich die beiden Geistlichen in einem Brief an den Präsidenten des Deutschen Fußballbundes (DFB), Bernd Neuendorf, gewendet. Darin haben sie ihn gebeten, bei der bevorstehenden WM in Katar öffentlich und klar für Menschenrechte einzutreten.

 

Einsatz für Menschenrechte gefordert

Im Hinblick auf die WM schreiben sie: „Sie findet in einem Land statt, in dem Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften seit Jahren auf die entwürdigende Lage der Arbeitsmigrant:innen, die massiv eingeschränkten Rechte von Frauen, den fehlenden Schutz von sexuellen Minderheiten (LGBTQ+) oder die mangelnde Meinungs-, Religions- und Pressefreiheit hinweisen. Auch ökologisch ist die Durchführung im Land mit dem höchsten CO2-Pro-Kopf-Verbrauch weltweit äußerst angreifbar.“ Zudem fordern sie, dass sich eine Vergabepraxis wie 2010 nicht wiederholen dürfe.

 

Erste Schritte im Hinblick auf Arbeitsbedingungen – aber noch viel Luft nach oben

Kritisch hatte sich auch Propst Albrecht in der EKHN-Broschüre zur „Fußball-WM in Katar in der Adventszeit 2022“ geäußert: „Mir wird kalt, wenn ich an eine WM parallel zur Adventszeit denke, in einem Land, in dem furchtbare Dinge geschehen sind und noch geschehen.“ In der Broschüre berichtet allerdings auch Dietmar Schäfers, der Vizepräsident der globalen Gewerkschaftsföderation Bau und Holarbeiter Internationale, Beispiele für Fortschritte in Katar: „Die Essens- und Wasserversorgung hat sich für die Beschäftigten auf den WM-Baustellen verbessert.“  Zudem würden seit 2017 regelmäßig internationale Arbeitsinspektionen auf den WM-Baustellen durchgeführt und die katarischen Behörden würden in Fragen der Arbeitssicherheit beraten. Von einem Boykott rät er ab: „Ein Boykott hilft nicht den Arbeitern und würde die konservativen Kräfte stärken und die Reformer schwächen.“ Wolfgang Buettner von Human Rights Watch bemängelt allerdings, dass die Regierung in Katar zwar Arbeitsrechtsreformen verabschiedet habe, „doch sie werden nicht wirksam umgesetzt.“

 

Unterstützung für kritische Auseinandersetzung in den Gemeinden

Die EKD und EKHN haben deshalb die Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen ermutigt, sich in ihren Veranstaltungen mit kritischen Themen der Fußball-WM in Katar auseinanderzusetzen.  Die Broschüre der EKHN unterstützt dabei mit Hintergrundtexten und liturgischen Vorschlägen.

 

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Dieser Artikel wurde automatisch von einer Website der regionalen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau übernommen. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist der Autor/die Autorin dieses Artikels.

Tu, was zu tun kannst.
Und dann ist gut, denn mehr geht nicht.
Alles weitere kann ich in die Hände Gottes legen
und darauf vertrauen, dass er es wohl gut mit mir meint.
(Carsten Tag zu Prediger 9,10)

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