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Für Kirchengemeinden

Ratgeber: Kirchturm für Falken und Co. bewohnbar machen

NABU/Bernd PetriWanderfalke auf dem Kirchturm der Evangelischen Stadtkirche Groß-Gerau.Wanderfalke auf dem Kirchturm der Evangelischen Stadtkirche Groß-Gerau.

Nicht nur Menschen gehen gerne in die Kirche, sondern auch Tiere: Kirchtürme können gefährdeten Tierarten wie Falken oder Eulen einen Unterschlupf bieten, weil sie hoch und ruhig gelegen sind. Die EKHN kooperiert dazu mit dem Naturschutzbund: „Lebensraum Kirchturm“ heißt die Aktion.

Schon 30 Gemeinden in der EKHN sind bereits dabei und haben ihren Kirchturm fit gemacht für die Vögel. „Wir hoffen mit der Aktion noch weitere Kirchengemeinden zu gewinnen“, sagt Ulrike Scherf, stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN. Wer mit seiner Gemeinde dabei sein will, bekommt Hilfe vom Zentrum für gesellschaftliche Verantwortung und den örtlichen Naturschutzbund-Gruppen.

So gehts:

  1. Ist-Zustand ermitteln: Sind schon Tiere im Turm?
    Steigen Sie in Ihren Kirchturm: Vielleicht sind schon längst Turmfalken, Dohlen, Schleiereulen oder Fledermäuse „eingezogen“.
  2. Stimmen die Voraussetzungen?
    Hat ihr Kirchturm beispielsweise Gitter vor den Öffnungen? Dann müssen diese abmontiert werden, damit Tiere im Turm nisten können. Wenn bsp. ein Falke schon eingezogen ist, kann man die Brutmöglichkeiten immer noch verbessern. Dazu einfach die NABU-Gruppe vor Ort ansprechen - die Experten wissen, welche Möglichkeiten es gibt.
  3. Macht die Gemeinde mit?
    Sprechen Sie mit Ihrem Pfarrer und dem Kirchenvorstand, denn sie fällen auch die Entscheidungen. Wichtig ist auch, mit dem Hausmeister bzw. Küster Rücksprache zu halten: Sie müssen auch unter Umständen bereit sein, für die neuen „Gemeindemitglieder“ zu sorgen. Gibt es bei diesem Schritt Probleme, kann man auch nach Hilfe beim Zentrum für gesellschaftliche Verantwortung fragen. „Grundsätzlich freuen wir uns immer über Rückmeldung während des Prozesses: einfach um einen Überblick über das Engagement zu bekommen“, sagt Maren Heincke, Referentin für den ländlichen Raum des Zentrums Gesellschaftliche Verantwortung.
  4. Sind die Gemeindemitglieder informiert?
    Im Nabu-Shop gibt es Flyer, Poster und viele andere Materialien: So können Sie die anderen Gemeindemitglieder informieren. Auch eine Veranstaltung zu dem Thema bietet sich an: Einfach einen NABU-Experten zum Kurzvortrag einladen.
  5. Können die Nistmöglichkeiten verbessert werden?
    Jeder Vogel nistet anders - deswegen gibt es auch für alle Arten unterschiedliche Nistkästen. Die kann man entweder kaufen oder selbst basteln. Auf der NABU-Seite findet man die Bauanleitungen. Das Zentrum für Gesellschaftliche Verantwortung kann unter Umständen die Materialkosten übernehmen.
  6. Umbaumaßnahmen planen
    Manchmal müssen größere Umbaumaßnahmen im Turm stattfinden - dann muss die Bauabteilung der Kirchenverwaltung der EKHN mit ins Boot geholt werden. Bei größeren Umbaumaßnahmen übernehmen eventuell die staatlichen Umweltbehörden einen Teil der Kosten. Auch darf zu Nistzeiten nicht in das Geschehen eingegriffen werden. In beiden Fällen steht das Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung mit Rat zur Seite.
  7. Alles geschafft?
    Dann ist es Zeit, um Ihr Engagement dem NABU mitzuteilen. Denn dafür gibt es die Plakette und Urkunde „Lebensraum Kirchturm“. Ihre Kirche gehört dann zu den über 800 in Deutschland ausgezeichneten. „Die Plakette soll eine Anerkennung sein, dass Kirchengemeinden sich engagieren und dauerhaft für Biodiversität einsetzen“, so Maren Heincke.

Tipps des Nabu: So bringen Sie Leben in den Kirchturm

Ansprechpartner im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN: Dr. Maren Heincke

 

 (Jakob Dettmar)

Gott stellt unsere Füße auf weiten Raum
und ich glaube, er tut das auch durch die,
die mit uns leben.

(Melanie Beiner zu Psalm 31,9)

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