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Notre-Dame

„Spenden für den Wiederaufbau von Notre-Dame oder für die Armen?“

(c) Dekanat / H. BeckEin Bild der Die Kathedrale Notre Dame am Tag nach dem Brand.Die Kathedrale Notre Dame am Tag nach dem Brand

Pfarrerin Heike Beck war mit ihrer Familie in Paris, als Notre Dame brannte. Sie schildert ihre Gedanken dazu und zum Wiederaufbau.

(c) Dekanat / Fotostudio9Pfarrerin Heike BeckPfarrerin Heike Beck

„Am Montag vor Ostern besuchte ich mit meiner Familie Paris, just an jenem Unglückstag des großen Brandes von Notre Dame. Ein Schritt vors Hotel genügte, um die Rauchsäule in Augenschein zu nehmen, die sich über ganz Paris gelegt hatte“, erinnert sich Pfarrerin Heike Beck. Die Ökumenepfarrerin im Dekanat Rheingau-Taunus war bei dem Großbrand der Pariser Kathedrale Notre-Dame vor Ort. Sie erinnert sich an den Schock und die Sorge „ob Teile der 800 Jahre alten Kirche den Brand überhaupt überstehen oder ob nur ein rauchgeschwärzter Trümmerhaufen übrig bleiben“ werde. 

Verantwortung nicht delegierbar

Der Brand der Kirche am Abend des 15. Aprils hat weltweit zu einer großen Spendenbereitschaft geführt. Innerhalb weniger Tage kam etwa eine Milliarde Euro zusammen. Auch französische Regionalverwaltungen und Städte stellen für Notre-Dame Millionen zur Verfügung. Diese „Unsummen“ haben zu der Kritik geführt, warum im Kampf gegen Armut solche Summen fehlen würden. Pfarrerin Beck hält das gegeneinander ausspielen vom „Erhalt eines einmaligen baulichen Kunstwerkes gegen die Bekämpfung von Armut und Umweltverschmutzung“ für unangemessen. Sie unterstreicht: „Dieses Scheinargument suggeriert die Annahme, einzelne Personen könnten mit einer einmaligen Spende den Hunger eines ganzen Landes oder gar Kontinents, für immer?, beseitigen oder die massive Umweltzerstörung, die täglich weltweit betrieben wird, beheben“. Sie sieht die Verantwortung nicht nur beim einzelnen, sondern vor allem in der Politiker und der Wirtschaft.

„Der wahre Wert eines solchen Kirchenbaus lässt sich ohnehin kaum in Zahlen ausdrücken“, so Beck. Notre-Dame sei nicht nur für Christinnen und Christen bedeutsam. Sie sei ein eindrückliches Beispiel dafür, dass Kultur eine herausragende Bedeutung für eine Gesellschaft darstellt. Deutlich werde das „besonders schmerzlich an den Kultstädten, die von Kämpfern des sogenannten IS mutwillig zerstört wurden“. Beispiele wie die Altstadt von Aleppo, die Buddhastatuen von Bamyian oder viele Bauwerke in Palmyra zeigen ihrer Auffassung nach, wie „auf perfide Weise nachhaltig das kulturelle Gedächtnis der Bevölkerung zerstört und damit gleichzeitig ihre kulturelle Identität geraubt“ werde. Die Pfarrerin ist sich sicher: „Eine Gesellschaft braucht Kultur, braucht Monumente der Erinnerung, um sich ihrer selbst bewusst zu werden.“

Unnötige Gräben aufgerissen

Bei der Spendendebatte werde ihrer Meinung nach falsche Gräben gezogen und verschiedene Anliegen „unangemessen vermischt“. Der Dialog über Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung sei wichtig, aber es sei auch gut, dass die Notre-Dame Paris wieder aufgebaut wird. „Für uns alle, und mit dem Geld nicht nur einzelner Spender, sondern vieler, die diese einmalige Kirche auch für weitere Jahrhunderte erhalten wollen.“

Zu Evangelisch im Rheingau und Taunus

Nach Brand in Notre-Dame: So sicher sind die Kirchen der EKHN

Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Matthäus 25, 40

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/ekely

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