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Antike Spiele: Frauen und Sklaven ausgeschlossen

Dabeisein ist alles?

istockphoto, ZU_09Iphigenie, Orestes und Pylades, griechischen Mythologie, Holz-Gravur, veröffentlichte 1880 Vektor IllustrationVerheiratete Frauen durften bei den Wettkämpfen nicht teilnehmen; bei Wagenrennen wurde allererdings statt dem Wagenlenker dem Rennstallbesitzer der Sieg zugesprochen - auf diese Weise wurde eine Rennstallbesitzerin zweifache Olympiasiegerin - doch für Frauen gab es die Heraia-Wettkämpfe zwischen den Olympischen Spielen

Die Tischtennisspielerin Sabine Jane Winter aus Bad Soden ist eine der 449 Athletinnen und Athleten aus Deutschland, die an den Olympischen Spielen 2016 teilnimmt. Undenkbar im alten Griechenland: Als Sportlerin konnte eine Frau damals nicht teilnehmen. Doch es gab eine Ausnahme.

Olympia war in der Antike ein Symbol für Eintracht und ein Zuschauermagnet. Ganze Menschenmengen pilgerten zu den Spielen. Trotzdem war Olympia ein ziemlich exklusiver Club. Zuschauen durften vor allem Männer. Frauen hatten eine Chance auf ein Eintrittsticket, nur solange sie ledig waren. Verheiratete Frauen durften nicht ins Stadion. Schwacher Trost für sie: Das Zuschauen war eine Tortur, denn die Spiele fanden bei praller Sonne im August statt.
Die Kriterien für die Wettkämpfer waren noch enger gefasst. Athlet in Olympia konnte nur sein, wer ein freier griechischer Vollbürger war. Sklaven und Zugereiste waren ausgeschlossen. Gotteslästerer und Verbrecher sowieso.

Verkleiden nicht möglich

Um sicher zu stellen, dass sich keine Frau in Männerkleidern unter die Läufer oder Diskuswerfer mischt, mussten die Wettkämpfer nackt antreten. Das hatte zugleich den Vorteil, dass keiner einen Dolch in seinem Gewand verstecken konnte, um damit den Gegner „auszustechen“. Das steckt bis heute im Wort Gymnastik. Es bedeutet „mit bloßem Körper Sport betreiben“ (vom griechischen „gymnos“ = nackt; unbewaffnet). Gymnasium ist also ursprünglich eine „Nacktsport-Anstalt“.
Das Gebot, unbekleidet zu sein, wurde um 400 vor Christus auch auf die Trainer ausgeweitet. Eine Frau namens Kallipatira hatte sich nämlich unter die Ausbilder gemogelt. Als ihr Sohn gewann, sprang sie auf – anscheinend so begeistert, dass jeder sah: Der Mann ist eine Frau.

Eine Chance für Pferdebesitzerinnen

Frauen konnten trotzdem bei den Olympischen Spielen gewinnen. Vorausgesetzt, sie besaßen einen Rennstall. Den Siegeskranz beim Wagenrennen bekam nämlich nicht der Wagenlenker, sondern der Inhaber der Pferde - oder eben die Inhaberin.

Auf einem guten Weg

Olympia – eine geschlossene Gesellschaft vor allem für Männer. Heute ist es selbstverständlich, dass Frauen als Sportlerinnen teilnehmen. Und wie sieht es aus mit Blick auf das Internationale Olympische Komitee? Die Überzahl der männlichen Mitglieder ist deutlich, aber es gehören u.a. auch Frauen wie Beatrice Allen aus Gambia, Prinzessin Anne aus Groß-Britannien oder die ehemalige deutsche Degenfechterin Claudia Bokel dazu.

Religion ist das,
was uns unbedingt angeht.

(Paul Johannes Tillich)

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