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Partnerschaft

Schule der indischen Partnergemeinde mit EKHN-Spenden wiedereröffnet

Detlev KnocheNeubau mit den Gebirgszügen des Himalaya im HintergrundNeubau mit den Gebirgszügen des Himalaya im Hintergrund

Die nordindische Region Kashmir ist bekannt für religiöse Konflikte. Die 2010 niedergebrannte Schule der EKHN-Partnergemeinde konnte jetzt mit Unterstützung der EKHN wiedereröffnet werden.

Bildergalerie

Das nach dem Brand im September 2010 zerstörte Schulgebäude (der Bau war weitgehend aus Holz) Der jetzige Neubau Blick in einen Klassenraum Eröffnungszeremonie mit dem symbolischen Anzünden einer Kerze „von der Dunkelheit zum Licht“ (Personen von l.n.r.: Parwez Kaul (Principal der Tyndale-Biscoe & Mallinson Schools), Lily Samantaroy (Ehefrau von Bischof Pradeep Kumar Samantaroy), Oberkirchenrat Detlev Knoche (EKHN), Rajinder Kaul (Leiter der Schule in Tangmarg), Bischof Pradeep Kumar Samantaroy (Bischof der Diözese Amritsar) und Rita Wilson (Mitglied des Aufsichtsrates der Tyndale-Biscoe & Mallinson Society)

Bei Protesten gegen Koranverbrennungen wurde 2010 eine Schule der Partnerkirche der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) angezündet und niedergebrannt. Nun konnte die Schule der Diözese „Amritsar Church of North India“ wiedereröffnet werden.

Die engagierte Haltung der Eltern, das finanzielle Engagement der Diözese, der nahgelegenen Tyndale-Biscoe & Mallinson School und der EKHN, die den Neubau der Schule mit 100.000 € unterstützt hat, machten den Neubau möglich. Aus Hessen kamen weitere kleinere Spendenbeiträge von der Ahmadiyya Muslim Jamaat und einer Moscheegemeinde der DITIP im Dekanat Wetterau, einem der Partnerdekanate der Diözese Amritsar.

Schule als Zeichen des Friedens zwischen den Religionen

Bei der Eröffnung des Schulgebäudes am 2. Mai war die EKHN durch Detlev Knoche, den für Ökumene zuständigen Oberkirchenrat und Leiter des Zentrums Ökumene der EKHN und EKKW vertreten. Der Wiederaufbau der Schule an diesem Ort zeige wie wichtig der Kirche die Bildung sei und nicht nur die eigene Glaubensgemeinschaft im Blick haben dürfe, sagte er in seinem Grußwort. „Damit ist es zugleich ein Dienst am Frieden und ein Zeichen für den Dialog zwischen den Glaubensgemeinschaften in dieser Region.“

Eine christliche Schule mit vielen muslimischen Schülern

Die Schule liegt in der Kleinstadt Tangmarg in Kashmir, der konfliktreichen Grenzregion zu Pakistan. In Kashmir leben überwiegend Muslime. An der Grenze zwischen dem pakistanisch und indisch kontrollierten Teil Kashmirs kommt es immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen. Bis heute ist dort der Grenzverlauf zwischen Indien und Pakistan ungeklärt. Kulturell fühlt sich die größtenteils muslimische Bevölkerung stärker mit dem pakistanischen Teil Kashmirs verbunden als mit dem hinduistisch dominierten Indien. Mit einer hohen militärischen Präsenz versucht die indische Regierung die Kontrolle über die Region zu behalten.

1996 eröffnete die Diözese Amritsar der Church of North India, seit über 30 Jahren Partnerkirche der EKHN, eine Schule für die Kinder der umliegenden Dörfer. Die Schule ist Teil der Tyndale-Biscoe & Mallinson Schule in Srinagar, eine altehrwürdige und renommierte Bildungseinrichtung der Diözese Amritsar. Viele der Schüler sind muslimischen Glaubens.

Wütende Demonstranten zünden Schule an

Im Sommer 2010 war es im Kashmirtal wiederholt zu Protesten gegen die indische Zentralregierung und gegen die USA gekommen. Sie spitzten sich zu, als Gerüchte aufkamen, dass in den USA Exemplare des Korans geschändet worden wären. Die Proteste erreichten auch Tangmarg. Nach einem Demonstrationszug steckte dort eine aufgebrachte Menge verschiedene öffentliche Gebäude in Brand. Auch die Schule der Partnerkirche der EKHN. Der Bau war weitgehend aus Holz und brannte nahezu vollständig nieder.

Wiedereröffnung nach zwei Jahren

Die Diözese, die Tyndale Biscoe and Mallinson Schule und die überwiegend muslimischen Eltern haben von Anfang an den Wiederaufbau der Schule angestrebt. Mit Hilfe der indischen Regierung und des Bundesstaates Jammu und Kashmir wurden zunächst Behelfsgebäude errichtet, um die Schülerinnen und Schüler weiter unterrichten zu können. 2014 erhielt die Diözese die Genehmigung zum Wiederaufbau der Schule. Nach zwei Jahren konnte nun das neue Schulgebäude eröffnet werden. Dort werden jetzt ca. 450 Kinder aus über 130 Dörfern der Umgebung unterrichtet. Zum kommenden Schuljahr soll die Zahl noch einmal erhöht werden.

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge,
sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.

Epheser 2,19

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages /nottomanv1

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