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"Glocken wollen auch Talente wecken"

Seltener Moment: Die Evangelische Kirchengemeinde Nieder-Roden nimmt ihren neuen Glockenturm in Betrieb

kfFreuen sich über den neuen Campanile am Puiseauxplatz: (v. r.) Dekan Carsten Tag, Pfarrer Benjamin Graf, Kirchenvorsteherin und Bauausschussvorsitzende Claudia Wolny, Kirchenvorstandsvorsitzender Thomas Haag und Pfarrer Dr. Felipe Blanco Wißmann, der als vormaliger Gemeindepfarrer den Umbau maßgeblich mitgestaltet hat.

Sie erklingen nach fünf Jahren Zwangspause nun wieder in „es“, „des“ und „as“, wie sie es schon seit 1965 über Nieder-Roden taten: Die drei Glocken der Evangelischen Kirchengemeinde haben wieder einen angestammten Platz - rund zwölf Meter über dem Puiseauxplatz.

Am Ostersonntag 2013 läuteten sie zum vorläufig letzten Male: Damals hatte die Evangelische Kirchengemeinde Nieder-Roden ihre Kirche aus den 60er-Jahren verkauft und ab diesem Zeitpunkt ihre Energie in die Umgestaltung des Gemeindehauses am Puiseauxplatz in der neuen Ortsmitte investiert. Dort entstand neben Gruppen- und Büroräumen auch ein Kirchraum mit vielen „Andenken“ an die alte Gottesdienststätte: Fenster, Orgel und Kreuz hatte Architekt Frank Kolmenter vom Architekturbüro Kolmenter und Fink zusammen mit dem Bauausschuss um Claudia Wolny ansprechend in den Bau integriert, einzig die drei Glocken, 46, 64 und 76 Kilo schwer, harrten noch bis zu diesem Jahr im Zwischenlager.

Nun komplettiert der freistehende Turm das evangelische Ensemble am Platz: Zwei Stahlbetonstreben geben ihm Halt, Holzverkleidung und Kreuz krönen ihn - für den Kirchenvorstand und Pfarrer Benjamin Graf Grund genug, dem ersten Läuten, auf das sich Nieder-Rodens Gläubige so lange gefreut haben, in einem Festgottesdienst Raum zu geben. Hoch sei er nicht, „aber immerhin höher als die oberste Spitze des Gemeindehauses“, so Pfarrer Graf, und in jedem Fall „das fehlendes Stück im Mosaik“. Erstaunt sei der Kirchenvorstand gewesen, mit wie vielen Emotionen dieses Projekt verbunden ist - nicht zuletzt auch für die Verantwortlichen in der aufreibenden Planungs- und Bauphase, wie Kirchenvorsteherin Claudia Wolny berichtet.

Sie durfte denn auch die drei Bronzehohlkörper zum ersten Mal zum Klingen bringen. Ganz modern geht das in Nieder-Roden nun mit drei Tasten einer Funkfernbedienung, die jeden der Elektromotoren einzeln ansteuern. Sowohl im Gestühl als auch auf jenem Sendegerät ist noch Platz für eine vierte Glocke, die den vollen Klang vielleicht eines Tages komplettieren kann.

Für Pfarrer Graf jedenfalls erfüllen sie jetzt schon zweierlei Nutzen. Einen ganz praktischen - den Ruf zum Gottesdienst und die Begleitung des Vaterunsers; aber auch einen ideellen: „Glocken lassen auch diejenigen am Gottesdienst teilhaben, die selbst nicht mehr regelmäßig zu uns kommen können.“ Und sowohl der Turm an einem zentralen Platz in Nieder-Roden als auch seine Glocken erinnern die Menschen an Gott - und die Gemeinde daran, immer weiter an ihrem geistlichen Fundament zu arbeiten, denn „Glocken wollen auch Talente wecken“.

Im Namen der Gemeinde dankte Kirchenvorstandsvorsitzender Thomas Haag zum einen für die vielen großen und kleinen Spenden, die zusammen mit Eigenkapital der Gemeinde den Bau des Turms finanziert haben; aber auch das Engagement der Kirchenvorstände der beiden jüngsten Wahlperioden und vieler weiterer Ehrenamtlicher fand seine Würdigung. 

Obwohl der Kirchturm natürlich auch eine Uhr besitzt - ein Stundenläuten wird es am Puiseauxplatz nicht geben, versprechen die Verantwortlichen. Geläutet wird nur zu Gottesdienst und Gebet. Das hat der Kirchenvorstand in der Läuteordnung so festgehalten, sagt Haag. „Es ist ja nun auch nicht das Frankfurter Domgeläut“, sagt Claudia Wolny und bittet geräuschempfindliche Anwohner noch einmal um Verständnis für die etwa 60 Mal im Jahr, wenn die Glocken an Sonn- und Feiertagen erklingen.

„Für viele von uns ist die Einweihung eines Glockenturms ein einmaliges Ereignis und eine Premiere“, sagte der Dekan des Evangelischen Dekanats Rodgau, Pfarrer Carsten Tag, in seinem Grußwort. Auch die Glocken „rufen uns als Kinder Gottes, und wir sind hineingenommen in das Ja, das Gott seiner Schöpfung zuspricht. Der Kirchengemeinde sei es „in besonderer Weise gelungen, den Ort zu beleben und vieles aus der alten Kirche in neuen Raum zu neuem Leben zu erwecken. Auch er sprach allen Aktiven, den Spenderinnen und Spendern und insbesondere Claudia Wolny Dank und Anerkennung für das Geleistete aus und beglückwünschte Gemeinde und Kirchenvorstand zur gelungenen Komplettierung des evangelischen Standorts in Nieder-Roden.

Dieser Artikel wurde automatisch von einer Website der regionalen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau übernommen. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist der Autor/die Autorin dieses Artikels.

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!

2. Korinther 6, 2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Hans Genthe

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