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Gemeindeversammlung in Nieder-Saulheim richtete den Blick in die Zukunft

„Wir wollen erreichen, dass Sie wieder Gemeinde sind!“

H.Wiegers

Eine Gemeindeversammlung in Nieder-Saulheim bot den Gemeindegliedern zum einen die Möglichkeit, ihren Frust über den lange schwelenden Konflikt innerhalb der Gemeinde los zu werden, zum anderen wurden hier aber auch konstruktiv die Perspektiven der Gemeinde für die Zukunft aufgezeigt.

Sie war ein Abschluss und ein Neuanfang, sollte den Gemeindegliedern die Möglichkeit geben, ihren Frust über den lange schwelenden Konflikt innerhalb der Gemeinde los zu werden, aber auch konstruktiv Perspektiven für die Zukunft der Kirchengemeinde bieten: die Gemeindeversammlung der Evangelischen Kirchengemeinde Nieder-Saulheim am vergangenen Freitag im Nieder-Saulheimer Gemeindehaus. Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat die Versetzung des Nieder-Saulheimer Pfarrers Mathias Engelbrecht am 12. Juni 2019 beschlossen. Das Dekanat Ingelheim-Oppenheim hatte darauf umgehend alle Gemeindeglieder zu dieser Versammlung eingeladen. Rund 120 von ihnen waren in den großen Gemeindesaal gekommen. Der Propst für Rheinhessen und Nassauer Land, Dr. Klaus-Volker Schütz, war als Vertreter der Kirchenleitung anwesend, um zusammen mit Dekan Olliver Zobel zu informieren und den Gemeindegliedern Rede und Antwort zu stehen. Als neutraler Moderator führte Christian Stuhlfauth, Pfarrer und Studienleiter an der Gemeindeakademie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern durch die Veranstaltung und betonte gleich zu Beginn, dass es an diesem Abend nicht um die Klärung von Schuldfragen gehe, sondern darum zu sehen, wie es weitergehen soll.

Insbesondere zu Beginn der Gemeindeversammlung waren die Emotionen, die den Raum erfüllten, deutlich zu spüren, aber je länger der Diskurs zwischen Gemeindegliedern, Kirchenleitung und Pfarrer Engelbrecht dauerte, um so sachlicher und zukunftsbezogener gestaltete sich die Diskussion. Es wurde deutlich, dass die Versetzung Engelbrechts erfolgt, weil die Kirchenleitung keine Perspektive für eine zukünftige gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Pfarrer und Kirchengemeinde sieht. Dabei verzichtete die Kirchenleitung darauf, die Schuldfrage zu klären, da dies das Kirchenrecht nicht vorsieht. Dieser Entscheidung sind, so schilderte es Propst Schütz, unzählige Gespräche, ein mehrmonatiges Mediationsverfahren und eine intensive Phase der Prüfung vorausgegangen, in der noch einmal alle Beteiligten des Konfliktes gehört wurden. Dass dies so lange dauerte, hängt, so der Propst, „damit zusammen, dass die Stellung des Pfarrers im Kirchenrecht hoch geschützt ist“. Aber schließlich sei dann doch der Zeitpunkt gekommen, an dem eine Entscheidung getroffen werden musste. Über die genauen Hintergründe der Versetzung von Pfarrer Engelbrecht müsse man allerdings Stillschweigen bewahren, da es den Leitungsgremien der Kirche rechtlich untersagt sei, über Personalangelegenheiten zu sprechen. Er könne nur so viel sagen, dass es sich um Konflikte handele, die über Saulheim hinaus gingen. Ergänzend stellte der Moderator, Andreas Stuhlfauth, fest, dass gegen Mathias Engelbrecht keine relevanten strafrechtlichen Dinge vorlägen. Pfarrer Engelbrecht werde daher auch nicht gekündigt, sondern er wird innerhalb der Kirche eine neue Aufgabe zugeteilt bekommen. Mit dem Blick auf die Zukunft der Gemeinde, rief Dekan Olliver Zobel, die Nieder-Saulheimer Kirchengemeindeglieder zur Mitarbeit auf. Seit dem Rücktritt des Nieder-Saulheimer Kirchenvorstandes im Januar 2019 führt derzeit der Dekanatssynodalvorstand (DSV) die Geschäfte der Gemeinde weiter. Dekan Zobel lud nun die Gemeindeglieder ein, sich an einem Ausschuss zu beteiligen. Dieser soll aus zwei bis drei DSV-Mitgliedern und acht VertreterInnen der Gemeinde bestehen, den DSV bei seinen Entscheidungen beraten und u. a. die Ausschreibung der Pfarrstelle vorbereiten. „Mein Ziel ist es“, so Zobel, „dass wir die Gemeinde schrittweise wieder vereinen, befrieden und nach vorne schauen. Dazu brauchen wir im Ausschuss eine gute Mischung von Gemeindevertretern, die die Gemeinde kennen, aus jungen und aus alten Leuten. Wir wollen erreichen, dass Sie wieder gemeinsam Gemeinde sind!“ Interessierte Gemeindemitglieder können sich bei Dekan Zobel melden (olliver.zobel@ekhn.de; 06136 926960). 

Für die Übergangszeit, bis ein neuer Pfarrer bzw. eine neue Pfarrerin von der Nieder-Saulheimer Kanzel predigt, stellten Propst Schütz und Dekan Zobel der Gemeinde Harald Esders-Winterberg, Pfarrer für Partenheim und Vendersheim sowie Ober-Saulheim, als Vakanzvertreter vor. Propst Schütz hatte Pfarrer Esders-Winterberg bereits zu Beginn der Veranstaltung dafür gedankt, dass er in den vergangenen Monaten die Kasualien in der Kirchengemeinde übernommen habe. Auch die Gemeindesekretärin Nieder-Saulheims, Stephanie Brodrecht, wurde von Dekan Zobel für ihren unermüdlichen Einsatz als Ansprechpartnerin für die Anliegen der Nieder-Saulheimer Gemeindeglieder gewürdigt. Die Gemeindeversammlung schloss mit einem versöhnlichen Gebet, gesprochen von Propst Schütz: „Gott, Du Wächter des Abends und der Nacht. Schenke Frieden unseren Gemeinden. Nimm das Werk dieses Tages und wandle es zum Guten“.

 

 

Dieser Artikel wurde automatisch von einer Website der regionalen Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau übernommen. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist der Autor/die Autorin dieses Artikels.

Lobe den HERRN, meine Seele,
und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat.

Psalm 103, 2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/issalina

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