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Evangelische Kindertagesstätte

Kinder erleben Abenteuer „Leben ohne Strom“

Selim Zillich-ÜnalDie Kinder der evangelischen Kita im Frankfurter Gallusviertel erlebten einen Tag lang, wie es sich ohne Strom lebt - begeistert rösteten sie Stockbrot über dem Feuer

Einen Tag lang sollte der Strom in der evangelischen Kindertagesstätte Frieden im Frankfurter Gallus abgestellt werden. Die Erzieher waren gespannt: Wie würden die Kinder auf das Umweltexperiment reagieren?

Was wäre, wenn es keinen Strom mehr geben würde? Wie sähe unser Alltag aus, wenn wir auf Herd, Spül- und Kaffeemaschine verzichten müssten? Diese Fragen hat das Experiment beantwortet, an das sich die evangelische Kindertagesstätte Frieden im Frankfurter Gallusviertel Ende August 2013 heran gewagt hat. Die Kinder und ihre Erzieherinnen und Erzieher verzichteten einen Tag lang auf Strom und Wasser - aus hygienischen Gründen funktionierte nur die Toilettenspülung.

Raus aus der Komfortzone

Viktoria (5) stand mit ihrem Stockbrot tapfer vor dem Lagerfeuer. Sie hielt ihren Stock ins Feuer, doch wie die anderen Kinder auch, rieb sie sich nach einiger Zeit die Augen. ,,Ich brauche eine Pause, meine Augen tun weh,“ beklagte sich Viktoria über die Hitze, die vom Lagerfeuer ausging. Sie zog sich auf eine der Bänke zurück. Doch lange ließ sie sich nicht abhalten: Nach einer Weile stand sie wieder am Feuer, es war einfach zu verlockend, Stockbrot zu backen und davon zu naschen.

Warmes Wasser durch Solar-Dusche

Wer sich vom Lagerfeuer abkühlen wollte, konnte die Camping-Solar-Dusche ausprobieren. Die Dusche bestand aus einem schwarzen Plastikbeutel, der mit Wasser gefüllt war und durch ein Ventil das frische Nass abließ. Durch die Sonnenwärme wird das Wasser im Beutel erwärmt. Nils und Bruno, beide fünf Jahre alt, haben ihre Köpfe darunter gehalten - danach konnten sie sich umziehen. Wenn sie davon erzählen, kommen sie ins Schwärmen: ,,Die Dusche hat uns am meisten Spaß gemacht, da sind wir richtig nass geworden.“


Pädagogischer Effekt

Bei der ganzen Aktion lernten die Kinder auch, was es heißt, sich den Umständen anzupassen. Dazu gehörte auch, dass an diesem Tag die Spülmaschine ausgeschaltet blieb und die Kinder ihre Teller und ihr Besteck selbst waschen mussten. Wie in einer Waschstraße standen deshalb Badewannen mit Spülwasser bereit.

Erwachsene lernen mit

Auch für die Betreuer war es ungewohnt, auf Strom zu verzichten. Michael Thoma, Leiter des Projekts ,,Kita ohne Strom“, hat auch erfahren müssen, was es heißt auf die Kaffeemaschine zu verzichten oder kein internes Haustelefon  benutzen zu können. ,,Wir haben uns dann mit Thermoskannen ausgeholfen und haben mit Zettelchen kommuniziert, auf denen wir Mitteilungen an Kollegen geschrieben haben.“
Michael Thoma hat auch bemerkt, dass er die Umwelt bewusster wahrgenommen hat. ,,Wenn die Straßenlaternen dann um 17 Uhr angehen und es noch hell ist, fragt man sich: Wieso brauchen wir das?“

Gut:
Das heißt für mich -
frei und befreit von allem,
was ich aus Angst und Ärger tief
in mir vergraben habe.

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