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Denkanstoß

Die Welt als Spielraum

Dekanat Vorderer Odenwald

Warum Fasten auch in Corona-Zeiten bereichernd sein kann, darüber macht sich Ökumene-Pfarrerin Margit Binz Gedanken.

Spielraum – das ist das Stichwort der diesjährigen Fastenaktion der evangelischen Kirche, die von Aschermittwoch bis Ostern geht. Spielraum und Fasten: Was hat das miteinander zu tun? Das eine klingt streng. Von freudloser Askese über Schlankheitswahn und Selbstbestrafung tauchen da verschiedene Assoziationen auf. Das andere, Spielraum, kommt leicht daher, kindlich locker und befreit.

Zunächst zum Fasten. Fasten ist freiwilliger Verzicht, zum Beispiel auf Essen, auf Fleisch oder auf Suchtmittel wie Alkohol, Zucker, Bildschirme, Doomscrolling (sich fortwährend durch negative Nachrichten scrollen, obwohl sie deprimieren), der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ich mag Fasten, aber nicht um sich moralisch zu erheben oder sich selbst zu bestrafen. Ich mag es als Experiment, als spielerische Unterbrechung von Verhaltensmustern. Manche Gewohnheiten sind so gedankenlos und eingefahren. Da tun Unterbrechungen gut.

Wie finden sich Entspannung oder Lockerung, wenn der Impuls zum Bier oder Wein mal unterbrochen wird? Was verändert sich, wenn Fleischkonsum zurückgestellt wird? Und was mache ich, wenn ich nicht endlos weiterklicke oder den Bildschirm runterscrolle. Das ließe sich endlos fortsetzen. Verhaltensmuster zu unterbrechen kann interessant sein, lustig und vielleicht auch irritierend. In jedem Fall eröffnet es Spielraum! Raum etwas Neues zu machen, auszuprobieren, locker und frei zu werden. Und das wäre ein Gewinn.

Zum Thema Spielraum gibt es einen schönen Text aus der Bibel, aus dem Buch der Sprüche, Kapitel 8, 30-31. Dort wird die Weisheit als junge Frau vorgestellt, die von Anbeginn der Schöpfung mit dabei ist und – spielt: „Gottes Freude war ich und spielte die ganze Zeit vor ihr. Ich spielte auf ihrer Erde und hatte meine Freude an den Menschen“.

Während Gott die Welt erschafft, erkundet die Weisheit, was da entsteht. Offen, neugierig und unvoreingenommen – waren wir nicht auch mal so? Und können wir das noch? Die Welt ist ein Spielraum. Treten wir ein. So heißt es im Aufruf der Fastenaktion „7 Wochen Ohne“.

Margit Binz ist Pfarrerin für Ökumene im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald.
E-Mail: margit.binz@ekhn.de

Dieser Artikel wurde automatisch von einer Website der regionalen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau übernommen. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist der Autor/die Autorin dieses Artikels.

Alle lebendige Erkenntnis Gottes
geht darauf zurück,
dass wir ihn als Wille der Liebe
in unseren Herzen erleben.

(Albert Schweitzer)

Albert Schweitzer

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages_ekely

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