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Keine weiteren Fälle bekannt geworden / Ein Vorwurf entkräftet

Präventionsmaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch beschlossen

Darmstadt, 15. April 2010. Auf ihrer Sitzung am Donnerstag in Darmstadt hat die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch beschlossen.

Dabei folgte sie den Empfehlungen einer von ihr eingesetzten Kommission. Entsprechend werden alle Ausbildungsgänge darauf hin überprüft, ob das Thema sexueller Missbrauch dort umfassend genug vermittelt wird. Alle Dienststellen erhalten erneut die bereits seit 2002 gültige Handreichung mit Bestimmungen und Ansprechpersonen zu diesem Thema.

Neuer Ansprechpartner mit zusätzlichen Kompetenzen

Die Kirchenleitung hat mit dem Theologen und Psychotherapeuten Wolfgang Kinzinger eine weitere - männliche - Person als Ansprechpartner für Betroffene benannt. Sie reagiert damit auf die Kontakte mit Betroffenen, die ganz unterschiedliche Motive erkennen lassen. Sie reichen von juristischer Aufarbeitung über seelsorgerliche oder therapeutische Hilfe bis hin zu Zeichen der Reue von den Tätern oder der Kirche, deren Repräsentanten die Täter waren. Die bisher schon benannte Ansprechperson Maren Cirkel ist Juristin.

Schnelle Hilfe sicherstellen/Täterstelle einrichten

Auf Bitten der Kirchenleitung bietet das Evangelische Zentrum für Beratung und Therapie am weißen Stein in Frankfurt Betroffenen eine professionelle Soforthilfe ohne Wartezeiten und eine mittelfristige Begleitung an. Die Kirchenleitung bietet an, Kosten für nötige Therapien und Rechtshilfe im Zusammenhang mit der Verarbeitung von sexuellem Missbrauch in ihrem Bereich unbürokratisch zu erstatten. Als Maßnahme zur Vorbeugung gegen sexuellen Missbrauch gab sie den Auftrag, eine eigene Kontaktstelle für Täter oder solche, die fürchten es zu werden, einzurichten.

Ein Vorwurf entkräftet / Zahl der Anzeigen bei zwei geblieben

In den vergangenen drei Wochen sind der EKHN keine weiteren verwertbaren Vorwürfe oder Informationen über sexuellen Missbrauch bekannt geworden. Insgesamt hat die EKHN in diesem Jahr zwei Strafanzeigen wegen Missbrauchsvorwürfen gestellt und ermittelt gegen zwei weitere Personen. Die Ermittlungen gegen eine dritte Person, einen Pfarrer im Westerwald, wurden in dieser Woche beendet. Angeblich Betroffene hatten bei einem hessischen Radiosender Vorwürfe erhoben. Bei Recherchen vor Ort konnte aber kein Betroffener gefunden werden.

Die EKHN ermutigt Menschen, die in der Vergangenheit in einer Einrichtung der EKHN Opfer sexueller Übergriffe geworden sind, entweder mit der Polizei oder einer kirchlichen Person ihres Vertrauens oder den zentralen Ansprechpersonen der EKHN für Opfer von sexueller Belästigung Kontakt aufzunehmen. Kontaktadressen siehe Anhang.

Gründliche und unabhängige Prüfung der Vorwürfe

Wenn der Verdacht sexuellen Missbrauchs bekannt wird, schaltet die EKHN grundsätzlich die Staatsanwaltschaft ein, außer wenn das Opfer dieses Vorgehen ausdrücklich ablehnt. Damit will die EKHN eine gründliche, sachbezogene und unabhängige Prüfung der Vorwürfe erreichen. Eine Person, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird, wird in der Regel bis zum Ende der Ermittlungen vom Dienst suspendiert. Nach Abschluss eines eventuellen strafrechtlichen Verfahrens führt die EKHN ein eigenes disziplinarrechtliches Verfahren durch. Dabei können auch dann Sanktionen ausgesprochen werden, wenn die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt hat. Die EKHN erwartet von ihren Mitarbeitenden nicht nur die Einhaltung bestehender staatlicher Gesetze sondern auch ein dem Auftrag der Kirche entsprechendes Verhalten. So ist sexuelle Belästigung nicht nach staatlichem Recht strafbewehrt, führt aber in der EKHN zu disziplinarrechtlichen Konsequenzen bis hin zur Entlassung aus dem Dienst.


Verantwortlich: Stephan Krebs, Pressesprecher der EKHN

Wer Halt gewährt,
verstärkt in sich den Halt.

(Martin Buber)

Martin Buber

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages_rusm

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