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Arbeitsmarkt

Geflüchtete besuchen Riese & Müller

ack/Dekanat Vorderer OdenwaldAssadullah erklärt Landsleuten den Arbeitsprozess beim Fahrradhersteller Riese & Müller in Mühltal.

Seit Beginn dieses Jahres gibt es das Bewerbercafé „Vitamin Be“ in Groß-Umstadt, das Geflüchtete bei der Integration durch Arbeit unterstützen will. Ehrenamtliche unterstützen auf dem Weg in ein eigenverantwortliches Leben. Erstmals ging es nun zum Betriebsbesuch: zu Riese & Müller.

Von Annette Claar-Kreh

Job und Ausbildung sind das beste Mittel zur Integration. Doch viele Unternehmen tun sich noch schwer, Arbeitsplätze für Geflüchtete anzubieten. Deswegen sucht das Bewerbercafé nun den direkten Kontakt durch Betriebsbesuche und Best-Practice-Beispiele. Und so haben sich nun 15 Geflüchtete mit ihren deutschen Helfern auf den direkten Weg in einen Betrieb in der Region begeben. Der erste Betriebsbesuch der 30 Personen galt dem Unternehmen Riese & Müller, spezialisiert auf die Herstellung und Entwicklung hochwertiger E-Bikes und Lastenräder. „Sehr viel Handarbeit“, wie Martin Heyd, Teamer Integration betont.

Das Unternehmen, das sozusagen vor 26 Jahren „in der elterlichen Garage“ begonnen hat, ist schnell gewachsen und hat nun seit Anfang 2019 in Mühltal einen neuen Standort. Riese & Müller setzt auf Nachhaltigkeit, nicht nur bei der Produktion der Räder. Im firmeneigenen Corner-Café werden regionale, faire oder biologische Produkte verwendet, auf einem Teil des Dachs, auf der Logistikhalle, erzeugt die
Photovoltaikanlage bis zu 80 Prozent des Strombedarfs selbst.

Mitarbeitende aus 38 Nationen
Der schnelle Zuwachs hat die Firma kreativ werden lassen auf der Suche nach Personal. Heute arbeiten 450 Mitarbeitende aus 38 Nationen, vorwiegend Vollzeit bei Riese & Müller. Das Unternehmen hat  insgesamt zwölf Auszubildende, darunter eine Frau. Wer bei Riese & Müller in den Bereichen Produktion
(Fahrradmontage) oder Logistik arbeiten will, hat gute Chancen, denn das Unternehmen geht andere Wege. Ein niedrigschwelliger Bewerbungsprozess soll Menschen einen einfachen Einstieg ermöglichen. Eine Fachausbildung ist nicht zwingend nötig. Nicht immer ist eine Ausbildung vorhanden, gerade bei Geflüchteten.

Zugangsvoraussetzungen hat das Unternehmen dennoch: Zum einen wird Wert gelegt auf gute deutsche Sprachkenntnisse, weil die Verständigung untereinander und das Verständnis der Arbeitsabläufe wichtig ist. Ein Zertifikat mit B1-Niveau ist wünschenswert, denn jeder arbeitet in einem multinationalen Team. Das eröffnet Chancen, voneinander zu lernen. Zum anderen sollten die Personen „eine Affinität zum Schrauben haben und eine handwerkliche Begabung“, betont Martin Heyd. Viel Wert wird auch auf die menschliche Komponente und ein gutes Sozialverhalten gelegt, denn bei Riese & Müller ist Teamfähigkeit wichtig.

Riese & Müller bietet Weiterbildung innerhalb des Betriebs. Der Wunsch danach kommt schnell auf, da es 16 verschiedene Stationen benötigt, um ein Rad zusammenzubauen. So ging es auch Assadulla und Majid aus Afghanistan. Der erste hat sich online beworben und wurde zum Test eingeladen. Majid wiederum hat durch einen Zeitarbeitsvertrag in der Firma begonnen. Da er sich bewährt hat, ist dieser schließlich in eine Festanstellung umgewandelt worden. Inzwischen hat er einen internen Karriereschritt gemacht. „Ein Beispiel für gelungene Integration“, wie Marten Schubert, Unitleiter in der Produktion betont.

Riese & Müller wird weiter expandieren. Auf der Wiese nebenan soll bald ein weiteres Lager entstehen. „Wir sind in einem Wachstumsmarkt“, sagt Martin Heyd.

Riese & Müller bietet auf einem Onlineportal Jobs an: https://www.r-m.de
Das Bewerbercafé gibt es an den Standorten Darmstadt und Groß-Umstadt. Ausgebildete Ehrenamtliche suchen nach Betrieben und Zugangsmöglichkeiten durch Weiter- und Ausbildung. Beide Bewerbercafés sind auf Initiative der beiden Evangelischen Dekanate Darmstadt-Stadt und Vorderer Odenwald entstanden und werden durch das SKA Darmstadt bzw. das Diakonische Werk Darmstadt-Dieburg professionell getragen. Die Initiative arbeitet mit der Agentur für Arbeit und der Kreisagentur für Beschäftigung zusammen. Das Bewerbercafé in Groß-Umstadt ist geöffnet montags von 14 bis 16 Uhr mit Sitz im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald, Am Darmstädter Schloß 2. Das Darmstädter Bewerbercafé hat dienstags von 14.30 bis 16.30 Uhr geöffnet und befindet sich in der SKA-Medienwerkstatt, Rheinstraße 24.
Wer ebenfalls in seinem Betrieb die Türen öffnen möchte, meldet sich bei Annette Claar-Kreh,  annette.claar-kreh@ekhn.de Tel: 06078/7825922.

Dieser Artikel wurde automatisch von einer Website der regionalen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau übernommen. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist der Autor/die Autorin dieses Artikels.

Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Matthäus 25, 40

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/ekely

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