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Mörlenbach: Arbeitsplätze und Wohnungen für Flüchtlinge

Jeden Einzelnen wahrnehmen

bbiewMenschen wie wir. Eine geflüchtete Frau mit ihrem Kind.

Der Arbeitskreis Asyl in Mörlenbach hat es geschafft, 70 Flüchtlingen privaten Wohnraum zu vermitteln. Das, so berichteten die Ehrenamtlichen im Gespräch mit Dekan Arno Kreh, sei das beste Ergebnis im gesamten Landkreis Bergstraße.

bbiewDekan Arno Kreh mit Aktiven des Mörlenbacher Arbeitskreises Asyl: v.l.: Wolfgang Hickel, Elisabeth Schick, Bodo Kalesse, Edith Unrath-Dörsam, Arno Kreh und Willy Coerdt.

Damit konnte inzwischen ein Drittel aller in Mörlenbach lebenden Flüchtlinge eine Privatwohnung mieten. Alle andere wohnen in relativ beengten Gemeinschaftsunterkünften. Der Wunsch, eine eigene bescheidene  Wohnung mit Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten zu haben, ist unter den Geflüchteten stark ausgeprägt. Doch in der gesamten Region ist bezahlbarer Wohnraum knapp.

Bodo Kalesse vom Arbeitskreis Asyl ist zugleich Integrationsbeauftragter Kommune und weiß um die Probleme: „Kein Flüchtling schafft es in einem Telefonat mit einem Vermieter eine Wohnung zu finden. Wenn wir von freien Wohnraum hören, sprechen wir die Vermieter an und versuchen, Hemmschwellen abzubauen.“

 Persönliche Kontakte nutzen

Den Umgang mit Vermietern und Ämtern, aber auch mit Arbeitgebern bezeichnete Dekan Kreh als vorbildlich. Denn dem AK Asyl ist es gelungen, 15 Vollzeitstellen für Flüchtlinge zu vermitteln. „Da sind persönliche Kontakte wichtig. Ich habe noch keinen Arbeitgeber erlebt, der gesagt hat, ‚lasst mich bloß mit Flüchtlingen in Ruhe‘“, so Bodo Kalesse.

Die Gemeinde Mörlenbach legte von Anfang an Wert darauf, dass die Flüchtlinge Teil des Ortes sind. So befinden sich auch die Gemeinschaftsunterkünften nicht in einem abgelegenen Industriegebiet, sondern mitten in der Gemeinde. „Sprüche wie ‚was wollen die denn hier‘ höre ich zwar immer wieder. Doch jeder Einzelne der Geflüchteten wird gesehen und wahrgenommen und auch zu Festen und Feiern eingeladen. Das ist sehr wichtig. So konnte Vertrauen entstehen“, berichtet Gemeindepfarrerin Edith Unrath-Dörsam. Es gebe zum Beispiel auch gemeinsame Kochkurse von Syrern und Deutschen. Etliche Flüchtlinge seien zudem im Sportverein aktiv. Für Flüchtlingskinder werde ein Malkurs angeboten, an dem regelmäßig bis zu 50 teilnehmen.

Anträge und Formulare

Jeden Dienstag bietet der AK Asyl eine Sprechstunde an. Flüchtlinge kommen vor allem mit Formularen und bitten um Hilfe, sie auszufüllen. „Wir sind ja in Deutschland in der glücklichen Lage über viel Papier zu verfügen. Dass bei den Antragsformularen auch Deutsche nicht immer durchblicken, ist nachvollziehbar“, meint Bodo Kalesse. Für Flüchtlinge ist es besonders schwierig, auch wenn sie durch den AK Asyl erteilten Deutschunterricht schon relativ gute Sprachkenntnisse erworben haben. „Bis zu 15 ehrenamtliche Lehrkräfte sind aktiv. Der Unterricht trägt hörbar Früchte,“ betont Elisabeth Schick. Die Deutsch-Lehrerin sagt zugleich: „Ich selbst habe in meinem ganzen Berufsleben noch nie so viel über deutsche Grammatik nachgedacht.“ Willy Coerdt, ebenfalls ehrenamtlich als Betreuer und Deutsch-Lehrer aktiv, beobachtet einen Trend: „Flüchtlinge, die von Abschiebung bedroht sind, nehmen weniger intensiv an den Kursen teil.“

Der AK Asyl will von seinem Selbstverständnis nicht allein für Flüchtlinge tätig werden, sondern auch und gerade mit ihnen. Das erfordere gegenseitiges Zuhören und Kontakt auf Augenhöhe. „Dass Frau Müller stets weiß, was für Flüchtling Mohammed gut ist, so wollen wir nicht agieren“ erklärt Bodo Kalesse.

Dieser Artikel wurde automatisch von einer Website der regionalen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau übernommen. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist der Autor/die Autorin dieses Artikels.

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