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Tag der Menschenrechte

„Menschenrechte, die nur auf dem Papier stehen, sind keine!“

Jacek Taran

„Die Menschenrechtsverletzungen von heute sind Ursache der Konflikte von morgen“ hat UN-Generalsekretär Kofi Annan 1998 gesagt. Heute ist dieses Morgen von damals. Das zeigt sich zum Beispiel in Syrien: Die Menschenrechtsverletzungen unter dem autoritären Regime Assads führten unter anderem 2011 zum Bürgerkrieg.

Jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern. Und auch die freie Ausübung der Religion gilt für jeden Menschen weltweit. In Deutschland erscheinen die Menschenrechte der Vereinten Nationen banal und sind auch durch das Grundgesetz gedeckt. Das ist aber nicht überall auf der Welt so. Organisationen wie Brot für die Welt, Pro Asyl, Amnesty International oder auch die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte sehen beim Thema noch viel Nachholbedarf.

Zu jeder Zeit für Menschen gültig

Seit über 70 Jahren gibt es die Menschenrechtserklärung schon. Nach dem zweiten Weltkrieg sollten für alle Menschen von Geburt an die gleichen Rechte gelten. Das haben die Vereinten Nationen 1948 beschlossen. Deshalb wurde ein Dokument mit 30 Artikeln veröffentlicht – die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“. Gleich im ersten Artikel heißt es: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Damit gelten die Menschenrechte zu jeder Zeit für jeden Menschen. Zumindest offiziell soll das bei allen Staaten, die die Menschenrechte unterzeichnet haben, so sein. Die Realität aber sieht anders aus. So berichteten Pro Asyl und die ARD-Sendung Monitor zum Beispiel 2017 davon, dass die lybische Küstenwache Retter und Flüchtlinge bedrohen und sie trotz der prekären Lage im Land mit Waffengewalt zurück nach Libyen zwingen.

Menschenrechtler werden bedroht und verfolgt

„Der Kampf für die Menschenrechte steht niemals still“, sagt Martin Lessenthin, der Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte. Lessenthin weist darauf hin, dass gerade Menschenrechtler selbst auch bedrängt und verfolgt werden. So gebe es Menschenrechtsverteidiger, die wegen ihres Engagements selbst zu Gefangenen wurden. Damit regt die die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte an, Appelle für die Freilassung von Gefangenen zu unterzeichnen. Und hierbei kann jeder helfen, denn die Unterzeichnung sei auch online möglich, erklärt Lessenthin.

Menschenrechte in der evangelischen Kirche

Auch der EKD ist es sehr wichtig, dass sich Christen und Christinnen im ganzen Land mit Menschenrechten auseinandersetzen. Deshalb erscheint jährlich am Tag der Menschenrechte ein Materialheft, das einen bestimmten Aspekt des Themas näher beleuchtet. Dieses Jahr geht es dabei um „Menschenrecht und Digitalisierung“. So verstecken sich zum Beispiel viele Menschen in sozialen Netzwerken hinter anonymen Profilen, um Hassbotschaften zu verbreiten. Auch hier – online und anonym - findet damit eine Form der Menschenrechtsverletzung statt. „Es bleibt unsere Aufgabe, auch im digitalen Zeitalter an die Voraussetzungen unserer Existenz als Gottesgeschöpfe zu erinnern“, schreibt Bischöfin Petra Bosse-Huber von der EKD als einleitende Worte in der Handreichung.

Tipp: Online-Ausstellung zu Menschenrechten

Wer sich umfassend über die Entstehung und Umsetzung der Menschenrechte informieren möchte, kann dies zum Beispiel bei der Online-Ausstellung zu Menschenrechten von „Pro Asyl“ tun. „Menschen & Rechte sind unteilbar“ heißt die Ausstellung. Diese ist unter anderem mit der Unterstützung der EKHN, der EKKW, der Diakonie Hessen und Brot für die Welt entstanden. Zu sehen ist sie online unter menschenrechte.proasyl.de. Außerdem gibt es die Ausstellung auch immer wieder mal zum Beispiel in Kirchengemeinden oder Interkulturellen Wochen zu sehen, so auch noch im Jahr 2020. Vom amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bis hin zur aktuellen Situation mit Geflüchteten wird ein Blick auf Menschenrechte geworfen. Auch die Umsetzung und Einhaltung der Menschenrechte ist damit für Pro Asyl ein wichtiges Thema, so heißt es in der Online-Ausstellung dazu: „Menschenrechte, die nur auf dem Papier stehen, sind keine!“ Als Beispiel hierzu wird Rosa Parks angeführt, die sich 1955 in einem Bus in das vordere Abteil gesetzt hat, das damals nur den Weißen als Sitzplatz galt. Sie wurde damit zur Menschenrechtlerin in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Auch in der EKHN gibt es solche starken Frauen: Zum Beispiel beim Verein „Frauenrecht ist Menschenrecht“, der 2001 gegründet wurde. Sie beraten beispielsweise Frauen aus Afrika, die in ihrem Heimatland sexuell ausgebeutet wurden.

 

 

Wer Halt gewährt,
verstärkt in sich den Halt.

(Martin Buber)

Martin Buber

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages_rusm

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