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Ein „Icon“ – ein Zeichen für Frieden

Hessische Friedenspreisträger sprechen in Marktkirche

Dr. Roger TöpelmannMuhammad Ahasfa und James Wuye in der Marktkirchev.l. Muhammad Ahasfa und James Wuye

Kaum jemals zuvor dürfte die Wiesbadener Marktkirche einen symbolträchtigeren Besuch gehabt haben. Zum sonntäglichen Gottesdienst gaben sich am vergangenen Sonntag (27.10) gleich zwei designierte Preisträger des Hessischen Friedenspreises 2013 ein Stelldichein: Der nigerianische Pastor Dr. James Wuye (50) und sein Landsmann Imam Dr. Muhammad Ashafa (54).

Dr. Roger TöpelmannGruppenbild vor der Marktkirchev.l.: Landtagsdirektor Peter von Unruh, James Wuye und Muhammad Ashafa mit Ehefrauen. In ihrer Begleitung beide Ehefrauen, der Vorsitzende des Kuratoriums des Hessischen Friedenspreises, Staatsminister a.D. Karl Starzacher und der Beauftragte der evangelischen Kirchen am Sitz der Landesregierung, Kirchenrat Jörn Dulige

In ihrer Begleitung beide Ehefrauen, der Vorsitzende des Kuratoriums des Hessischen Friedenspreises, Staatsminister a.D. Karl Starzacher, Landtagsdirektor Peter von Unruh, der Imam der Bosniaken in Wiesbaden, Fahrudin Dzinics und der Beauftragte der evangelischen Kirchen am Sitz der Landesregierung, Kirchenrat Jörn Dulige.  

James Wuye begann sein kurzes Grußwort auf Deutsch mit „Guten Morgen“. Nach seiner Erfahrung werbe Gott für Wahrheit unter den Menschen und es gelte deshalb ganz besonders sein Wort zu praktizieren und es damit zu verkünden.

Beide Friedenspreisträger waren 1992 noch Feinde, die in Nigeria einer christlich -fundamentalistischen Miliz beziehungsweise einer radikal-islamistischen Organisation angehörten. 2001 gründeten die beiden Geistlichen das „Interfaith Mediation Centre“, das sich für religiösen Frieden einsetzt. Die beiden Nigerianer bekommen die hohe hessische Auszeichnung – sie ist mit 25.000 Euro dotiert -   am 30. Oktober im Musiksaal des Hessischen Landtags statt (11.00 Uhr) verliehen. Im Nassauischen Landesdom machten sie klar, dass Frieden durch Vergebung möglich ist. 

Muhammad Ashafa nannte es eine große Herausforderung, Feindschaft zu überwinden und Gott in jedem Individuum zu sehen. Dafür stehe auch der Hessische Friedenspreis, dass Menschen zu einem „Icon“, einem Zeichen Gottes und des Friedens werden könnten. Mit einem „Dankeschön“ endete der Imam seinen Appell.  

Auf die Kraft des Friedens ging auch Vikar Dr. Benedikt Hensel in seiner Predigt ein. Der hessische Preis fordere zum Umdenken auf. Echten Frieden könne es nur dort geben, wo der Glaube nicht sich selbst diene, sondern anderen Menschen. „Wir akzeptieren den Anderen, weil er ein Recht dazu hat“, meinte der Theologe. 

Propst Dr. Sigurd Rink hatte Hensel während der Feier ordiniert und ihm damit alle Rechte und Pflichten eines Pfarrers zugesprochen. Er gab dabei der Hoffnung Ausdruck, dass der an der Universität Mainz forschende Wissenschaftler mit seiner Verkündigung ein Abbild Gottes darstellen möge. Hensel wird künftig auch von der Kanzel der Marktkirche zu hören sein. 

Zur Information: 

Der Hessische Friedenspreis wir bereits seit 1994 vom Kuratorium der Albert-Osswald Stiftung verliehen. Unter den Preisträgern waren zahlreiche internationale Persönlichkeiten wie Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama, Daniel Barenboim (Israel), Sam Nunn (USA), Alexander Lebed (Rußland) sowie die Deutschen Christian Schwarz-Schilling und Hans Koschnik.

James Wuye ist Pastor in einer evangelischen Kirchengemeinde in Nigeria. Als er in seiner Jugend einer Predigt zuhörte, fühlte er sich direkt von Gott angesprochen und engagierte sich seitdem in der Kirche in einem christlichen Jugendverband (CVJM von Nigeria). Deren Aufgabe war es, auch die christliche Minderheit in Nigeria vor den muslimischen Einflüssen zu schützen. 

Der Imam Muhammad Ashafa stammt aus einer muslimischen Familie, welche seit der Kolonialisierung durch Großbritannien im 19. Jahrhundert Widerstand gegen den westlich-christlichen Einfluss in Nigeria geleistet hat. Er selbst distanzierte sich aus religiösen Gründen vom öffentlichen Bildungssystem. 

Gut:
Das heißt für mich -
frei und befreit von allem,
was ich aus Angst und Ärger tief
in mir vergraben habe.

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