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Vorträge der Tagung zu 500 Jahre Reformation in Worms

Tagungsband „Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms. Ereignis und Rezeption“

wikimedia/gemeinfreiLuther verteidigt seine Schriften vor dem Kaiser und den deutschen Fürsten beim Reichstag in Worms. Die Drucke liegen auf dem Fussboden.Luther vor dem Reichstag in Worms, Gemälde von Anton von Werner, 1877

Letztes Jahr galt es, der Widerrufsverweigerung Luthers auf dem Reichstag zu Worms vor 500 Jahren zu gedenken. Ein Höhepunkt war sicher die Tagung im Wormser Kultur- und Tagungszentrum. Ein von Prof. Dr. Markus Wriedt und Prof. Dr. Werner Zager herausgegebener Tagungsband ist nun bei der Evangelischen Verlagsanstalt in Leipzig erschienen.

© Evangelische Verlagsanstalt LeipzigBuchcover unter Verwendung des Gemäldes Luther vor dem Reichstag in Worms von Anton von Werner aus dem Jahr 1877.Die Beiträge im Tagungsband spannen einen Bogen vom Wormser Reichstag 1521 bis in die Gegenwart.

Martin Luthers Widerrufverweigerung am 18. April 1521 vor dem im Wormser Bischofshof versammelten Reichstag zählt zweifellos zu den Sternstunden der Reformation. Gegenüber dem Anspruch der römisch-katholischen Kirche, die von den Kirchenlehrern enthüllten „heiligsten Geheimnisse des Neuen und des Alten Testaments“ urteilend definieren zu können (Johann von der Ecken, Offizial des Trierer Erzbischofs), bekannte sich Luther vor Kaiser und Reich zu seinen theologischen Schriften. Einem kirchlichen Lehrentscheid – ob nun des Papstes oder eines Konzils – könne er sich nicht unterwerfen, da diese sich erwiesenermaßen öfters geirrt und sich widersprochen hätten. Was er geschrieben habe, wäre er nur dann bereit zu widerrufen, wenn er „durch Zeugnisse der Schrift oder klare Vernunftgründe“ überwunden würde. Ansonsten fühlte er sich gebunden an sein im Wort Gottes gefangenes Gewissen.

Luthers bleibende Bedeutung

Die Beiträge des Bandes widmen sich zum einen diesem Ereignis selbst – und zwar unter Einbeziehung der Nachverhandlungen mit Luther am 24. und 25. April 1521 –, indem sie es in den kirchen-, theologie- und geistesgeschichtlichen Zusammenhang stellen. Dabei werden vor allem die Voraussetzungen beleuchtet, die Luthers Positionierung in Worms erst möglich machten. Weiterhin ist das Spannungsverhältnis von christlicher Freiheit und Gewissensbindung zu bedenken – nicht nur für Luther selbst und die reformatorische Bewegung, sondern auch in seiner bleibenden Bedeutung für den protestantischen Glauben.
Zum anderen wird danach gefragt, welche Wirkungen Luthers Auftritt 1521 in Worms gezeitigt hat. Dabei geht es um die Rezeption in der zeitgenössischen Publizistik, in bildlichen Darstellungen durch die Jahrhunderte und später im Film, in der protestantischen Geistes- und Kulturgeschichte, in Lutherfestspielen und nicht zuletzt in Feiern zu Reichstagsjubiläen seit dem 19. Jahrhundert. Dabei wird der Bogen gespannt vom Wormser Reichstag 1521 bis in die Gegenwart 500 Jahre danach.

Dem Buch liegen die Vorträge zugrunde, die auf der Tagung der Evangelischen Erwachsenenbildung Worms-Wonnegau vom 29. bis 31. Oktober 2021 im Wormser Kultur- und Tagungszentrum gehalten wurden. Die Tagung fand in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, dem Evangelischen Dekanat Worms-Wonnegau, der Stadt Worms, dem Stadtarchiv Worms und der Goethe-Universität Frankfurt am Main statt. Zugleich stand sie in Verbindung mit der Jahrestagung des Bundes für Freies Christentum. Darüber hinaus sind drei weitere Beiträge aufgenommen worden.

Markus Wriedt / Werner Zager (Hrsg.), Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms. Ereignis und Rezeption, Evangelische Verlagsanstalt: Leipzig 2022, 293 Seiten, ISBN Print 978-374-07058-9, 38 Euro.

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In der Konzentration auf das, was ist,
kann sich so etwas wie ein Raum öffnen,
ein Gewahrsam schärfen für die Gegenwart Gottes.

(Carsten Tag)

Carsten Tag

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / rusm

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