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Tagung der Dekanatssynode

Kirche für Familie

bbiewReferentin für Familienbildung, Paula Lichtenberger

Die evangelische Kirche muss Familien in ihrer Unterschiedlichkeit wahrnehmen, um passgenaue Angebote machen zu können. Das wurde bei der Tagung der Synode des Evangelischen Dekanats Bergstraße in Wald-Michelbach deutlich. Das Hauptthema, mit denen sich die Synodalen aus den 34 Gemeinden des Dekanats befassten, lautete: „Kirchengemeinden – (keine) Orte für Familien?!“

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Familie habe viele Gesichter. Es sei heute nicht mehr selbstverständlich, dass alle das Gleiche meinten, wenn sie von Familie redeten, sagte die Referentin für Familienbildung im Zentrum Bildung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Paula Lichtenberger, in ihrem Impulsreferat. Neben der klassischen Familie - Vater, Mutter, Kind - gebe es inzwischen eine Vielzahl an familiären Konstellationen. Die Ehe sei nicht mehr die Voraussetzung, um Familie zu definieren. „Nach evangelischem Verständnis ist Familie der Ort der gelebten Fürsorge und der gegenseitigen Verantwortung. Die Form der Familie ist dabei nicht ausschlaggebend“, betonte Lichtenberger.

Familie als Armutsrisiko

Die Kirche sollte genau schauen, welche Bedürfnisse die Familien hätten. „Nicht alle Familien brauche das Gleiche“, sagte Lichtenberger. Sie regte an, Familien Orientierung zu geben etwa bei der christlichen Gestaltung des Familienlebens. Mit einem Taufversprechen könne die Kirche den Familien zusichern, sie bei der religiösen Erziehung aktiv zu unterstützen. 

Nach Ansicht der Referentin stellt die Gründung einer Familie ein Armutsrisiko dar. 13 Prozent der Familien mit einem Kind, 16 Prozent mit zwei und 18 Prozent mit drei Kindern lebten in Armut. Das bestätigte die Leiterin des Diakonischen Werks Bergstraße, Irene Finger. Unter den 820 Menschen, die von der Tafel in Rimbach versorgt werden, seien 371 Kinder. „Tafeln machen Armut sichtbar. Kinderarmut ist Familienarmut“, stellte Finger fest.

Gemeinsame Zeit

In der anschließenden Diskussion regten Synodale an, dass Kirchengemeinden Familien ermöglichen sollten, gemeinsame freie Zeit mit den Kindern verbringen zu können. So sei in jüngster Zeit zu beobachten, dass Eltern ihre Kinder nicht nur zum Kindergottesdienst bringen, sondern dableiben, um mit ihnen gemeinsame Erfahrungen zu sammeln. Dekan Arno Kreh betonte, dass der Schutz des freien Sonntags auch deshalb so wichtig sei, damit Familien gemeinsame freie Zeit verbringen könnten. Die EKHN bereite für den Herbst eine Impulspost an alle evangelischen Haushalte vor, die den Sonntagschutz zum Thema mache. „Wir werden in diesem Jahr zudem nicht nur regelmäßige Treffen, sondern auch eine Frühstückskirche für Alleinerziehende und ihre Kinder anbieten“, kündigte der Bergsträßer Dekan an.

Familie ist nach Angaben des Superintendenten Andreas Berger auch im Bergsträßer Partnerkirchenkreis Eisleben- Sömmerda ein großes Thema. „Bei uns sind nur zehn Prozent der Kinder getauft‘“, sagte Berger in seinem Grußwort vor der Synode. Sein Kirchenkreis habe deshalb einen Kleinbus als  mobile Kinder- und Jugendkirche eingerichtet, der Schulen und Treffpunkte von Kindern und Jugendlichen ansteuere.

Kirchengemeinden als Geschäftskunden?

Die Gemeindepädagogin Lydia Ploch stellte ihre Projektstelle für innovative Altenarbeit vor. Es ist eine von insgesamt fünf Stellen in der Landeskirche, die projektorientierte Arbeit mit Menschen im Alter von 55 bis 70 entwickeln sollen. „Auch dabei kommt es entscheidend darauf an, was die Interessen und Bedürfnisse sind. Ich bin offen für Ideen und Vorschlage“, sagte Ploch, die ihren Dienstsitz in Fürth hat.

Einstimmig beauftragte die Synode den Dekanatssynodalvorstand bei den regionalen Geldinstituten Widerspruch gegen die Einstufung der Kirchen als Geschäftskunden einzulegen. Die Sparkasse Starkenburg behandelt die Kirchengemeinden nicht mehr wie gemeinnützige Organisationen und verlangt höhere Gebühren – auch für Münzeinzahlungen. Würden Kollekten wie beispielsweise die 3.600 Euro, die in den Kirchengemeinden bei einem Sonntagsgottesdienst für die Tafel gesammelt wurden, als Münzgeld eingezahlt, wären allein 72 Euro an Gebühren fällig.

Die Kirche engagiere sich für die Allgemeinheit. Die Kirchensteuer werde sinnvoll angelegt, sagte der Beigeordnete der Gemeinde Wald-Michelbach, Peter Bihn in seinem Grußwort. Mit seiner Beurteilung der Tafeln teilte er die Position des Evangelischen Dekanats Bergstraße: „Es ist eine Schande für ein so reiches Land, dass wir überhaupt Tafeln haben müssen.“

Die Dekanatssynode, die von Präses Dr. Michael Wörner geleitet wurde, ist das regionale „Kirchenparlament“ für die rund 70.000 evangelischen Christinnen und Christen im Dekanat Bergstraße. Es tagt in der Regel zweimal im Jahr und setzt sich zusammen aus Delegierten der 34 Kirchengemeinden, der Pfarrerschaft und weiteren gewählten und berufenen Mitgliedern. Ehrenamtliche sind dort gegenüber hauptamtlichen Mitarbeitenden in der Mehrheit.

Dieser Artikel wurde automatisch von einer Website der regionalen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau übernommen. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist der Autor/die Autorin dieses Artikels.

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19, 10

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Indars Grasbergs

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