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Zu den Terroranschlägen in Brüssel

Aus Angst kann Hass werden – oder Hoffnung

alptraum/istockphoto.comZerschossene Scheibe

Die Bombenanschläge am Brüsseler Flughafen und in einer Metrostation haben viele Menschen das Leben gekostet, die Zahl der Verletzten ist hoch. Die Stadt war wie gelähmt. Und Brüssel ist nicht nur die Hauptstadt von Belgien, sondern auch das politische Zentrum Europas. Nicht zuletzt deswegen betrifft der Terror von Brüssel auch uns. Pfarrer Helwig Wegner-Nord fragt sich, ob Terroranschläge nach und nach zur Normalität in Europa werden.

Nicole KohlheppHelwig Wegner-NordHelwig Wegner-Nord

Ich habe gedacht: nicht schon wieder! Nicht schon wieder ein Terroranschlag, nicht schon wieder ein Selbstmordattentat. Erst Paris. Dann Istanbul, danach Ankara. Und jetzt Brüssel. Geht das immer so weiter? Kann denn nicht mal Schluss sein? Ist das unsere Zukunft, dass wir nur mit Angst Flughäfen betreten und Züge besteigen? Ich merke, dass ich sogar die Gesichter fremder Menschen auf der Straße kritisch mustere: führen die was im Schilde oder sind sie harmlos?

Ich bin erschüttert und viele mit mir. Was tun Menschen einander an?

Mir kam es so wie ein düsteres Sinnbild unserer Zukunft vor, als gestern die Menschen in Brüssel ihre Wohnungen und Büros nicht mehr verlassen haben. Die Autobahn zum Flughafen war leer und auf den Straßen und Plätzen waren nur noch Polizei und Militär zu sehen.

Ich bin erschüttert, weil ich die wachsende Angst spüre, die in unser – im Großen und Ganzen – ruhiges und sicheres Leben einzieht. Und zusammen mit der Angst wachsen Aggression und sogar Hass.

Wie schön wäre es, wenn nach einem solchen Anschlag wie dem gestern in Belgien eine Zeit lang geschwiegen würde. Einfach mal still sein. Nicht klug sein wollen und nicht alles erklären wollen, was da passiert ist. Nicht als Politiker und nicht als Stammtischbruder. Einfach mal ruhig sein. Und traurig sein. Mal ganz still bei mir selbst schauen, ob sich meine Angst schon zu Hassgefühlen entwickelt hat.   

Ich weiß, dass ich immer wieder Angst in meinem Leben spüren werde. Aber daraus muss kein Hass werden.

Wenn ich sehe, wie immer wieder Menschen trotz allem für eine friedliche Welt einstehen –

wenn ich sehe, dass Menschen in Gottes Namen gegen Armut aufstehen und gegen Rassismus kämpfen – 

wenn ich sehe, wie Menschen verschiedener Religionen und Nationen einander die Hände reichen –

dann weiß ich, dass aus der Angst nicht Hass werden muss, sondern auch Hoffnung wachsen kann.

 

Pfarrer Helwig Wegner-Nord
„Zuspruch” in hr1 und hr2

 

 

 

 

Glück ist Verbundenheit,
also eben nicht die unverbundene Selbststeigerung,
die alles andere benutzt zur eigenen Optimierung.

(Fulbert Steffensky)

Johannes 1,16

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Quelle: gettyimages, rusm

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