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Open Air, mit Maske und Abstand

Konfirmationen in Corona-Zeit

HartmannKonfirmation OpenAir wegen Corona – Wieseckaue Gießen 2020

Zur ungewohnten Jahreszeit und unter ungewöhnlichen Corona-Bedingungen konfirmieren die evangelischen Kirchengemeinden in und um Gießen jetzt die 13- und 14-jährigen Jugendlichen. Die Gesamtkirchengemeinde Gießen Nord etwa organisierte eine Bühne, stellte 160 Klappstühle auf und beschallte Samstag und Sonntag den Stadtpark Wieseckaue. In vier Open-Air-Gottesdiensten am 12. und 13. September wurden 36 Jugendliche der Paulus- und der Thomasgemeinde sowie aus Wieseck gemeinsam eingesegnet.

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Konfirmation OpenAir wegen Corona – Wieseckaue Gießen 2020

Alle 26 Gemeinden im Evangelischen Dekanat Gießen feiern mit mehrmonatiger Verspätung, manche unter freiem Himmel, immer in kleinen Gruppen, mit großem Abstand und den üblichen Masken. „Wir haben bis zum letzten Moment gezittert, ob alles so wird, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte die Wiesecker Pfarrerin Iris Hartings. Eine Konfirmandin musste noch am Freitag absagen, berichtete die zweite Wiesecker Pfarrerin Carolin Kalbhenn traurig. Wegen eines Corona-Falls an der Liebigschule habe sie stattdessen in Quarantäne gehen müssen.

Konfirmationen wurden in den Spätsommer verschoben

Während des Lockdowns im Frühjahr war nicht absehbar, wann und unter welchen Bedingungen wieder gefahrlos Gottesdienst gefeiert werden kann. Die Konfirmationen wurden abgesagt. Bis zum Ende der Sommerferien war unsicher, ob der Ausweich-Termin im September zu halten sein würde. Weil in vielen Kirchen in und um Gießen nach den geltenden Hygieneregeln bestenfalls drei Familien Platz gefunden hätten, spekulierten einige Gemeinden auf gutes Spätsommerwetter und planten Konfirmationen unter freiem Himmel. Diese Rechnung ging auf. Zwar war die Wiese am Schwanenteich bei den 11-Uhr-Gottesdiensten noch feucht und ließ die Jungen und Mädchen in der festlichen Kleidung und den schmucken Schuhen frösteln. Doch beim 14 Uhr-Gottesdienst zogen manche Väter schnell die Sakkos in der Wärme aus.

Am Sonntag zuvor war die Allendorfer Pfarrerin Christine Specht mit ihren Konfis in den Nachbarort umgezogen. „Freundlicherweise hat uns die Gemeinde Kleinlinden ihre Kirche und ein Hygiene-Team zur Verfügung gestellt“, berichtete die Pfarrerin.

Musik von Solisten oder mit Video-Einspielung des Kirchenchors

Die Andreas- und die Wicherngemeinde im Gießener Osten konfirmieren am nächsten Wochenende in drei Gottesdiensten. Die Konfirmanden dürfen jeweils zwölf Personen mitbringen. Die musikalische Gestaltung unterliegt den gelten Corona-Regeln. Kein gemeinschaftlicher Gesang. Kleine Bands oder Solisten mit viel Abstand zur Gemeinde machen Musik.

In der zum Dekanat Gießen gehörenden Gemeinde Lang-Göns wurde der Kirchenchor per Videoaufzeichnung eingespielt. In dieser Gemeinde wurden nur fünf Konfis eingesegnet. „Alle anderen wünschen sich eine Konfirmation erst dann, wenn das Feiern mit allen Familienmitgliedern und Freunden möglich ist“, so Pfarrer Achim Keßler. Auch im benachbarten Großen-Linden ist das so. Der Unterricht für den neuen Konfirmanden-Jahrgang hat parallel dazu schon überall begonnen. Allerdings ist der Konfirmationstermin 2021 noch offen. Einsegnung zwischen Ostern und Himmelfahrt, diese Tradition hat Corona jedenfalls gebrochen.

Jugendliche spüren die Unberechenbarkeit der Corona-Zeit

Dass Jugendliche die Unberechenbarkeit und Abgründigkeit der Corona-Zeit spüren und sich nach Schutz sehnen, zeigt ihre Auswahl der biblischen Konfirmationssprüche. Eine Umfrage in den Kirchengemeinden ergab den „Renner dieses Jahres“, so die Heuchelheimer Pfarrerin Cornelia Weber. Ganz oft ausgesucht wurde der Psalm: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“

In der Wieseckaue predigte Pfarrerin Hartings den Jugendlichen, dass es keine Garantie für ein perfektes Leben geben könne. „Krisen gehören zum Leben, in diesem Jahr spüren wir das alle überdeutlich. Aber das Versprechen, dass Gott uns begleitet, gilt trotzdem“, so die Pfarrerin vor der Einsegnung auf der Bühne. Mit der Konfirmation bestätigen die zumeist als Babys getauften Jungen und Mädchen, dass sie zur Gemeinschaft der Christen gehören wollen. Die Mitglieder-Statistik der Kirchen zeigt jedoch, dass längst nicht alle Jugendlichen nach der Konfirmation der Kirche dauerhaft verbunden bleiben. „Wir sehen das gelassen“, sagte Pfarrerin Hartings. Das Entscheidende an diesem Tag sei der Segen und der Wunsch, dass die Jugendlichen behütet und beschützt durchs Leben gehen mögen.

Dieser Artikel wurde automatisch von einer Website der regionalen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau übernommen. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist der Autor/die Autorin dieses Artikels.

Ich merke, der weite Raum
entsteht nicht in mir und durch mich.
Er entsteht, weil andere da sind,
die mir Räume eröffnen,
gnädig umgehen mit meinen Schwächen,
sich einsetzen für einen menschenwürdigen Umgang
mit allen Menschen.

(Melanie Beiner zu Psalm 31,9)

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