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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Mehr Besucher in hessischen NS-Gedenkstätten

Gripweed/Wikimedia CommonsEhemalige Schlafräume des KZ Osthofen

Die Besucherzahlen in den hessischen Gedenkstätten stiegen an, während die der rheinland-pfälzischen leicht gefallen sind. Neu sind Themenführungen und Projekttage.

Die NS-Gedenkstätten in Hessen verzeichnen steigende Besucherzahlen. Die Gedenkstätte Hadamar im Landkreis Limburg-Weilburg registrierte im vergangenen Jahr 21.900 Besucher, tausend mehr als 2018. Die Besucherzahlen seien in den vergangenen fünf Jahren ständig gewachsen, teilte die Gedenkstätte dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. 2014 seien es noch 17.200 gewesen. Eine Neugestaltung steht bevor: Im vergangenen November habe der Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen, sich mit 5,42 Millionen Euro an den Kosten zu beteiligen.

Gedenkstätte Hadamar soll umgebaut werden

Der Umbau der Gedenkstätte und der Dauerausstellung werde dieses Jahr beginnen. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf rund 13,5 Millionen Euro. 8,1 Millionen Euro würden je zur Hälfte vom Landeswohlfahrtsverband sowie vom Land Hessen getragen. In der früheren Landesheilanstalt in Hadamar wurden von 1941 bis 1945 rund 10.000 behinderte Menschen in der Gaskammer getötet, weitere 4.500 wurden entweder mit Giftspritzen getötet oder sie verhungerten. 1983 wurde am Ort des Grauens die Gedenkstätte errichtet. Betrieb und Pflege liegen beim Landeswohlfahrtsverband Hessen.

Besucherzahlen der Gedenkstätte Breitenau stiegen leicht

Die Gedenkstätte Breitenau bei Guxhagen im Schwalm-Eder-Kreis verzeichnete in den vergangenen Jahren 6.500 bis 7.000 Besucher bei leicht steigender Tendenz. Im vergangenen Jahr habe es allerdings einen Wechsel der Leitung und einen personellen Umbruch gegeben, teilte die Gedenkstätte mit. Wegen der damit verbundenen geringeren Zahl von Veranstaltungen seien nur gut 5.300 Besucher empfangen worden. Die übriggebliebenen Gebäude des ehemaligen Benediktinerklosters dienten den Nationalsozialisten 1933/34 als Konzentrationslager, später als Lager zur Deportation von Juden und von 1940 bis 1945 als «Arbeitserziehungslager» für Zwangsarbeiter.

Besucherrückgang in KZ-Gedenkstätte Osthofen

Die Besucherzahlen in der rheinland-pfälzischen KZ-Gedenkstätte in Osthofen bei Worms und Hinzert im Landkreis Trier-Saarburg sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. In Osthofen wurden 14.522 Besucher gezählt, 926 weniger als 2018. Gedenkstättenleiter Uwe Bader teilte auf Nachfrage dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit, Ursache für die Entwicklung sei die zeitweise angespannte Personalsituation gewesen. Im zweiten Halbjahr hätten allerdings neue Guides eingestellt werden können. Zusätzliche Schülergruppen könnten außerdem dank der Abordnung von zwei Lehrkräften seit Beginn des laufenden Schuljahres betreut werden.

Neu: Projekttage und Themenführung in der KZ-Gedenkstätte

Die Gedenkstätte habe auch neue Angebote gestartet, so gebe es die Möglichkeit für Projekttage zum Thema Menschenrechte und eine neue Themenführung über inhaftierte Frauen. In der Gedenkstätte im einstigen SS-Sonderlager Hinzert stieg die Anzahl der Besucher hingegen um mehr als elf Prozent auf 11.927. Im Gegensatz zu einigen anderen NS-Gedenkorten in Deutschland gab es weder in Osthofen noch in Hinzert Zwischenfälle mit rechtsextremem Hintergrund.

Das KZ Osthofen war bereits unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten eingerichtet worden. Vom Frühjahr 1933 bis zum Sommer 1934 wurden auf dem Gelände einer einstigen Möbelfabrik vermeintliche oder tatsächliche Gegner des NS-Regimes inhaftiert, vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten. Das Lager in Hinzert war ursprünglich für die Arbeiter der Westwall-Befestigungsanlagen erbaut worden. Ab 1940 wurden dort auch politische Gefangene und Widerstandskämpfer aus Frankreich und den Benelux-Staaten gefangen gehalten.

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Jetzt in diesen Zeiten.
Wo Ungewissheit uns umtreibt.
Vor dem Virus, das sich ausbreitet.
Oh Gott,
wir wollen daran denken,
dass du von Urzeiten her –
deine Hand über uns hältst.

(nach Doris Joachim)

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