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Weggemeinschaft Kontemplation und Mystik

„Mystik wird zu einer Überlebensfrage der Menschheit“

Trout55/istockphoto.comWassertropfen, KreiseMeister Eckart: „Geh in deinen eigenen Grund, denn in deinem Grund ist dein Sein und Gottes Sein ein Sein.“

Wenn du die Welt verändern möchtest, fange bei dir selbst an. Aber wie? Der evangelische Kontemplationslehrer Pfarrer Sven-Joachim Haack hat in der Glaubenspraxis christlicher Mystiker einen Weg erfahren.

privatPortraitDer evangelische Kontemplationslehrer Pfarrer Sven-Joachim Haack

„Die großen Herausforderungen, die sich uns als Menschheit stellen, sind auch spiritueller Natur“, ist sich der evangelische Pfarrer Sven-Joachim Haack sicher. „Durch unsere individuelle Bewusstseinsentwicklung und unsere Arbeit an unserer eigenen Heilung können wir Menschen zu einer schöpfungsfreundlichen und lebensförderlichen Lebenskultur beitragen.“  Pfarrer Haack ist Begründer der „Weggemeinschaft Kontemplation und Mystik“ aus Friedrichsdorf, die regelmäßig zu Vorträgen, Kursen, Trainings und Abenden der Stille einlädt. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Weggemeinschaft beschreibt er für ekhn.de eine kontemplative Übungspraxis:

Anleitung zur Meditation

Dem Göttlichen in sich selbst begegnen

Der evangelische Kontemplationslehrer und Klinikseelsorger Haack macht die Bedeutung und Wirkung mystischer Gebetspraxis deutlich: „Kontemplation ist ein Verwandlungsweg, der in die eigene Tiefe führt und einlädt, die Beziehung zum Göttlichen, zum eigenen Selbst und zu anderen Menschen tiefer zu erfahren. Bei diesem christlichen Übungsweg geht es weniger um ein Tun, sondern mehr um ein Lassen.“ Er erklärt, dass der Gläubige sich in der Kontemplation im Schweigen übe und versuche,  seine Gedanken, Gefühle und Absichten zur Ruhe kommen zu lassen. Dabei orientiere sich die Weggemeinschaft an den alten abendländischen Formen des Gebets der Stille und der christlichen mystisch-kontemplativen Traditionen.

„Kontemplation und Mystik sind etwas zutiefst Heilsames“ 

Haack erklärt: „Die Weggemeinschaft möchte unserer ‚Zuviellisation‘, die durch individuelle und allgemeine Überforderung und Beschleunigung gekennzeichnet ist, zum Innehalten einladen.“  Aufgrund seiner vielfältigen Erfahrungen hat Sven-Joachim Haack, der auch als Klinikseelsorger tätig ist, festgestellt:  „Kontemplation und Mystik sind etwas zutiefst Heilsames.“ Er beschreibt den Prozess: „Mich im Angesicht meiner inneren Turbulenzen tiefer im Raum der Stille und des Gewahrseins zu verankern, kann mir helfen, schädigenden Mustern zu widerstehen, achtsamer zu werden und lebensförderlichere alternative Strategien zu finden. Mich dabei von einer umfassenderen Wirklichkeit getragen zu erleben, kann helfen, das Leben zu wählen.“

Auf das Risiko, dass eine christliche Meditation auch in eine problematische Richtung weisen kann, weist die Theologie-Professorin Sabine Bobert in ihrem Buch "Mystik und Coaching" hin. Vor spirituellem Wahn können unter anderem die Rückmeldungen aus der Gemeinschaft, Korrekturen durch einen Lehrer sowie Rituale schützen. Grundsätzlich vertritt sie aber die Auffassung, dass Selbstheilungskräfte durch Gebet und Meditation aktiviert werden können.

Pfarrer Haack vertritt die Ansicht, dass die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Krisen in der Welt nicht ohne eine Veränderung der inneren Haltung lösbar seien. Denn die Grunderfahrung der Mystiker sei: Ich kann dem anderen nicht schaden ohne mir selbst zu schaden. Haack kommt zu dem Schluss: „Mystik wird zu einer Überlebensfrage der Menschheit.“

Literaturtipps:
Fulbert Steffensky und Dorothee Sölle: Mystik und Widerstand, Januar 2014

Sven-Joachim Haack: Das Gebet der Stille – Eine Hinführung zur Kontemplation, Kaufmann-Verlag, Lahr

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Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Matthäus 25, 40

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/ekely

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