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Gastbeitrag zu „Kirche & Politik“

Soll sich Kirche um Politik kümmern?

C. Sommer, MdhsEinmischen für die menschliche WürdeChristliche Positionen in die Gesellschaft hineintragen - einmischen erwünscht

Auf der facebook-Seite der EKHN gibt es hin und wieder verwunderte Kommentare darüber, dass Kirche auch politische Themen aufgreift. Manche vertreten die Auffassung, Kirche solle sich doch lieber ausschließlich um die Glaubenspraxis und Seelsorge kümmern. Diese Diskussion ist im „realen“ Leben nicht anders: Auch Gemeindepfarrer Christian Krüger kommen ähnliche Worte zu Ohren. Er hat über eine Antwort nachgedacht.

[Pfarrer Christian Krüger] Am 28. Oktober ist Landtagswahl. Überall werben die Parteien mit Plakaten um unsere Aufmerksamkeit. Doch wenn sich ein kirchlicher Amtsträger zu politischen Themen in der Öffentlichkeit äußert, dann ist als Reaktion oft zu hören: "Die Kirche soll sich um das Seelenheil kümmern und nicht um Politik." Gerne sagen das die, die gerade Ziel einer Kritik geworden sind. Aber auch christlich engagierte Leute fordern immer wieder Ähnliches, manchmal sogar so weit, dass gesagt wird, Christen sollten sich aus der Politik am besten ganz heraushalten.

Was sagt die Bibel dazu?

Doch solchen Ideen stellt sich die Bibel auf vielfältige Weise sperrig entgegen: "Recht und Gerechtigkeit tun ist dem Herrn lieber als Opfer." heißt es etwa im Buch der Sprüche (Vers 21,3) Auch die biblischen Propheten mischten sich mit ähnlichen Worten immer wieder in die Tagespolitik ihres Landes ein. Denn es ist Aufgabe der Politik, Recht und Gerechtigkeit im Land, in der Stadt, im Dorf herzustellen. Und darum ist es der Auftrag der Christen, dass wir genau dies immer wieder einfordern.

Was ist der Unterschied zwischen tendenziöser Parteipolitik und dem Engagement für ein christliches Menschenbild?

Das ist nicht weniger wichtig, als Gottesdienst zu feiern; es ist ein christliches Grundanliegen, ein Auftrag Gottes an uns. Das bedeutet nicht, dass wir als Christen für eine bestimmte Partei Stellung beziehen müssen. Viele Christen engagieren sich auf unterschiedlicher Ebene in ganz verschiedenen Parteien oder Gruppierungen. Und das ist gut so. Es gibt genug Themen, in denen wir als Christen unsere Stimme erheben müssen, sei es der schützende Umgang mit Flüchtlingen, die Sorge um die Erhaltung unserer Welt oder das Engagement für den Frieden.

Was ist gut für Leib und Seele?

"Gott loben, das ist unser Amt," heißt es in einem Kirchenlied. Und das ist richtig. Doch wir haben als Christen daneben noch ein anderes Amt. Wir haben nicht nur das Leben nach dem Tod im Blick, sondern mindestens genauso das Leben vor dem Tod. Wir sorgen uns um das Heil der Menschen, und zwar des ganzen Menschen, mit Leib und Seele. 

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Pfr. Christian Krüger, Ev.  Pfarrteam Karben

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!

2. Korinther 6, 2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Hans Genthe

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