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Einfrieren von Eizellen

Mediziner: Social Freezing weckt falsche Hoffnungen

istockphoto.com|Tuned_InSchnuller, der zur Hälfte in Eis liegtSocial Freezing ordne Schwangerschaft und Geburt ökonomischen Zwängen unter, kritisiert die Geschäftsführende Pfarrerin der Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau, Angelika Thonipara.

Fachleute haben in Frankfurt am Main vor falschen Hoffnungen beim Einfrieren unbefruchteter Eizellen (Social Freezing) gewarnt. Viele Frauen kämen zu spät in die Kliniken.

Mediziner haben in Frankfurt am Main vor falschen Hoffnungen beim Einfrieren unbefruchteter Eizellen (Social Freezing) gewarnt. Reproduktionsmediziner Thomas Hahn: „Social Freezing ist nicht geeignet, das gesellschaftspolitische Problem der Vereinbarkeit von Karriere und Familienplanung zu lösen”. Hahn vom Kinderwunschzentrum Wiesbaden sprach am Mittwochabend auf einer von Pro Familia Hessen ausgerichteten Veranstaltung.

Die Frauen kämen zu spät in die Kliniken, bekräftigte Nicole Sänger, Leiterin der gynäkologischen Endokrinologie und Reproduktionsmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt. Berichte über Social Freezing erweckten in vielen Frauen die Hoffnung, in jedem Lebensalter schwanger werden zu können. „Das ist aber falsch”, betonte Sänger. Die Fruchtbarkeit der Frau sinke bereits ab etwa 30 Jahren. Die meisten Frauen seien aber bereits 35 Jahre alt, wenn sie in die Klinik kommen.

Schwangerschaft mit erhöhten Risiken

Um Eizellen entnehmen zu können, müssen diese nach den Worten von Sänger vorher medikamentös stimuliert werden. Bei älteren Patientinnen seien mehrere Zyklen notwendig, um auf die erforderliche Zahl von zehn bis 15 Eizellen zur sogenannten Kryokonservierung zu kommen, dem Einfrieren bei rund minus 190 Grad. Sieben Prozent der eingefrorenen Eizellen führten später zu einem positiven Schwangerschaftstest, was noch nicht bedeute, dass ein gesundes Baby geboren werde, sagte Sänger. Im Falle einer Schwangerschaft müsse von erhöhten Risiken etwa zu Schwangerschaftsdiabetes, Frühgeburt oder Verlust des Kindes ausgegangen werden.

Kritisch bewertete Sänger auch, dass es keine Regelung gebe, was mit eingefrorenen Eizellen geschehe, die nicht genutzt werden. Wenn niemand mehr für die Aufbewahrung bezahle, würden sie aufgetaut und dadurch zerstört.

Social Freezing suggeriert Freiheit

„Social Freezing ist in erster Linie ein Geschäftsmodell”, sagte die Geschäftsführende Pfarrerin der Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau, Angelika Thonipara, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es suggeriere Frauen, sie hätten „die große Freiheit”. Familienplanung bleibe aber weiterhin alleine in ihrer Verantwortung. Social Freezing ordne Schwangerschaft und Geburt ökonomischen Zwängen unter, kritisierte sie.

Breiter diskutiert wird Social Freezing seit zwei Jahren

Damals gaben die US-amerikanischen Unternehmen Apple und Facebook bekannt, Mitarbeiterinnen die Eizellentnahme zu finanzieren, damit diese den Unternehmen in jungen Jahren ohne Unterbrechung zur Verfügung stehen können. Angewandt wird das Verfahren seit vielen Jahren bei Menschen, die sich einer fruchtbarkeitschädigenden Behandlung unterziehen müssen, etwa bei Krebspatienten vor einer Chemotherapie.

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Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Sacharja 9, 9

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von pawel-furman / unsplash

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