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Feier mit psychisch kranken Straftätern in Gießen

Kirchenpräsident Jung hält Gottesdienst hintern Gittern

Einen Gottesdienst in der forensischen Psychiatrie in der Licher Straße in Gießen hat der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Volker Jung am Freitag, 6. August, gehalten.

„Lebens-Wege“ hieß das Thema der Feier in der geschlossenen Abteilung mit psychisch kranken oder geistig behinderten Straftätern.

„Es ist ein Grundzug kirchlicher Arbeit, der Bewegung Jesu nachzugehen, der keinen Menschen verloren gibt“, sagte Kirchenpräsident Jung: „Für diese Botschaft stehen wir ein.“ Sein Besuch in den Kliniken gelte einem Spezialbereich kirchlicher Seelsorge und solle die Arbeit der evangelischen Kirche hervorheben, die in der Regel im Verborgenen geschehe. „Mir liegt daran alle Facetten unseres kirchlichen Dienstes wahrzunehmen“, so Kirchenpräsident Jung. Außerdem wolle er die Wertschätzung der Kirchenleitung der EKHN für alle Mitarbeitenden in den Kliniken und in der Seelsorge, vor allem für die Ehrenamtlichen, ausdrücken.

Jung würdigte bei einem Gespräch mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klinikseelsorge ausdrücklich deren besonderes Engagement. Als Beispiel dafür stellte Wolfgang Michaeli die Malaktionen vor, die regelmäßig für frühere und gegenwärtige Patienten angeboten werden.

Bei der Visite in Gießen traf Kirchenpräsident Jung zudem mit Verantwortlichen der Vitos Kliniken zusammen und sprach mit Geschäftsführer Tim Allendörfer und Personalleiter Joachim Kranz. Allendörfer sprach dabei seinen ausdrücklichen Dank dafür aus, dass die Evangelische Kirche die Stelle eines Seelsorgers an den Vitos Kliniken eingerichtet habe. „Das Angebot der Seelsorge wird rege angenommen“, so Allendörfer.

Organisiert wurde der Nachmittag des Kirchenpräsidenten der EKHN in Gießen von Klinikseelsorger Pfarrer Paulfried Spies. Er ist für die Begleitung von Patienten der Psychiatrie und der forensischen Abteilung zuständig und sagte über seine Arbeit: „Für uns als Kirche ist es wesentlich, dass wir uns auch und besonders den Menschen zuwenden, die an eine Grenze des Lebens gelangt sind. Wir sind Teil der Gesellschaft.“ Zu seinem Dienst gehören regelmäßige Gottesdienste auch hinter den Gittern des Maßregelvollzugs und persönliche Seelsorgegespräche.

Die Station für Straftäter mit verminderter Schuldfähigkeit in Gießen gehört zur Vitos Klinik der forensischen Psychiatrie Haina, einer Einrichtung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen. Die seelsorgerliche Betreuung der Patienten geschieht in ökumenischer Zusammenarbeit zwischen dem evangelischen Psychiatrieseelsorger Paulfried Spies und den katholischen Pastoralreferenten Reiner und Mechthild Brandbeck.

Verantwortlich: gez. Pfarrer Martin Reinel

Du wirst Gottes Kraft in der Schwachheit erfahren,
nicht vorher, nicht daran vorbei.
In der eigenen Schwachheit, in den Dingen,
um die ich einen großen Bogen mache,
meine Tabus, meine wunden Punkte.
Aber es tut nicht nur weh, es tut auch gut,
am wunden Punkt berührt und geheilt zu werden.
Und es führt kein Weg daran vorbei,
wenn es richtig gut werden soll.

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