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Evangelische Positionen

Flagge der EKHN und Kirchenfahne der Evangelischen Kirche in Deutschland© EKHN

Toleranz: Evangelische Positionsbestimmung

von Volker Rahn

Toleranz ist heute mehr denn je gefragt. Menschen aus unterschiedlichsten Regionen und mit unterschiedlichsten Religionen leben immer enger zusammen. Für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist dieser zunehmende Pluralismus der Gesellschaft Herausforderung und Chance zugleich. Es geht darum, die eigene religiöse Einstellung offen zu bekennen und zu leben – ohne den anderen herabzusetzen. Toleranz fordert die Anerkennung des anderen Menschen inklusive seines Glaubens. Nur auf Basis einer gegenseitigen Anerkennung kann sich eine friedliche Streitkultur entwickeln, die einen offenen Dialog über unterschiedliche Denk-, Lebens- und Handlungsweisen ermöglicht.

Zur Toleranz gehören gute Lebensbedingungen

Toleranz hat ihre Grenze dort, wo das Handeln von Menschen das Leben und die Würde anderer gefährdet. Kirche soll hier auch ein Anwalt gegen die Intoleranz sein. Gleichzeitig ist klar: Toleranz fällt nicht vom Himmel. Um sie zu verwirklichen, sind gute Lebensverhältnisse Grundvoraussetzung. Dazu gehören feste Beziehungen und angemessene Bildung. Beides hilft, die eigene Identität zu stärken, um so einen verantwortlichen Umgang mit anderen zu üben. Schließlich ist es wichtig, Menschen eine gute Lebensperspektive zu eröffnen. Unsicherheit ist ein guter Nährboden für Intoleranz.

Toleranz ist mehr als Ertragen und Dulden

Für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat Kirchenpräsident Dr. Volker Jung beschrieben, welch wichtige Bedeutung Toleranz hat. Nach Jung ist es eine der zentralen reformatorischen Einsichten, dass der Glaube von Gott geschenkt wird. Folglich liegt auch die Entscheidung darüber, welche Wahrheit in Glaubensfragen gilt, bei Gott. Menschen können darüber nicht abschließend bestimmen. Hierin gründet das christliche Verständnis von Toleranz. Toleranz muss auch mehr als das Ertragen oder Erdulden anderer Ansichten sein. Toleranz muss zur Anerkennung des anderen führen. Zugleich kann Toleranz aber nicht bedeuten, dass alles gleichgültig und erlaubt ist. Toleranz findet ihre Grenze dort, wo die freiheitlichen Werte einer demokratischen Gesellschaft missachtet werden.

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So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge,
sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.

Epheser 2,19

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages /nottomanv1

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