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Gottesdienst zur Fußball-WM

Die Tränen nicht vergessen

bbiew

Die Menschenrechte und die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar waren das Thema eines Gottesdienstes am 2. Advent, zu dem das Evangelische Dekanat Bergstraße gemeinsam mit der Kirchengemeinde Zotzenbach eingeladen hatte. Unter dem Motto „Mach hoch die Tür, die Tooor macht weit“ setzten sich Dekan Arno Kreh und Ökumene-Pfarrer Tilman Pape in einer Dialogpredigt mit dem Pro und Contra der WM in dem Wüstenstaat auseinander.

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„Wir wollen keine Spielverderber sein, aber wir werden die Nöte und Tränen der Gastarbeiter in den Massenquartieren nicht vergessen“, sagte Dekan Kreh. Es sei wichtig, dass auch Fußballer für Menschrechte und Toleranz ein Zeichen setzten und es gelte auch nach der WM, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der migrantischen Arbeiter in Katar im Blick zu behalten. Pfarrer Pape betonte, dass sich die Arbeitsbedingungen verbessert hätten, weil Katar unter internationaler Beobachtung stehe. Zu der immer wieder zitierten Zahl von 6500 Gastarbeitern, die beim Bau der WM-Stadien ums Leben gekommen sein sollen, sagte er, dass sich diese Zahl auf 1,4 Millionen Gastarbeitern in zehn Jahren beziehe. Das sei keine ungewöhnlich hohe Zahl. Auf den Stadion-Baustellen selbst hätten seit Baubeginn 37 Arbeiter ihr Leben verloren.

Fußball im Advent

Eine Fußball-WM im Winter habe es noch nie gegeben, erklärte Dekan Kreh und fragte, wie da die Adventszeit besinnlich sein könne. Auch das Eröffnungsspiel am Totensonntag hätte viele Menschen irritiert. Tilman Pape meinte hingegen, dass der Advent auch in den Vorjahren keine Ruheoase gewesen sei und der Sport noch nie auf religiöse Feiertage Rücksicht genommen hätte. Er verwies als Beispiel auf die Fußball-WM 2018 in Russland, die in die Zeit des  Ramadans, der Fastenzeit der Muslime, gefallen sei.

Fußball und Religion

Pfarrer Pape sieht viele Parallelen zwischen Kirche und Fußball. „Christinnen und Christen gehen in die Kirche, singen und feien gemeinsam Gottesdienst. Fußballfans pilgern ins Stadion, das wie ein sakrales Gebäude wirkt, singen und feuern ihre Mannschaft an. Der Rasen ist das Allerheiligste, das nur die Spieler in ihren Trikots betreten dürfen.“

Aber Religion sei mehr als ein Fußballspiel, entgegnete der Dekan. Wir fragen im Gottesdienst nach dem Sinn des Lebens und was unsere Aufgabe in dieser Welt ist“, so Arno Kreh. Er erinnerte daran, dass der Segen, der Menschen zugesprochen werde, nicht allein den Gewinnern gelte, sondern auch jenen, die hinkend vom Platz schlichen wie die deutschen Nationalspieler. „Das Leben ist manchmal ein Kampf. Entscheidend aber ist, dass der Segen wirkt. Ich gehe meinen Weg und Gott geht mit."

Boykott oder Begeisterung?

An die Gottesdienstbesucher wurden Karten in den Ampelfarben verteilt. Sie konnten damit unter anderem ihr Votum abgeben, ob sie die WM boykottieren und gar keine Fernsehübertragung sehen, ob sie nur die Spiele der deutschen Mannschaft verfolgt haben oder so weit wie möglich jedes WM-Spiel. Die Zustimmung war in der Evangelischen Kirche Zotzenbach für alle drei Möglichkeiten in etwa gleich.

Fußball im Himmel?

Arno Kreh und Tilman Pape sind nach eigenem Bekunden passionierte Fußballer. Pfarrer Pape behauptet von sich sogar augenzwinkernd, dass er als Jugendlicher intensiv trainiert habe und sicherlich Nationalspieler geworden wäre, wenn sein Vater nicht  gemeint hätte, Hausausgaben gingen vor. Beide stimmten deshalb der Aussage des einstigen brasilianischen Fußballstars Pelé zu, der einst sagte: „Ich hoffe, dass man auch im Himmel Fußball spielen kann.“

Im Anschluss konnten die Gottesdienstbesucher am Torwandschießen vor der Kirche teilnehmen. Am treffsichersten erweisen sich dabei der Zotzenbacher Pfarrer Daniel Fritz und seine beiden Kollegen Arno Kreh und Tilman Pape.

Dieser Artikel wurde automatisch von einer Website der regionalen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau übernommen. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist der Autor/die Autorin dieses Artikels.

Es geht darum, die Menschen zu werden,
die wir in Gottes Augen sind.
Und es geht darum, das zu leben,
was wir in Gottes Augen sind!

(Volker Jung)

Volker Jung

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Quelle: gettyimages, stockam

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