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Von der Kanzel in den Hörsaal

Pfarrerin Angela Rinn wird Professorin am Theologischen Seminar Herborn

Harald Oppitz@DIE ZEIT/Christ&WeltPortraitfotoBeendet ihren Dienst als Pfarrerin der Evangelischen Gemeinde, bleibt aber in
Gonsenheim wohnen: Pfarrerin Angela Rinn.

Nach 21 Jahren als Pfarrerin der Evangelischen Gemeinde Mainz-Gonsenheim geht Pfarrerin Angela Rinn als Professorin für Seelsorge ans Theologische Seminar Herborn.

Es sind gemischte Gefühle, die Angela Rinn beschleichen, wenn sie an die kommenden Weihnachtstage denkt. Klar, einerseits  freut sich die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Gonsenheim auf die Feierlichkeiten zur Geburt Christi. Gleichzeitig legt sich eine leise Wehmut über das meist so sonnige Gemüt der 56-jährigen Theologin.

Schließlich ist, seit sie am 2. Advent 1997 eingeführt wurde als Gemeindepfarrerin in Gonsenheim, kein Heiliger Abend vergangen, an dem sie nicht ihren Blick hätte schweifen lassen über die in der Inselkirche in der Breite Straße oder im Gemeindehaus versammelte Gemeinde, die so zahlreich erscheint an diesem einen, besonderen Tag. Kein Heiliger Abend, an dem sie nicht im Altarraum gestanden hätte, um zu predigen, zu beten, zu singen über das Wunder der Heiligen Nacht. Keine Christvesper, aus der sie nicht sie die Besucher verabschiedet hätte mit einem warmen Lächeln, einem kräftigen Händedruck und dem herzlichen Wunsch: „Frohe Weihnachten!“ Kein 1. Weihnachtsfeiertag, an dessen Vormittag sie nicht im Gemeindehaus Abendmahl gefeiert hätte mit der Gemeinde, die insgesamt 5300 Mitglieder zählt.

Professorin für Seelsorge

Angela Rinn gibt ihre Arbeit in der Kirchengemeinde und auch als Feuerwehrpfarrerin auf, um sich ab Januar auf die Ausbildung angehender Pfarrerinnen und Pfarrer zu konzentrieren. Im theologischen Seminar des Schlosses Herborn betreut sie als Professorin für Seelsorge Vikarinnen und Vikare nach dem Theologie-Studium in ihrem praktischen Ausbildungsteil. Ganz abgesehen von allem theoretisch-theologischen Unterbau: In mehr als zwei Jahrzehnten in Gonsenheim hat Rinn nicht nur als Ausbildungspfarrerin eine ganze Reihe von Vikaren begleitet, auch ihre eigene seelsorgerische Erfahrung ist enorm.

„Ich weiß gar nicht, wie viele Trauergespräche ich geführt und wie viele Menschen in anderen belastenden Situationen ich begleitet habe“, sagt Rinn. Ebenso wenig kann sie die freudigen Ereignisse, die Taufen, Hochzeiten, Konfirmationen zählen. Mit Heranwachsen ihres eigenen Sohnes sei auch ihre Begeisterung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen immer größer geworden, erzählt Rinn. Und schwärmt weiter - von der Offenheit, mit der die Gemeinde ihr von Anfang an begegnet sei, von der großen Resonanz, die kulturelle Initiativen wie die Gestaltung der Kirchenfenster gefunden hätten, von der Pfarreifastnacht, in die sie wie selbstverständlich  von Anfang an eingebunden war, von der Arbeit in der Ökumene, die in Gonsenheim von Anfang am „vorbildlich“ funktioniert habe.  „Ich bin sehr dankbar für eine tolle Zeit in einem tollen Team.“ 

Das alles zurückzulassen, das schmerzt natürlich schon. Aber: „Es ist auch eine große Kunst im Leben, loszulassen“, sagt Rinn. Und: Ein komplett neues Leben ist es auch wieder nicht, das sie nun beginnen wird. Sie bleibt mit ihrem Mann in Gonsenheim wohnen, die Lehrverpflichtung in Heidelberg behält sie, auf SWR2 wird weiterhin ihr „Wort zum Tag“ zu hören sein. Und: Sobald die Zeit es zulässt, wird Rinns Alter Ego „Vera Bleibtreu“ auch wieder neue Krimis schreiben.

Die Evangelische Kirchengemeinde verabschiedet Pfarrerin PD Angela Rinn in einem Gottesdienst mit anschließendem Empfang am Sonntag, 16. Dezember, 16 Uhr, im Evangelischen Gemeindehaus, Friedensstraße 35.

Von Brigitte Specht

 

 

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Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

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