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Jeder darf beten wie er oder sie sich fühlt.

kieferpix/istockphoto.comGott, hilf!

Beten ist viel mehr als Bitten. Viele Gebete beginnen mit der Klage und dem Entsetzen. Sie geben dem Zorn Raum oder der Anklage. Jesus klagt Gott an im Psalm 22: "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?!"

Gebete sind Gespräche mit Gott. Wer betet, spricht sich aus. Das kann auch laut geschehen. Der Volksmund sagt: Man betet es sich von der Seele. Das klagende Gebet kann - gerade wenn es laut gesprochen wird - sehr befreien. 

Die meisten Gebete schwenken vor der Klage zur Bitte und zum Vertrauen. So ist auch die Fürbitte ein Teil vieler Gebete. Sich mit anderen Menschen im Gebet zu verbinden, stärkt. Wer mit anderen gemeinsam betet, wird getröstet.

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Weine mit uns

Barmherzig bist du, Gott.
So beten Juden, Christen und auch Muslime.
Barmherziger! Allerbarmer!
Wir sehen jetzt auf eine mutmaßliche Bluttat.
Ein LKW ist wenige Tage vor dem Heiligen Abend
in einen Weihnachtsmarkt gerast.
Zwölf Menschen starben.
Viele sind verletzt.

Barmherziger Gott! Allerbarmer!
Unbegreiflicher!
Und doch: Ewiger Gott!
Du hältst die Toten und  Lebenden in deinen Händen.
Weine mit uns um die Toten!
Weine mit uns um die Verletzten.
Weine mit uns um die, die im Schrecken leben.
Weine mit uns um die, die ihre Lieben verloren haben.
Weine mit uns, wie Jesus um die Seinen geweint hat.
Das tröstet etwas – vielleicht.

Amen.

(Pfarrerin Doris Joachim-Storch)

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Gebet über die Katastrophe in Berlin

Kein Frieden auf Erden,
sondern Weinen und Klagen.
Angst und Schrecken.
In Berlin.
Da rast einer mit einem Lastwagen in die Menge.
Auf einen Weihnachtsmarkt.
Er tötet 12 Menschen, mindestens.
Er verletzt viele andere.
Die gleiche Vorgehensweise wie in Nizza.
Das war am 14. Juli dieses Jahres.
Die gleiche blinde Gewalt.
Der gleiche Hass auf glückliche Menschen.
Das sagt der Bürgermeister von Nizza.

Wir fühlen mit.
Die Welt fühlt mit.
Darum sind wir hier zusammen.
Wir suchen Hilfe. Unsere Kraft ist zu klein.
Vor Gott bringen wir unsere Trauer.
Unsere Wut. Unsere Ohnmacht.

Amen

(Pfarrerin Doris Joachim-Storch)

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Zorn über Gott

Gott, ich verstehe dich nicht.
Abwenden möchte ich mich von dir.
Mich verbergen in meinem Zorn.
So wie du dich verbirgst.
Und doch kann ich nicht anders – ich muss reden.
Reden mit dir.
Damit der Zorn sich nicht in die Seele frisst.
Damit das Herz nicht eng wird und ängstlich.
Damit die Wut nicht zur Rache drängt.

Und ich bitte dich, du unbegreiflicher Gott:
Höre die Toten.
Höre die Trauernden.
Höre unsere Sorge um den Frieden.
Amen.

(Pfarrerin Joachim-Storch)

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Gebet gegen die Angst

Lesen Sie dieses Gebet am besten laut.

Herr, die Angst kreist mein geordnetes Leben ein.
Ich fürchte mich und weiß doch nicht genau wovor.
Die Nachrichten melden Mord und sinnlosen Tod.
Noch bin ich weiter weg. Und ich kann nichts tun.
Warum geschieht solche Gewalt?
Woher kommt dieser Hass?
Ich bin wie gelähmt und wage mich nicht heraus.

Herr, ich bitte Dich für alle, die sich ängstigen.
Mache sie gefasst und stark.
Ich bete für alle Verletzen und um ihre Gesundheit.
Lass sie wieder heil werden.

Ich denke an die Angehörigen,
die die Schreckensnachricht erhalten.
Tröste sie alle und begleite sie in ihrer Not.
Ich bitte Dich für die Polizei und die Ärzte
und mach mich selbst frei von der Angst.
Amen.

(Pfarrer Hans Genthe)

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Gott, hörst Du nicht das Weinen?

Gott, hörst du nicht das Weinen?
Hörst du nicht das Klagen um die Toten?
Hörst du nicht das Wimmern der Verletzten?
Hörst du nicht das Schweigen der vor Entsetzen Verstummten?
Wo bist du, Gott?
Hast du nicht die bösen Gedanken der Terroristen gehört?

Hast du nicht den Hass gehört, diese Verachtung, die keine Ehrfurcht kennt?
Hast du nicht gehört, wie sie sich zum Töten verabredet haben?

Wo warst, du Gott?
Es sind junge Menschen – so junge Menschen.
Sie töten andere junge Menschen.
Einfach so. Wahllos.
Wie kann es sein, dass sowas passiert?
Immer wieder.

(Pfarrerin Joachim-Storch)

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Gott, sei jetzt mitten unter uns

Wir kommen zu dir, Gott.
Wissen nicht, wohin sonst.
Hin und her geworfen.

Zwischen Entsetzen und Wut.
Zwischen Angst und Trauer.
Nimmt das denn kein Ende?
Dieses Wüten und Hassen?

Lass uns nicht allein, Gott.
Sei jetzt mitten unter uns, wenn wir beten.
Verbinde uns miteinander.
Verbinde uns mit allen Menschen,
die entsetzt sind und wütend,
die Angst haben und trauern.

Amen.

(Doris Joachim Storch)

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Bitten gegen die Angst

Gott, wir haben Angst. Der Terror hört nicht auf.
Schütze uns auf unseren Straßen und Plätzen, auf unseren Reisen und Wegen.
Schütze unsere Kinder, die uns ihre Lebensfreude schenken.
Schütze unsere Jugendlichen, die mit Zuversicht und Tatkraft die Weichen in ihrem Leben stellen.
Schütze unsere Frauen und Männer, die jeden Tag ihr Bestes geben.

Gott, wir bitten dich für die, die vom Hass zerfressen sind:
Reiß die Mauern um die Herzen der Menschen ein,
die verlernt haben zu lieben,
die verlernt haben, die Würde der Menschen zu achten,
die verlernt haben, dem Leben zu dienen.
Gott des Friedens und der Liebe,
bleib bei uns.
Amen

(Rita Deschner / Martin Vorländer)

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Fürbitte

Gott, höre das Seufzen in Berlin.
Kurze Stille

Höre das Weinen derjenigen, deren Lieben ermordet wurden.
Kurze Stille

Höre das Klagen derer, die verletzt sind.
Kurze Stille

Höre das Schweigen derer, die zu Tode erschrocken sind.
Kurze Stille

Höre auch das Wüten unserer Herzen.
Kurze Stille

Höre auch unsere Mutlosigkeit.
Kurze Stille

Höre uns, wenn wir jetzt in der Stille unsere Bitten vor dich bringen.
Längere Stille

Gott, wir wollen uns nicht anstecken lassen vom Hass.
Wir wollen uns nicht einschüchtern lassen.
Wir wollen den Frieden sehen.
Im Gesicht deines Sohnes.
Verletzlich zwar.
Mitten im Finstern, und dennoch:
Hell und mächtig.

Amen.

(Pfarrerin Doris-Joachim Storch)

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Gebet zur Nacht

In deine Hände lege ich
meine unruhigen Gedanken,
meine wirren Gefühle,
mein Leben.

In deinen Schoß lege ich
meinen müden Kopf,
die Früchte meines Tuns,
meine Sorgen.

Unter deinen Mantel lege ich
meinen schutzlosen Leib,
meine verwundete Seele,
meinen angefochtenen Geist.

In deine Hände lege ich
meine Freunde,
meine Feinde,
mein Leben.

Amen

(Unbekannter Verfasser)

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Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19, 10

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/Indars Grasbergs

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