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Hexenverfolgung

Idsteiner Pfarrer fordern Gedenkgottesdienst für verfolgte „Hexen“

Hulton Archive/Getty Images/istockphoto.comEin Bild aus dem Jahr 1692 über die Hexenprozesse von Salem

„Bis heute sind Verfolgung, Folter und tausendfacher Tod nicht überwunden“, sagt Pfarrer Markus Eisele aus dem Dekanat Idstein. Er ist einer von mehr als tausend Menschen, die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) fordern, dass diese die Hexenprozesse aufarbeitet.

deliormanli/istockphoto.comKerzen in einer Kirche

Predigten gegen „Zauberer“ und Verfolgungen angeblicher Hexen klingen zunächst nach einem katholischen Thema aus dem Mittelalter. Dass aber auch Martin Luther zu einem erbarmungslosen Umgang mit angeblichen „Hexen“ aufrief, hat die Evangelische Kirche in ihrer 500-jährigen Geschichte meist unterschlagen.

Ein klares Schuldbekenntnis

„Als einer der Unterzeichner ist es mir sehr wichtig, dass im Zuge der Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum die Evangelische Kirche ein klares Bekenntnis zur Schuld in ihrer Geschichte ausspricht. Bis heute ist das Versagen der Kirche gerade mit Blick auf die Hexenprozesse ein schwerwiegendes Glaubenshindernis“, so Eisele. Bereits der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hatte Luthers Haltung zur Hexenverfolgung als „Beleg einer todbringenden Intoleranz und dunklen Schatten der Reformation“ erkannt. 

„Unsere Schwestern und Brüder“

Die Unterzeichner fordern, dass die EKD alle Opfer der Hexenprozesse in den evangelischen Gebieten Deutschlands umgehend rehabilitiert. Denn neben der körperlichen Bestrafung verdammten evangelische Pfarrer auch die Seelen der verurteilten „Hexen“ und schlossen sie somit aus den christlichen Gemeinden aus.

Das Evangelische Dekanat Idstein hat im Mai 2015 in einem Gottesdienst vorgemacht, wie das aussehen könnte. Damals sagte Pfarrer Michael Koch: „Wir wollen die Ausgegrenzten aus dem Dunkel der Vergessenheit zurückholen, ihnen ihre Würde und Christenehre wiedergeben. Diese Männer, Frauen und Kinder waren und sind unsere Schwestern und Brüder im Glauben. Ihre Namen wurden mit Füßen getreten, ihre Körper geschunden, ihre Leiber verbrannt, ihre Asche in alle Winde verstreut. Wir heben ihr Andenken aus der Asche auf."

Wer eins ist mit sich selbst, ist stark.
Aber wer ist das?

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