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Christusgemeinde Bad Vilbel

Hasskommentare wegen „Allah unser“

Grafik: Sebastian Jakobi

Über 200 teils hasserfüllte Kommentare sind auf die Christuskirche in Bad Vilbel in den sozialen Medien eingeprasselt. Grund war eine angekündigte Gesprächsreihe mit dem Titel „Allah unser“. Der Pfarrer der Gemeinde ist geschockt, aber auch entschlossen, sich nicht einschüchtern zu lassen.

„Unser Gott in Deutschland heißt nicht ALLAH… ihr widerlichen Gotteslästerer und PHARISÄER…PFUI TEUFEL schämt Euch ihr widerlichen Verräter!“  Das ist noch einer der harmloseren Kommentare, die Pfarrer Neumeier kurz vor Start der Diskussionsveranstaltung am 18.11. in Bad Vilbel auf Facebook lesen muss. Ein paar Tage vorher hatte die Gemeinde in den sozialen Medien für die Veranstaltung geworben.

„Islamophobie offenbar total normal für viele“

„Bei der Diskussionsveranstaltung ging es darum, das Verbindende zwischen dem Islam und dem Christentum herauszuarbeiten. Wir werben seit Jahren für ein friedliches Zusammenleben zwischen den  Religionen“, so Pfarrer Neumeier im Gespräch mit der Multimediaredaktion. Geschockt habe ihn vor allem die islamophobe Ausrichtung vieler Kommentare. „Das scheint für viele Menschen in unserem Land offenbar total normal zu sein“, sagt Neumeier.

Es hilft nur: Auf Angst reagieren und weiter aufklären

Gerne hätte der Pfarrer alle Kritiker zu der Veranstaltung miteingeladen. „Das Problem war nur, dass die meisten offenbar aus dem Berliner Raum oder aus Süddeutschland kommentierten“, erklärt Neumeier. Keine Sekunde habe er aber darüber nachgedacht, die Veranstaltung abzusagen: „Es gab auch keine Drohungen, dafür aber jede Menge Kommentare unter der Gürtellinie“.

In der Veranstaltung ging es um ein gegenseitiges Kennenlernen. Die Veranstaltung bestand aus einem Gespräch zwischen einem christlichen und einem muslimischen Ehepaar. „Das dient doch dazu, Feindbilder und Vorurteile abzubauen“, sagt Neumeier. Es ging nicht darum, sich dem Islam irgendwie zu „unterwerfen“, wie es in einigen Kommentaren auf facebook zu lesen war. Es helfe einfach nur Aufklärung, um Ängste vor anderen Religionen abzubauen, sag Neumeier.

Provokante Titel der Gesprächsreihe haben Tradition

Und genau das will die Gemeinde auch weiterhin machen. „Wir lassen uns von ein paar Kommentaren auf facebook nicht einschüchtern“, so der Pfarrer. Schließlich gebe es die Gesprächsreihe bereits seit 1996, und provokante Titel seien Programm. „Die Titel sollen Menschen ansprechen, die mit einem bestimmten Thema ein Problem haben und gesprächsbereit sind“, so Neumeier. Genau so habe man es mit dem Titel „Allah unser“ gehalten. Wer darüber diskutieren wolle, sei eingeladen mitzumachen. Die anderen, die nur hassen könnten, erreiche man sowieso nicht mehr, sagt der Pfarrer.

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge,
sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.

Epheser 2,19

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages /nottomanv1

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