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Kirchenpräsident Jung würdigt verstorbenen Großimam Tantawi von der Al-Ahsar Universität in Kairo Mitbegründer der christlich-islamischen Arbeit in der EKHN

„Wichtiger Theologe und Unterstützer des interreligiösen Dialoges“

Kirchenpräsident Dr. Volker Jung hat in einem Kondolenzbrief an den ägyptischen Religionsminister Professor Dr. Mahmoud Zakzouk und an den Rat der Al-Ahsar Universität den verstorbenen Großimam Scheich Al-Ashar Dr. Mohammed Sayed at Tantawi gewürdigt.

Jung bezeichnete Tantawi als „wichtigen Theologen und Unterstützer des interreligiösen Dialoges“, den die Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) als „engagierten Gesprächspartner unserer Kirche“ vermissen werde. Großimam Tantawi habe gezeigt, „wie Religionen in Respekt und Toleranz miteinander in Frieden leben können.

Der 81jährige Tantawi war am Mittwoch, den 10. März 2010, an einem Herzinfarkt gestorben. Er stand der Al-Ahsar und damit der von den meisten sunnitischen Muslimen anerkannten Bildungseinrichtung vor. Bei einem Besuch der EKHN 1997 hatte er einen bis heute andauernden Dialog begonnen.

Jung äußerte die Hoffnung, dass Tantawis Engagement für den interreligiösen Dialog sowie für die Vermittlung zwischen dem traditionellen Islam und der westlichen Welt weiterwirken werde. Tantawi habe auch die Minderheitensituation der Muslime in Europa mit bedacht und damit vielen von ihnen die Integration in die europäische Gesellschaft erleichtert. Besonders durch seinen Einsatz für die Rechte der Frauen habe er dort zum Abbau von Vorurteilen beigetragen.

Wichtige Zeichen für ein friedliches Zusammenleben gesetzt

Wörtlich schrieb Jung: „In einer Zeit, in der Religionen politisiert und zur Legitimation von Gewalt missbraucht werden, hat er mit seinen Rechtsurteilen wichtige Zeichen für ein friedliches Zusammenleben gesetzt. Er hat in Wort und Tat bewiesen, dass der viel beschworene clash of civilizations vermieden werden kann, wenn Christen und Muslime auf das Friedenspotential in ihren Religionen vertrauen.“

Der Besuch Tantawis 1997 in Frankfurt hatte einen bis heute andauernden christlich-islamischen Dialog mit der EKHN eröffnet. Dabei fanden viele Treffen mit Jugendgruppen, Ehrenamtlichen und Mitgliedern der Kirchenleitung statt. Für den ehemaligen Kirchenpräsidenten Dr. Peter Steinacker wurden die theologischen Diskussionen mit Tantawi zum wichtigen Impuls für sein Engagement im christlich-islamischen Dialog. Auf Tantawi geht auch das Dialogprojekt zurück, in dessen Rahmen eine Pfarrerin und ein Pfarrer der EKHN ein Jahr an der Al-Azhar Universität studieren konnten. Das Projekt wird seit einigen Jahren in Beirut fortgeführt.

Darmstadt, 19. März 2010


gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher

Beten mit Worten der Bibel:

Gott,
wir erfassen kaum, was auf Erden ist,
und begreifen nur schwer,
was wir in Händen haben.
Was aber im Himmel ist, wer hat es erforscht?
Und wer hat deinen Ratschluss erkannt?
Es sei denn, du hast Weisheit gegeben und
deinen heiligen Geist aus der Höhe gesandt.
Amen

(Weisheit 9,16 ff)

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