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Buß- und Bettag

Das eigene Spiegelbild wunderbar finden - Que(e)rer Gottesdienst

(c) DekanatBurg-Hohenstein illuminiertBurg-Hohenstein illuminiert

Die kleine Kirche in Burg-Hohenstein leuchtet eindrucksvoll in den Regenbogenfarben. „Wie gut, dass ich schon seit einer Stunde da bin, ich bin immer noch sprachlos und überwältigt“, bekennt Pfarrerin Jessica Hamm. Auch innen ist Kirche die farbig illuminiert. An der Kanzel hängt die Regenbogenfahne.

(c) DekanatRegenbogenguckerRegenbogengucker

Pfarrer Stefan Rexroth spielt zur Begrüßung auf der Gitarre. Die kleine Evangelische Kirchengemeinde hat zu einem „kreuz und que(e)r“ Gottesdienst am Buss- und Bettag eingeladen. Am Eingang warten kleine Tütchen auf die Besucher: „Bitte später öffnen“, steht darauf.

Kirchenvorsteher Lauritz Rößler hatte die Idee für diesen Gottesdienst und Jessica Hamm habe sofort zugesagt mitzumachen. „Es geht darum in einer bunten und vielfältigen Gemeinschaft Gottesdienst zu feiern“, betont Rößler. Queer zu sein, sei keine Sünde, erklärt Pfarrerin Hamm. Sie staune wie bunt die Geschichten in der Bibel seien.

„Noch heute Morgen dachte ich, dass ich euch beim Impuls mit auf eine Reise kreuz und que(e)r durch die Bibel nehme.“ Von Josef und seinem bunten Traummantel erzähle, von der besonderen Männerfreundschaft zwischen David und Jonathan und der Beziehung von Ruth zu ihrer Schwiegermutter Naomi. „Aber was habt ihr davon, wenn ich das erzähle?“ fragt Hamm ganz offen. Sie finde es frustrierend, dass vor 2.000 Jahren ein Jude namens Jesus herumlief und viel toleranter war, als so viele Menschen heute. Dass er mit so vielen Menschen in enger Beziehung stand, die ganz und gar nicht in die Norm gepasst haben. Umso erschütterter sei sie darüber, wenn Menschen sogar ihren Hass aus der Bibel her begründeten.

 

Zuerst sich selbst vergeben

Der Buss- und Bettag sei ein Tag der Besinnung, der Umkehr und der Neuorientierung. „Ich muss dabei zuerst mir vergeben“, erklärt Jessica Hamm. Auch für die Situationen, in denen sie Vorurteilen aufgesessen oder sich schuldig gemacht habe, „weil ich auf die andere Straßenseite gewechselt bin, als mir abends ein Mensch mit dunkler Hautfarbe entgegenkam. Weil ich damals nichts getan habe, als die Klassenkameradin gemobbt wurde oder weil ich die eine ausgelacht habe für ihren extravaganten Kleiderstil.“

Es sei wichtig, dafür zu danken, dass man wunderbar geschaffen sei. „Aber wer sagt das denn schon zu sich selbst, wenn er vor dem Spiegel steht?“, fragt die Pfarrerin die Besucher. „Nach 10 Mal wird es leichter“, verrät sie schmunzelnd. „Du bist, so wie Du bist, wunderbar geschaffen und bedingungslos geliebt“, ist ihre Botschaft an diesem Abend, den sie aus Psalm 139 ableitet. Und sie ermutigt die Besucherinnen und Besucher „die anderen Menschen so zu sehen, wie Gott sie sieht und liebt.“

Zum Fürbittengebet konnten die etwa 30 Gottesdienstbesuchenden dann ihre Tütchen auspacken. Ein Stein, mit dem man Gott all die schweren und belastenden Dinge sagen konnte. Eine Feder, um sich an die leichten und schönen Dinge zu erinnern, gerade dann, wenn es einem schwer fällt. Und ein „Regenbogengucker“ durch den man die Welt etwas bunter und fröhlicher sehen kann.

Dieser Artikel wurde automatisch von einer Website der regionalen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau übernommen. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist der Autor/die Autorin dieses Artikels.

In der Konzentration auf das, was ist,
kann sich so etwas wie ein Raum öffnen,
ein Gewahrsam schärfen für die Gegenwart Gottes.

(Carsten Tag)

Carsten Tag

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / rusm

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