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Kirchen übernehmen die Kosten für die Anschaffung des Toraschreines

EKHN und Bistum Mainz unterstützen Neubau der Mainzer Synagoge

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und das Bistum Mainz unterstützen den Neubau der Mainzer Synagoge.

Mainz, 30. Juni 2010. Gemeinsam übernehmen katholische und evangelische Kirche die Kosten für die Anschaffung des Toraschrankes (Aron Ha-Kodesch) für die Synagoge, die gerade nach den Plänen von Architekt Manuel Herz verwirklicht wird. Bei einem Treffen vor dem Neubau am Mittwoch, 30. Juni, dankte die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Mainz, Stella Schindler-Siegreich, dem Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, und dem Kirchenpräsidenten der EKHN, Dr. Volker Jung, für ihr Engagement.

Erkennbarer jüdischer Ort im Stadtbild
Absage an jede Form des Antisemitismus

Kirchenpräsident Jung zeigte sich sehr erfreut darüber, dass die jüdische Gemeinde wieder ein Zentrum für Gottesdienst, Unterricht, Bildung und Gemeindeleben errichtet und betonte dessen Bedeutung für die Stadt: „Die jüdische Gemeinde Mainz hat mit dieser Synagoge endlich wieder einen deutlich erkennbaren Ort im Stadtbild, der einen beachtlichen Beitrag zum gesamten städtischen Leben leistet. Wir hoffen, dass dieses Gotteshaus, ein Segen für das Gemeindeleben der jüdischen Gemeinde in Mainz wird, so wie die Silhouette der Synagoge den hebräischen Buchstaben des Wortes Keduscha (= Segensspruch) nachemp-funden ist. Wir sind dankbar, dass wir zu diesem Neuanfang beitragen können. “ 

Der evangelische Beitrag zum Toraschrein der neuen Synagoge sei „ein konkretes Beispiel unserer Bemühungen, unser Verhältnis zu den jüdischen Schwestern und Brüdern weiter zu verbessern und zu vertiefen“. Jung wies darauf hin, dass der Toraschrein „das Zentrum einer jeden Synagoge“ sei, da hier „das Herzstück jüdischen Glaubens, die Tora“ aufbewahrt werde. Deshalb hätten die Angriffe der Nationalsozialisten im 3. Reich insbesondere auf die Toraschreine in den Synagogen gezielt. Das Geschenk eines neuen Schreines dafür sei deshalb auch „ein bewusstes Zeichen der Absage an jede Form des Antisemitismus“.

Kirche durch untrennbares Band mit dem Judentum verbunden

Kardinal Lehmann erinnerte daran, dass Mainz durch bedeutende Rabbiner zu einem Zentrum der jüdi-schen Lehre und Schriftauslegung geworden sei und zusammen mit Worms und Speyer zu den so genannten Schum-Städten gezählt wurde, den wichtigsten Städten des abendländischen Judentums. Diese große Kultur sei von den Nationalsozialisten zerstört worden, ganz konkret auch im Brand der Mainzer Synago-ge. „Ich bin deshalb sehr froh, dass mit dem jetzt entstehenden Neubau der Synagoge ein Gotteshaus entsteht, das dieser überregionalen Bedeutung gerecht wird.“ Weiter sagte Lehmann: „Die Kirche ist durch ein untrennbares Band mit dem Judentum verbunden. Die Herkunft Jesu aus dem Judentum be-stimmt uns Christen. Deshalb sind wie dankbar, heute der jüdischen Gemeinde in Mainz als unseren älte-ren Brüdern und Schwestern mit dem Toraschrein ein besonderes Zeichen unserer Verbundenheit übergeben zu können.“

Die wirklichen Beziehungen zwischen Menschen
sind immer ein Angewiesensein,
ein Einander-Brauchen.

(Dorothee Sölle)

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