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„Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“

von Wolfgang Weissgerber

„Zu glauben, man könnte den Rassismus besiegen, indem man ihn ignoriert, ist der größte Fehler, den wir machen können.“ Wer das gesagt hat, muss es wissen: Kevin-Prince Boateng, ein Fußballspieler mit deutscher Mutter und ghanaischem Vater. In Deutschland ist er eine Reizfigur, seit er (im Trikot des FC Portsmouth während des englischen Pokalfinales) kurz vor der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika den damaligen Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft Michael Ballack (damals im Trikot des FC Chelsea) durch ein brutales Foul um die Teilnahme brachte. Von England wechselte der Berliner nach Italien. Nun spielt Boateng wieder in Deutschland – weil ihm in den italienischen Stadien immer wieder blanker Rassismus entgegenschlug.

Man muss die ruppige Spielweise des Neuschalkers Boateng – sein bei Bayern München spielender Halbbruder Jerome ist neben ihm ein sanftes Lamm – nicht mögen. Man darf als Zuschauer auch getrost durch Pfiffe und Buhrufe kundtun, dass man seine Treterei nicht toleriert. Ihn wegen seiner dunklen Hautfarbe zu schmähen, in seiner Nähe Affenlaute hervorzustoßen, wie es in Italien geschah – das geht gar nicht. Was genauso wenig geht, ist die Gleichgültigkeit der anderen Zuschauer, die das achselzuckend hinnehmen. Darüber hat sich Boateng wohl noch mehr geärgert als über die hirnlosen Ausfälle einer kleinen Minderheit. Zu Recht.

Dem deutschen U-21-Fußball-Nationalspieler Danny da Costa vom FC Ingolstadt 04 ist bei einem Zweitliga-Spiel bei 1860 München vor wenigen Wochen übrigens – und keineswegs als erstem dunkelhäutigen Fußballspieler in Deutschland – Ähnliches widerfahren. Auf diesen Vorfall reagierte sein Mannschaftskamerad Ralph Gunesch mit einem viel beachteten Facebook-Eintrag: „Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!“ Bloß wegzuschauen ist zu wenig. Es gibt Dinge, für die gibt es keine Toleranz. Sie dürfen niemandem egal sein. Rassismus zum Beispiel.

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Gut:
Das heißt für mich -
frei und befreit von allem,
was ich aus Angst und Ärger tief
in mir vergraben habe.

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