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Ausstellung: Verstehen – Vergeben – Versöhnen

8. Mai 1945

mons.wikimedia.orgAls erstes freies Blatt in Deutschland – ohne NS-Propaganda – meldeten die Aachener Nachrichten das Ende des Krieges am 8. Mai 1945.

Das „Tausendjährige Reich“ ist nach zwölf Jahren, drei Monaten und acht Tagen Geschichte. Am 8. Mai 1945 endet der 2. Weltkrieg und damit die Terrorherrschaft der Nationalsozialisten. Es dauert vier Jahrzehnte, bis man sich in Deutschland an diesen Tag als Tag der Befreiung erinnert.

Bildergalerie

In seiner Rede vor dem Bundestag am 8. Mai 1985 forderte der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker, dass nicht Kapitulation und Niederlage die Erinnerungskultur bestimmen sollten, sondern Befreiung von Krieg und nationalsozialistischer Diktatur. Wörtlich sagte von Weizsäcker:  "Das Vergessenwollen verlängert das Exil, und das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung"

Das Evangelische Dekanat Bergstraße hatte eine Ausstellung mit den Porträts von Zeitzeugen aus der Region entwickelt, die noch bewusste Erinnerungen an den 2. Weltkrieg haben. Der Titel ist programmatisch zu verstehen: „Verstehen – Vergeben – Versöhnen“. Die Ausstellung war als Wanderausstellung konzipiert und sollte in dem Zeitraum vom 1. September 2019 – dem 80.Jahrestag des Kriegsbeginns – bis zum 8. Mai 2020 – dem 75. Jahrestag des Kriegsendes – gezeigt werden.

Bei den Menschen, die über ihre persönlichen Erinnerungen an den 2. Weltkrieg berichten, handelt es sich vorwiegend um so genannte Kriegskinder der Jahrgänge 1925 bis 1940 und in drei Fällen um junge Erwachsene, die als Soldaten in den Krieg ziehen mussten. Alle haben die Texte vor Veröffentlichung gelesen und autorisiert.

„Sie gehören zu den letzten Zeitzeugen, die aus eigener Anschauung wissen, was Krieg bedeutet“, betonte der Bergsträßer Dekan Arno Kreh. Dass sie zu den letzten Zeitzeugen gehören, ist nicht einfach so daher gesagt, sondern hat einen realen Kern. Drei der Bergsträßer, die über ihre persönlichen Erinnerungen berichten, sind inzwischen verstorben: Martin Reichelt aus Auerbach, Erna Keil aus Mörlenbach und Georg Stolle aus Besnheim. Ihnen und allen anderen Zeitzeugen ist das Evangelische Dekanat dankbar, dass sie bereit waren, über ihre Erfahrungen und Erinnerungen zu berichten.

Die Kriegserinnerungen sind wichtig und wertvoll. „Sie sind wichtig, weil sie uns vor Augen führen, wie brutal und wie menschenunwürdig Krieg ist. Sie sind wertvoll, weil sie deutlich machen, dass wir alles dafür tun sollten, dass nie wieder Krieg geführt wird“, schrieb die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN Ulrike Scherf in ihrem Grußwort zur Begleitbroschüre der Ausstellung.

Zum letzten Mal war die Porträt Ende Februar 2020 in der Bensheimer Geschwister-Scholl-Schule zu sehen. Weitere geplante Ausstellungen im Heppenheimer Starkenburg Gymnasium, dem Evangelischen Gemeindezentrum in Auerbach und der Evangelischen Kirche in Wald-Michelbach mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Das Evangelische Dekanat veröffentlicht deshalb alle 16 Porträts in der Fotogalerie oben. Sie können per Mouseklick vergrößert werden.

Die Begleitbroschüre zur Ausstellung ist gegen eine kleine Spende noch im Heppenheimer Haus der Kirche, Ludwigstraße 13. erhältlich. Telefon: 06252 / 67330; E-Mail: dekanat.bergstrasse@ekhn.de

Es sollen wohl Berge weichen
und Hügel hinfallen,
aber meine Gnade
soll nicht von dir weichen.

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