Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der EKHN zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular und auf facebook sind wir offen für Ihre Anregungen.

Menümobile menu

Warum sollen Christen tolerant sein?

Toleranz-Brille© pixelio.de

Foto: © pixelio.de (www.pixelio.de)

von Birgit Arndt

Warum sollen wir überhaupt tolerant sein gegenüber Fremdem, Ungewohntem und manchmal auch Störendem? – Eine Antwort auf diese Frage gibt die Bibel: aus Liebe. Weil wir als Menschen von Gott geliebt und angenommen sind. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Markus 12,31). Dieser Satz aus dem Alten Testament, den Jesus als eines der wichtigsten Gebote bezeichnet hat, ist berühmt geworden. In einer etwas anderen Übersetzung lautet er: „Liebe deinen Mitmenschen, denn er ist wie du.“ – Das ist ein starkes Wort. Und oft eine starke Herausforderung. Denn wie oft erleben wir das Trennende stärker als das Verbindende.

Leichter zu erfüllen erscheint auf den ersten Blick eine andere biblische Aufforderung zur Toleranz: „Und wie Ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut auch ihnen“ (Lukas 6,31) –in der Kurzform im Alltag oft zu hören als „Wie du mir, so ich dir“. Allerdings zeigt sich im Alltag oft, dass die Wahrnehmung darüber, wie andere handeln und wie ich selbst, sehr weit auseinander gehen… In seiner Wahrnehmung extrem aufmerksam zu sein, dazu regt auch ein Satz aus der Bergpredigt (Matthäus 7,3) an: „Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?“ Wie hier fordert uns die Bibel immer wieder auf, unsere eigenen Fehler und Schwächen zu erkennen, bevor wir die – vermeintlichen oder tatsächlichen – Schwächen unserer Mitmenschen kritisieren. Sicherlich eine gute Grundvoraussetzung für tolerantes Verhalten! Selbstgerechtigkeit hält Jesus auch den Schriftgelehrten und Pharisäern vor, als sie die Steinigung der Ehebrecherin fordern, indem er ihnen zuruft: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“ (Johannes 8,7). Bekanntlich schlichen sich die Pharisäer und Schriftgelehrten damals davon. Und auch heute würde es schwierig, jemanden zu finden, der ohne Fehler ist. Der nicht manchmal andere stört und sie vor den Kopf stößt. Das sollten wir uns als Christinnen und Christen immer wieder vergegenwärtigen, bevor wir das nächste Mal damit beginnen, verbal mit Steinen zu werfen.

Wie schwer es ist, diesen Aufforderungen nachzukommen, wusste auch Paulus, als er die Gemeinde in Ephesus ermahnte: „Ertragt einer den andern in Liebe“ (Epheser 4,2). Was will er uns damit sagen? Vielleicht: So einfach ist das nicht mit der Liebe. Manchmal reicht es nur zum „Ertragen“. Aber die Liebe hilft, das Fremde, das Ungewohnte und manchmal auch das Störende an sich heranzulassen. So geht es sicher auch Gott, denn er muss ja auch uns ertragen. Wie schafft er das nur? Vielleicht, weil er einen jeden von uns geschaffen hat, uns liebt und uns auch mit unseren Fehlern annimmt.

Diese Seite:Download PDFDrucken

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge,
sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.

Epheser 2,19

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages /nottomanv1

Zurück zur Webseite >

to top