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Assistierter Suizid

Der Tod ist kein Therapieziel!

davidhills/istockphoto.comTödliche MedikamenteTödliche Medikamente für unheilbar Kranke in Extremsituationen?

Patienten müssen in Extremfällen Zugang zu tödlichen Medikamenten haben dürfen – so urteilte das Bundesverwaltungsgericht vergangene Woche. Beihilfe zum Suizid, zum Beispiel durch Medikamentengabe, ist nach deutschem Recht nicht strafbar. Die Probleme sehen Theologen und Politiker aber nicht nur in juristischen Fragen.

Bei dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes geht es um die sogenannte Suizidhilfe. Konkret handelt es sich also um freie Einzelentscheidungen von Betroffenen in absoluten Extremsituationen, nicht um die organisierte Sterbehilfe. Doch auch bei der Suizidhilfe gibt es Probleme: „Wer soll beurteilen, ob eine unerträgliche Leidenssituation vorliegt und nach welchen Kriterien? Von außen lässt sich das wohl kaum bewerten“, so Ulrike Scherf, die stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN.

Der Tod kann nicht das Therapieziel sein.

Wenn Menschen in extrem belastenden Situationen Suizid begingen sei vielmehr die Frage zu stellen, wo möglicherweise eine palliative Unterstützung fehle, sagte Scherf. Der Suizid sei zwar als Ausdruck eines inneren Ringens und als Gewissensentscheidung zu respektieren. Eine generelle Zustimmung für tödliche Medikamente ließe sich daraus aber nicht ableiten. Der Tod könne nicht das Therapieziel sein.

Der Staat hat die Aufgabe das Leben zu schützen

Außerdem wären staatliche Stellen mit der Zustimmung zur Medikamentengabe indirekt am Suizid eines Menschen beteiligt. Scherf sieht diese Verbindung kritisch: „Die bisherige Aufgabe des Staates wird  grundsätzlich im Schutz des Lebens und in der Suizidprävention gesehen.“

Existenzielle Entscheidungen nicht an Schreibtischen fällen

Ähnlich äußerte sich auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand: „Todbringende Medikamente per Verwaltungsakt darf es nicht geben.“ Deshalb sei der Richterspruch auch nicht umsetzbar. Der Staat könne nicht verpflichtet werden, sich an einem Suizid zu beteiligen. Scherf warnt zudem davor, existentielle Sterbesituationen zu verrechtlichen. Dann würden Entscheidungen an Schreibtischen und nicht an Sterbebetten gefällt.

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Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!

2. Korinther 6, 2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Hans Genthe

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