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Jahresempfang Diakonie Hessen

Diakonie will Stachel der Gesellschaft sein

Peter BerneckerGern auf der Bühne„Soziale Gerechtigkeit ist kein kalter Selbstzweck“, sagt Diakoniechef Wolfgang Gern.

Soziale Gerechtigkeit lautet das übergreifende Thema beim Jahresempfang der Diakonie Hessen. Die Diakonie soll um der Menschen willen nerven und ein Stachel in der Gesellschaft sein. Nur so können „alle ohne Ausnahme den Frieden und die Güte Gottes erfahren“, sagt Diakonie-Chef Wolfgang Gern.

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Gesprächsrunde beim Jahresempfang der Diakonie Hessen 2014 Talkrunde im Altarraum am Klavier Stand mit Infomaterial

„Wir wollen, dass keiner verloren geht“, so der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Wolfgang Gern. Beim Jahresempfang der Diakonie Hessen sagte er vor Gästen aus Kirche, Gesellschaft und Politik: „Soziale Gerechtigkeit erfüllt keinen kalten Selbstzweck. Sie bedeutet, dass wir einander mit Güte begegnen und dass wir jeder und jedem das geben, was wir ihm und ihr schuldig sind“. In der Frankfurter jugend-kultur-kirche sankt peter betonte er, dass die Diakonie dafür stehe, dass die Gesellschaft solidarisch bleibe. Dafür müsse sie „ein Stachel im Fleische einer reichen Gesellschaft“ sein.

„Nerven, wenn es um die Rechte und das Wohlergehen von Menschen geht“

Das bedeute, dass die Diakonie zwar „liebenswürdig ist, aber sehr deutlich und unmissverständlich auch nerven kann, wenn es um die Rechte und das Wohlergehen von Menschen geht“, ergänzte Gern. Er unterstrich dies mit Beispielen zur Gemeinwesen-Arbeit, Müttergenesung und Langzeitarbeitslosigkeit. Gemeinwesen-Arbeit greife da, wo Menschen in „sozial prekären Vierteln der Großstädte ohne Versorgung unter sich bleiben“, erklärt Gern. Für diese Menschen sei die Kirche der beste Ort: „Wir wollen eine Kirche der offenen Tür sein, mit der öffentlichen Diskussion, wie Menschen am besten zusammenleben können.“

In seinem zweiten Beispiel fordert der Diakoniechef Hessen und Rheinland-Pfalz auf, dass die Länder „für junge Familien weiter Verantwortung tragen müssen, damit die Menschen nicht überbelastet werden“. Dem Bund wirft er vor, dass staatliche Gelder gegen Langzeitarbeitslosigkeit gestrichen wurden. „Das ist nicht in Ordnung.“ Gern unterstreicht, dass die Diakonie hierbei weiter Verantwortung trage. Etwa durch die Werkstätten, „wo tausende von Menschen tatsächlich ihre Arbeitslosigkeit überwinden konnten“.

Kirche darf Hoffnung nicht aufgeben

Bei all diesen Aufgaben habe gerade die Kirche den Auftrag die Hoffnung nicht aufzugeben. „Zum Nerven gehört dazu, dass man nicht aufgibt. Vor allem, dass man die Menschen für die man eintritt, nicht aufgibt“, so Gern. 

Der theologische Vorstand der Diakonie Hessen, Horst Rühl, hatte in seiner Andacht betont, dass „wir unser Leben so gestalten, dass gerade Menschen in Not und Bedrängnis unsere höchste Aufmerksamkeit erfahren.“ Er sagte, dass Glück dort entstehe, „wo alle Menschen einer Gesellschaft zusammengehören und füreinander verantwortlich sind“.

Wer sind die Geringsten? Und wie kann Ihnen geholfen werden?

So stellten sich auf dem Podium der hessische Sozialminister Stefan Grüttner, die Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten Ulrike Scherf und die Pröpstin des Sprengels Kassel Katrin Wienold-Hocke den Fragen: Wer sind die Geringsten? Und wie kann Ihnen geholfen werden? Die Diskussion moderierte Holger Weinert vom HR-Fernsehen.

EKHN überlegt Flüchtlinge aufzunehmen

Das Gespräch drehte sich nach wenigen Minuten um Flüchtlinge. Sozialminister Grüttner sagte, dass die Aufmerksamkeit besonders den Menschen gelte, „die aus Krisen zu uns kommen“. HR-Moderator Weinert fragte, wie die Kirchen hierbei helfen könnten. Ulrike Scherf antwortete: „Was die Flüchtlingsaufnahme angeht, wünschen wir uns wünschen, dass die Kapazitäten erhöht werden“. Sie betonte, dass hierfür alle „gesellschaftlichen Kräfte von der Kommune, über die Gemeinschaft und Kirchengemeinden gefragt“ seien. 

So überlege die „EKHN als Gesamtkirche in zwei Liegenschaften Flüchtlinge unterzubringen“. Für solche Pläne müsse aber Überzeugungsarbeit geleistet werden: „Gerade diejenigen, die Vorbehalte haben, müssen ihre Ängste aussprechen können und mit ihnen muss an diesen Ängsten gearbeitet werden.“ Daher warnt die Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten vor Schnellschüssen, damit Flüchtlingen ein möglichst guter Start in der Gesellschaft gewährleistet werden könne.

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge,
sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.

Epheser 2,19

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages /nottomanv1

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