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Miss Germany 2016

Schönheitskönigin lebt ihren Glauben

Filipe RibeiroLena Bröder Miss Germany 2016Lena Bröder Miss Germany 2016

Vom Klassenzimmer in den Model-Zirkus: Lena Bröder ist die amtierende Miss Germany 2016. Die 27-Jährige studierte in Kassel katholische Theologie für das Lehramt. Mit dem Evangelischen Pressedienst sprach sie über ihren Glauben.

epd: Frau Bröder, Sie sind seit etwas mehr als einem halben Jahr Miss
Germany. In der Öffentlichkeit stehen Sie fest zu Ihrem christlichen
Glauben - welche Reaktionen bekommen Sie darauf in der
Model-Glitzerwelt?

Lena Bröder: Die Resonanz ist sehr positiv. Viele Menschen
interessieren sich für meinen Glauben, viele fragen nach. Damit habe
ich gar nicht gerechnet - denn der Glaube ist für mich etwas
Stinknormales. Das ist einfach Alltag. Durch den Miss-Titel kann ich
nun Werbung für die Kirche und den Glauben machen. Ich kann zeigen,
dass Glaube nichts Altes, Verstaubtes ist. Klar, ich lebe in zwei
verschiedenen Welten, aber ich sehe darin keinen Widerspruch. Die
Schönheit eines Menschen hat nicht nur mit dem Äußerlichen zu tun.
Und auch in der Bibel ist ja immer wieder von Schönheit die Rede, zum
Beispiel von der Schönheit der Schöpfung. Negative Reaktionen auf
meinen Glauben habe ich kaum bekommen. In den sozialen Medien gab es
einige negative Kommentare. Ich reagiere darauf nicht. Schade, dass
sich manche Leute dort so etwas herausnehmen, obwohl sie mich doch
gar nicht persönlich kennen. Ich gehe mit meinem Glauben so um wie in
meinem Religionsunterricht: Ich kann und will niemanden bekehren.
Aber ich kann meinen Weg zeigen.

epd: Im Sommer haben Sie Papst Franziskus getroffen. Was bedeutet
diese Begegnung im Rückblick für Sie?

Bröder: Das war eine große Ehre für mich. Als ich vor ihm stand, ging
alles ganz schnell. Ich habe ein Selfie mit ihm gemacht. Er war ganz
locker, wirklich cool. Der Papst ist ein Vorbild für mich. Er ist
weltoffen - das hatte der katholischen Kirche in den vergangenen
Jahren ja ein bisschen gefehlt.

epd: Sie schreiben in Ihrem Buch, dass Sie vor Ihrer
Abitur-Nachprüfung in Biologie vor einigen Jahren ganz besonders
intensiv gebetet haben. Welche Rolle spielt das Beten für Sie im
Alltag?

Bröder: Ich bete in Situationen, in denen ich spüre, dass es
gefährlich werden könnte. Ich muss im Moment sehr oft mit dem Auto
reisen, seit März bin ich 30.000 Kilometer gefahren. Mehrfach habe
ich schwere Unfälle gesehen. Ich bete, dass ich heil ans Ziel komme.
Es gibt viele Situationen, in denen man das eigene Leben nicht in der
Hand hat. Besonders stark merke ich das, wenn ich ins Flugzeug
steige. Viele machen sich darüber sicher keine Gedanken, aber mir ist
das immer bewusst. Beten gibt mir in solchen Momenten Vertrauen.
Meine Oma hat immer gesagt: An dem Tag, an dem du kommst, ist der Tag
bestimmt, an dem du gehst. Aktuell komme ich zwar nicht dazu,
regelmäßig zu Gottesdiensten zu gehen. Dafür habe ich einfach zu
viele Termine am Wochenende. Ich gehe aber öfter in eine Kirche, bete
dort und zünde eine Kerze an. Ich empfinde dadurch Sicherheit.

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Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

2. Korinther 5, 17

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Zoltan Tasi/unsplash

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