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Deutscher Ethikrat

Embryonentransfer erfordert rechtliche Grundlagen

iLexx/istockphoto.comEmbryonale ZellenSchon bald nach der Befruchtung der menschlichen Eizelle beginnt die Zellteilung; im weiblichen Körper würde sich der Embryo am 5. oder 6. Entwicklungstag in die Gebärmutterschleimhaut einnisten

Der Deutsche Ethikrat sieht es als erforderlich an, die Rahmenbedingungen für die Embryospende/Embryoadoption gesetzlich festzulegen, da es dabei um grundlegende Fragen der familiären Struktur geht, um die Zuteilung von Lebens- und Entwicklungschancen von Kindern sowie die Möglichkeit, elterliche Verantwortung zu übernehmen.

In einer heute veröffentlichten Stellungnahme hat der Deutsche Ethikrat eine Reihe von gesetzlichen Regelungen im Zusammenhang mit der Embryospende/Embryoadoption gefordert. So müsse das Recht der Elternschaft gesetzlich geregelt werden. Dabei sollte die rechtliche Elternschaft bei einem Embryonentransfer dauerhaft von den biologischen Eltern auf das Empfängerpaar übertragen werden. Das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner biologischen Eltern ist ebenfalls zu regeln. Jedes Kind müsse ab Vollendung des 16. Lebensjahres das Recht haben, bei der zentralen Dokumentationsstelle Auskunft zu erhalten, ob und welche Informationen zu seiner genetischen Herkunft vorhanden sind. 

Dazu müssen Spender- sowie die Empfängerpaare vor der Spende bzw. vor der Übertragung über die Übermittlung ihrer Daten an eine zentrale Dokumentationsstelle aufgeklärt werden.


Hintergrund

Die Weitergabe sogenannter überzähliger Embryonen zur Austragung durch Dritte wird mittlerweile in einer Reihe von Staaten praktiziert. Häufig wird in diesem Zusammenhang von einer „Embryospende“ oder „Embryoadoption“ gesprochen.  Auch in Deutschland wird sie spätestens seit 2013 von Fortpflanzungszentren durchgeführt und auch öffentlich angeboten.

Überzählige Embryonen sind befruchtete Eizellen, die für die fortpflanzungsmedizinische Behandlung des Paares, für das sie erzeugt wurden, endgültig nicht mehr verwendet werden können.

Dem Deutschen Ethikrat gehören 26 Vertreter aus Wissenschaft und Kirchen an, darunter auch Bischof Prof. Dr. theol. Martin Hein (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck).

Der Deutsche Ethikrat verfolgt die ethischen, gesellschaftlichen, naturwissenschaftlichen, medizinischen und rechtlichen Fragen sowie die voraussichtlichen Folgen für Individuum und Gesellschaft, die sich im Zusammenhang mit der Forschung und den Entwicklungen insbesondere auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften und ihrer Anwendung auf den Menschen ergeben.

Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Sacharja 9, 9

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von pawel-furman / unsplash

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