Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der EKHN zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular und auf facebook sind wir offen für Ihre Anregungen.

Menümobile menu

EKD-Synode

Wie wird aus dem ungerechten Krieg gerechter Frieden?

Bildquelle: gettyimages, shaninaFriedenstaubeTrotz ernster Lage für den Frieden beten und sich engagieren

In friedensethischen Fragen gibt es in der evangelischen Kirche unterschiedliche Haltungen, etwa zu Waffenlieferungen. Jetzt hat der EKD-Friedensbeauftragte vor polarisierenden „Schwarz-Weiß-Mustern“ gewarnt. Im Mai 2022 hatte bereits die EKHN-Synode dazu aufgerufen, um die ethisch verantwortbarste Entscheidung zu ringen.

In seinem Bericht über die Friedensarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat der Friedensbeauftragte, Landesbischof Friedrich Kramer, am 7. November 2022 auf der Synode der EKD vor polarisierenden „Schwarz-Weiß-Mustern“ gewarnt. Differenzierung und Vielstimmigkeit - gerade auch in friedensethischen Fragen – seien immer schon Kennzeichen der evangelischen Kirche. „Diese zuzulassen und auszuhalten, ist eine ihrer großen Stärken."

Debatte um Waffenlieferungen

Eine Reduzierung der friedensethischen Debatte auf die Fragen der Waffenlieferungen werde der Komplexität der Problematik nicht gerecht, sagte Kramer und warb für eine differenzierte friedensethische Debatte. Der EKD-Friedensbeauftragte hatte bereits zu Beginn des Ukraine-Krieges Waffenlieferungen abgelehnt. Es gibt aber auch Stimmen aus der evangelischen Kirche wie die der EKD-Ratsvorsitzenden Annette Kurschus, die Waffenlieferungen befürworten. Der Friedensbeauftragte Kramer betonte: „Wir kommen nicht schuldlos aus diesen Fragen heraus, weil der Krieg selbst das Böse ist. Es gibt keinen gerechten Krieg. Und die dringende Frage ist, wie wir aus dem ungerechten Krieg in einen gerechten Frieden kommen können.“ Die EKD will ihre Haltung zum Ukraine-Krieg weiterentwickeln. Deshalb soll jetzt eine neue Friedenswerkstatt die Friedensdenkschrift von 2007 überprüfen. 

Differenzierte Auseinandersetzung

In ihrem Ratsbericht am Vortag hatte sich die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus ebenfalls auf der EKD-Synode zum Krieg in der Ukraine geäußert. Eine Rolle der Kirche sei, „Dilemmata zu formulieren, wo es vermeintlich nur richtig oder falsch gibt“, so Kurschus.
Die EKHN-Synode hatte bereits im Mai 2022 in ihrer Friedensresolution zum Ausdruck gebracht, dass es keine einfachen Lösungen gebe: „Die Dilemmata, in denen mit jeder getroffenen Entscheidung Schuld und auch neue Gefahren verbunden sind, entbinden aber nicht davon, um die ethisch verantwortbarste Entscheidung zu ringen.“
Vor der EKD-Synode im November appellierte jetzt die Ratsvorsitzende Kurschus, dass zur Solidarität mit der Ukraine und zu ihrer militärischen Unterstützung zwingend "Wege zu einem Waffenstillstand" in aller Mühsamkeit gesucht werden müssten. 

Pflicht, leidenden und flüchtenden Menschen beistehen

Kramer unterstrich die volle Solidarität mit der Ukraine und deren Selbstverteidigungsrecht. Zugleich erinnerte er in seinem Bericht an die Pflicht, den leidenden und flüchtenden Menschen der Ukraine beizustehen, sie mit Hilfsgütern, Unterkünften und bei der Aufklärung und Ahndung der Kriegsverbrechen zu unterstützen. Auch in diese Punkten gibt es eine Übereinstimmung mit der Resolution der EKHN-Synode. Ebenso bestehe laut Kramer eine Verantwortung gegenüber Menschen im globalen Süden und Osten, die unter den Folgen des Krieges gegen die Ukraine leiden. „Als Christenmenschen haben wir eine Verantwortung und müssen uns dafür einsetzen, Not und eine extreme Zunahme des Hungers abzuwenden“, so Kramer.

Krieg und Flucht und Klima stärker zusammenzudenken

In der Debatte über den Bericht wurde unter anderem die Notwendigkeit betont, Fragen von Krieg und Flucht und Klima stärker zusammenzudenken, vor isolationistischen Positionen gewarnt und hervorgehoben, dass der Vernichtungskrieg nicht nur zum Ziel habe, ein Land zu erobern, sondern dabei auch Kultur, Sprache und Identität zerstört.   Der Rat der EKD hatte die Konferenz für Friedensarbeit im März beauftragt, ein Konzept für die Weiterentwicklung der friedensethischen Grundsätze der EKD vorzulegen. Daraufhin hatte diese eine Friedenswerkstatt gegründet, um einen breiten Konsultationsprozess anzustoßen.

mehr zum Thema "Frieden statt Gewalt"

mehr über den Krieg in der Ukraine

Smartphone-App „peace and pray“

Themen-Special zur EKD-Synode

Stream zur EKD-Synode

Diese Seite:Download PDFDrucken

Tu, was zu tun kannst.
Und dann ist gut, denn mehr geht nicht.
Alles weitere kann ich in die Hände Gottes legen
und darauf vertrauen, dass er es wohl gut mit mir meint.
(Carsten Tag zu Prediger 9,10)

to top