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Das Labyrinth zeigt den Weg in die innere Mitte

Labyrinthe gibt es in fürstlichen Gärten, auf dem Rummelplatz oder in Maisfeldern. Seit einiger Zeit finden Besucher neben der einen oder anderen Kirche ein Gebetslabyrinth. Zwischen all diesen Labyrinthen besteht ein entscheidender Unterschied, die einen sind nämlich Irrgärten, in denen man sich lustvoll verläuft und die anderen sind tatsächlich Labyrinthe mit einer geistlichen Führung. 

Zum Beispiel Schaafheim

Das jüngste Labyrinth hat ein engagierter Kirchenvorsteher in Schaafheim Wirklichkeit werden lassen. Eine Andacht beim Labyrinth im Kloster Höchst war für Horst Bernhardt das Schlüsselerlebnis.  „Ich habe einen Weg in meine innere Mitte gefunden.“ Der gelernte Koch und Caterer schrieb ein Kochbuch, gewann weitere Unterstützer und konnte so die 15.000 Euro aufbringen, die für den Bau eines Labyrinths in Schaafheim nötig waren. Denn ein dauerhaftes Labyrinth aus Steinen mit einer Bepflanzung braucht mehr als ein Rasenlabyrinth.

Und so ist jedes Labyrinth anders. Das Schaafheimer ist ein mit Basaltsteinen eingefasster Kiesweg , der auf den Grundmauern einer alten Kirche angelegt ist. Es liegt genau in der Mitte zwischen Friedhof, Kirche und Aussegnungshalle, zwischen Pfarrhaus, Alter Kapelle, und Gemeindewiese, zwischen Ehrenfriedhof, Pfarrgarten und Gemeindehaus. Am Eingang steht ein alter Grabstein wie ein Türwächter. Man kann sich Kärtchen mit Vaterunser oder Psalm 23 mitnehmen. Und von der Mitte aus schaut man beim Hinausgehen auf die wunderbare Landschaft des Spessart.

Zum Beispiel Reisen

Das Labyrinth in der kleinen Kirchengemeinde Reisen in der Nähe von Weinheim hat sich das Labyrinth auf dem Boden der Kathedrale von Chartre zum Vorbild genommen. Lange hat Pfarrer Helmut Spindler überlegt, wie er die sieben Umläufe harmonisch auf dem abfallenden Gelände vor der erst 50 Jahre alten Kirche gestalten kann. „Das Labyrinth spiegelt die Lebenswirklichkeit wieder.“ Jeder Lebensweg sei verworren. „Ich nähere mich zur Mitte, entferne mich immer wieder und komme schließlich zur Mitte.“ Je nach Jahreszeit blühen Lavendel oder Rosen. 40 Tonnen Schotter mussten bewegt werden. Trotz viel Eigenleistung hat das Labyrinth 25.000 Euro gekostet. 

Spirituelle Begleitung im Kloster Höchst

Die evangelische Tagungsstätte Kloster Höchst lädt die Besucher ein, wenigstens einmal während des Aufenthaltes „den Weg zur Mitte symbolisch zu beschreiten.“ Das sei keine magische Handlung, erklärt Pfarrerin Marion Rink. „Ich vollziehe ein Ritual, das eine Grunderfahrung des Lebens abbildet.“ Sie spricht von der Hoffnung, geführt zu werden, anzukommen und sich nicht zu verlaufen, wenn ich darauf vertraue, dass sich immer ein nächster Schritt zeige. Der Weg zur Mitte führe immer über Umwege, aber nie in die Irre, erklärt die Pfarrerin.

Das Labyrinth ist eine 5.000 Jahre alte Symbolik, die den Weg des Menschen nachzeichnet. Schon die Kelten schritten durch Labyrinthe, ebenso die Römer. Im Mittelalter rutschten Gläubige auf den Knien durch Labyrinthe, die auf den Fußböden von Kirchen angebracht waren, als Ersatz für eine Pilgerfahrt. So erreichten sie betend die Mitte. Pfarrerin Rink erinnert an den Psalm 23: „Es gibt eine Führung, auch da, wo die Mitte gar nicht mehr sichtbar ist.“ Sie empfiehlt, auf dem Weg zur Mitte den Psalm 23 zu murmeln, dann einen Satz auszuwählen und diesen zum Ausgang hin immer wieder vor sich hinzusprechen. 

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Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von david-hertle / unsplash

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