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Männer in der Bibel

Karsten FinkMänner in der BibelCoole Typen zwischen Versuchungen und Erwartungen

Der Proto-Typ: Adam

Der erste Mann der Bibel: Adam. Der ist erst einmal kein Mann, sondern einfach nur Mensch. „Adam“ bedeutet „Erdling“. Den kleinen Unterschied gibt es im Schöpfungsbericht der Bibel erst einmal nicht. Was Adam cool macht, ist: Er will kein kühler Erdenkloß bleiben. Die ganze Schöpfung liegt ihm zu Füßen. Doch er sehnt sich nach einem Gegenüber für das er sich erwärmen kann. Gott hat ein Einsehen: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“ Darum lässt Gott Adam in einen tiefen Schlaf fallen und baut aus seiner Rippe eine Frau. Adam, wieder erwacht, ist begeistert, als er Eva sieht: „Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch.“ Wann ist ein Mann ein Mann? Wann ist eine Frau eine Frau? In der Bibel kommt der Mensch vor Mann und Frau. Der Proto-Typ in der Bibel steht für die Erkenntnis: Die Menschen brauchen einander. 

Der Arche-Typ: Noah

Gott reichts. Schon nach fünf Kapiteln in der Bibel bereut er, dass er die Menschen geschaffen hat. „Alles Dichten und Trachten des menschlichen Herzens“ sei immer nur böse (1. Mose 6, 5). So lautet der vernichtende Befund. Nur ein einziger Mensch findet Gnade vor Gott: Noah. Er und seine Familie sollen die geplante Sintflut überleben. Außerdem soll Noah von allen Tieren je ein Paar retten. Gott gibt Noah genaue Anweisungen, was dafür zu tun ist. Er soll eine Arche bauen. 

Noah schwimmt gegen den Strom all der anderen um ihn herum. Er ist der Arche-Typ eines Querdenkers. Noch mehr: eines Voraus-Denkers. Er hat den Mut, sich nicht vom Mainstream treiben zu lassen. Noah steht für die Nervensägen, die sagen: „Stopp! Ihr seid euch alle wunderbar einig und findet euch gut. Aber hier stimmt trotzdem etwas nicht.“ Der Arche-Typ Noah muss aufpassen, dass er nicht zum Terroristen mutiert. Frei nach dem Motto „Nur ich bin gerecht und alle anderen verdorben.“ Davor bewahrt ihn Gott selbst. Der hat am Ende der Sintflut erkannt: „Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen.“ 

Der Playboy-Typ: David

David ist ein Playboy. Das ist nicht anzüglich gemeint. David spielt. Er spielt Harfe. So gut, dass er an den Hof von König Saul geholt wird. Der König wird von Depressionen geplagt und Rockstar David soll ihn befreien. In der Bibel wird das so beschrieben: Der böse Geist Gottes kommt über ihn. David spielt für Saul so einfühlsam, dass seine Musik den bösen Geist vertreibt. David kann noch mehr als Harfe spielen. Den Riesen Goliat erledigt er spielend ohne Helm und Rüstung nur mit seiner Steinschleuder. 

Der Name David bedeutet „Liebling Gottes“ und dem Namen macht er alle Ehre. David scheint spielend alles zuzufliegen. Er fliegt hoch hinaus: Er wird selbst König von Israel, erringt einen Sieg nach dem anderen und macht Jerusalem zur Hauptstadt, zur Stadt Gottes. Wem alles so leicht von der Hand geht, wird leicht übermütig. David zeigt die dunkle Seite eines Playboy: Er verliebt sich in Batseba. Doch die ist die Frau von Uria. 

Ein David ist gewohnt zu bekommen, was er will. Als oberster Befehlshaber lässt er Uria in erster Frontlinie kämpfen, so dass dieser todsicher fällt. Freie Bahn für David und Batseba. David hat nicht einmal ein schlechtes Gewissen. Da führt ihm der Prophet Nathan vor Augen, welches Unrecht er begangen hat. Der Playboy erkennt seine Schuld und büßt dafür. 

Der Elternzeit-Typ: Josef

„Josef, lieber Josef mein, hilf mir wiegen mein Kindelein“, heißt ein Weihnachtslied. Josef stand eigentlich gar nicht der Sinn nach Eiapopeia. Er brauchte keinen Vaterschaftstest, um zu wissen: Das Kind, das seine Verlobte Maria erwartet, ist nicht von ihm. In seiner Welt war an Intimitäten vor der Ehe nicht zu denken. Nun ist Maria schwanger. Das wird sich nicht lange verheimlichen lassen. Nach damaligem Rechtsverständnis könnte sie als Ehebrecherin gesteinigt werden. Die Situation ist lebensgefährlich für Maria und ihr ungeborenes Kind. Und sie ist eine Zumutung für Josef. Wie kann er an ihre Unschuld glauben? Ihren Tod will er nicht. Auch nicht, dass alle mit dem Finger auf sie zeigen. Aber er will sie heimlich verlassen. 

Einfach weg und irgendwo anders neu anfangen. Vielleicht eine Frau finden, mit der er ganz normal eine Familie gründen kann. Da spricht ein Engel im Traum zu ihm: „Josef, fürchte dich nicht, Maria zu dir zu nehmen. Was sie empfangen hat, das ist von Gott.“ Das macht die ganze Geschichte für Josef nicht leichter. Aber er steht zu Maria und ihrem Kind. Er hilft ihr wiegen ihr Kindelein. Und mehr noch: Er rettet die Familie vor dem König Herodes, der den neugeborenen Jesus töten lassen will. Josef flieht mit Frau und Kind nach Ägypten. Mann kann mal zweifeln. Aber letztlich steht man seinen Mann. So ist der Vater-Typ Josef. 

Der Typ zum Anfassen: Jesus

Jesus war ein Mann. Er wurde nach jüdischem Brauch am achten Tag nach seiner Geburt beschnitten. Mit Adam hat Jesus gemeinsam, dass er noch vor dem Mann-Sein eines ist: Mensch. Ein Mensch, der keine Berührungsängste kennt. Er lässt sich von einer stadtbekannten Sünderin die Füße salben. Mit einem notorischen Betrüger und Geldscheffler setzt er sich an einen Tisch. Er berührt Menschen, die Aussatz haben. Seine Nähe lässt sie ihre Menschlichkeit entdecken. Eine Menschlichkeit, die das ewige Sortieren nach Mann und Frau übersteigt. Der Apostel Paulus beschreibt die Wirkung von Jesus so: „Hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid  allesamt eins in Christus Jesus.“ (Galater 3, 28)

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Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von david-hertle / unsplash

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