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Ausschreitungen verurteilt

Ökumenischer Kirchentag setzt Zeichen gegen Antisemitismus

Peter BongardBettina Limperg und Thomas Sternberg: Die Präsidentin und der Präsident des Ökumenischen Kirchentags 2021Bettina Limperg und Thomas Sternberg: Die Präsidentin und der Präsident des Ökumenischen Kirchentags 2021

Der Ökumenische Kirchentag hat gleicht zu Beginn ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt. Die Leitenden des Treffens Bettina Limperg und Thomas Sternberg verurteilten die jüngsten Ausschreitungen gegen Juden in Deutschland scharf. Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, und der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann warnten eindringlich vor antisemitischem Gedankengut. Auch der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich-Bedford-Strohm meldete sch zu Wort.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Gewalt in Nahost und den damit verbundenen antisemitischen Aktionen in Deutschland und der Bedrohungen Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens erklären die Präsidentin des Ökumenischen Kirchentags Bettina Limperg und Präsident Thomas Sternberg gemeinsam: „Die Bilder, die uns seit einigen Tagen aus Israel und Palästina erreichen, sind erschreckend und wecken schmerzhafte Erinnerungen an die vielen blutigen Ereignisse eines scheinbar nie enden wollenden Konfliktes.“ Sie hofften, auf Frieden im Heiligen Land. Gleichzeitig seien sie „bestürzt und empört darüber, dass der Nahost-Konflikt zum wiederholten Male zur Bedrohung für Jüdinnen und Juden hier in Deutschland wird, indem er zum Anlass genommen wird, antisemitische Haltungen offen zur Schau zu stellen und auch entsprechende Taten folgen zu lassen.“

Limperg und Sternberg: Angriffe auf jüdische Einrichtungen alarmierend

Die Angriffe auf die Synagoge in Bonn, das Verbrennen von Israelflaggen vor der Synagoge in Münster oder die gebrüllten Hetzparolen in Gelsenkirchen bezeichneten sie al „alarmierend“. Es handele sich dabei um die „verabscheuungswürdige Diffamierung von Angehörigen der jüdischen Religion und Kultur“. Limperg und Sternberg erklärten: „Vor diesem Hass dürfen wir die Augen nicht verschließen oder ihn klein reden.“ Es sei „eine ökumenische Aufgabe, unsere jüdischen Geschwister im Kampf gegen den Antisemitismus zu unterstützen“. Es müssten Wegen gefunden werden, „um Vorurteilen zu begegnen, Gewalt, Hass und Hetze zu besiegen und für ein friedliches und respektvolles Miteinander in unserem Land einzutreten".

Schuster: Kampf gegen Antisemitismus auf allen Ebenen fortsetzen

In der auf dem digitalen ÖKT am Freitag ausgestrahlten Veranstaltung "Was tun wir gegen Antisemitismus?" fand auch zuvor der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, deutliche Worte und rief zu einem gesamtgesellschaftlichen Einsatz gegen Antisemitismus auf: „Je früher der Kampf gegen Antisemitismus auf allen Ebenen unserer Gesellschaft einsetzt, desto besser. Das eine Allheilmittel gegen Antisemitismus gibt es nicht, deshalb müssen wir mit unterschiedlichen Mitteln und auf ganz vielen Ebenen den Kampf gegen Antisemitismus fortsetzen und dürfen nicht resignieren."

Feldmann: Antijüdisches Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann betonte in der Veranstaltung die Bedeutung Frankfurts als Mittelpunkt des jüdischen Kulturlebens in Deutschlands: „Kaum eine Stadt in Deutschland wurde so sehr von ihrer jüdischen Gemeinde geprägt wie Frankfurt." Auch er warnte eindringlich vor den Gefahren des alltäglichen Antisemitismus: „Frankfurt ist keine Insel der Glückseeligen. Antisemitismus ist auch in unserer Heimatstadt immer noch Teil des Alltags. Die AfD ist in Frankfurt nicht so stark wie anderswo, aber sie ist, genauso wie antijüdisches Gedankengut, in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Rechtsradikalismus und Antisemitismus sind die größte politische Bedrohung unserer Zeit. Die wichtigste Waffe gegen die menschenfeindliche Ideologie sind politische Bildung und die Demokratisierung von Staat und Wirtschaft."

Bedford-Strohm: Alle verlieren, wenn Gewalt eskaliert 

Zur aktuellen Situation in Israel und Palästina und zu antisemitischen Übergriffen in Deutschland hat sich auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, geäußert. Er erklärte in einer Mitteilung: „Meine Gedanken und Gebete richten sich auf das Heilige Land.  Was in Israel und im Gazastreifen gerade passiert, ist schrecklich. Alle verlieren, wenn die Gewalt weiter eskaliert.“ Er hoffe, dass im Hintergrund intensive diplomatische Bemühungen, auch von der EU und Deutschland, laufen, um dem Frieden wieder eine Chance zu geben. Er ging auch auf die jüngsten antisemitischen Vorkommnisse hierzulande ein. „Besonders erschrecken mich die antisemitischen Demonstrationen auch hier in Deutschland. Politische Diskussionen mit unterschiedlichen Meinungen über den Nahostkonflikt müssen geführt werden. Angriffe auf Synagogen haben nichts, aber auch gar nichts mit Politik zu tun. Sie richten sich gegen die Jüdinnen und Juden als Glaubensgemeinschaft. Mit Meinungsfreiheit hat das nichts zu tun. Denn Antisemitismus ist keine Meinung, sondern eine menschenverachtende Haltung.“

mehr über den Ökumenischen Kirchentag

In der Konzentration auf das, was ist,
kann sich so etwas wie ein Raum öffnen,
ein Gewahrsam schärfen für die Gegenwart Gottes.

(Carsten Tag)

Carsten Tag

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / rusm

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