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Eugen Eckert

66 Lieder geschrieben: Vom Ohr ins Herz

Nicole Kohlhepp/MedienhausPfarrer Eugen EckertPfarrer Eugen Eckert

Als Musiker war Pfarrer Eugen Eckert bisher oft unterwegs zu Konzertauftritten. Das hat sich seit dem Beginn der Corona-Krise geändert. Die frei gewordene Zeit hat er genutzt und 66 Stücke geschrieben. Dabei hat er Gedanken und Gefühle aufgegriffen, die viele Menschen im Zuge der Pandemie teilen. Schon jetzt lassen sich einige seiner älteren Lieder im Internet abrufen.

Keine Auftritte. Keine Proben. Keine Treffen mehr. »Ich haben zu diesem Zeitpunkt das Coronavirus unterschätzt, es persönlich angesichts der bis dahin gut besuchten Konterte nicht so ernst genommen«, sagt Eugen Eckert rückblickend. Der Lockdown in diesem Frühjahr hatte jedoch sein berufliches Leben zunächst etwas durchgeschüttelt. Der evangelische Pfarrer hat im Laufe seines Lebens zahlreiche Stücke im Bereich „Neues geistliches Lied“ komponiert – beispielsweise das bekannte Lied „Bewahre uns, Gott“. Zu seinem Werk gehören bisher 30 Lieder, 12 Oratorien und ein Requiem, jetzt sind weitere Stücke dazugekommen. Zudem war er immer wieder unterwegs mit seiner Band „Habakuk“. Eugen Eckert arbeitet außerdem als Stadion-Pfarrer in der Kapelle der Commerzbank-Arena.

Zeit zum Komponieren

Es sei für ihn ein Schock gewesen, als es aufgrund des Lockdowns erste Absagen hagelte. „Diese Erfahrung hat mir zugesetzt. Nachts habe ich nicht gut geschlafen“, gesteht der Frankfurter. Doch stundenlang im Bett wälzen? Oder lieber die gewonnene Zeit nutzen? Für den Liedermacher war dies keine schwierige Entscheidung. Und so nutze Eugen Eckert den Lockdown zu etwas, was er besonders gut kann: Lieder schreiben. Tag für Tag ein neues. „Die Zeit war da, jeden Tag mit voller Kraft dranzubleiben, Termine gab es ja nicht“, so Eckert.

Angst, Hoffnung, Zuversicht und Dankbarkeit aufgegriffen

Entstanden sind nachdenkliche Songs über das ungewohnte Leben im Lockdown. Corona schwingt in allen Texten mit, auch wenn es nicht wörtlich genannt wird. Es sind Lieder gegen die Angst, Lieder, die fragen »Auf welches Ende wir hin leben wollen«, »Wie komme ich aus der Dunkelheit wieder raus?«, aber auch Hoffnungslieder, dass aus einer Krise etwas Gutes erwachsenen kann. Und Lieder über Dankbarkeit. »Wir brauchen Lieder, die klar sagen, wie schön das Leben ist«, sagt Eckert.

Durchs Ohr ins Herz

Durch Corona - oder eher durch die erzwungene Entschleunigung – habe der Liedermacher gemerkt, dass sich sein Blick auf viele Themen schärft. Jetzt hatte Eckert Zeit zum Nachdenken, Zeit zum Innezuhalten, Zeit das Leben zu überdenken. »Bei allem, was in dieser Zeit schlimm ist, es gibt auch positive Effekte. Ich bin gespannt, was von ihnen übrig bleiben wird, was aus der neuen Vernunft wird«. Musik ist für den Theologen wie eine Therapie. Dieses jahrhundertealte Wissen setzten Menschen aller Kulturen ein, wenn sie trauerten, ängstlich oder einsam seien. »Musik hat die Chance, einen Gedanken im Refrain oder in den Strophen immer wieder zu wiederholen«, sagt er. Durchs Ohr ins Herz.

Lieder sollen veröffentlicht werden

Mittlerweile sitzt Eckert nicht mehr jeden Morgen in seinem Arbeitszimmer und schreibt. Mit dem Ende des Lockdowns hat sich nach und nach sein Terminkalender wieder gefüllt. Online-Diskussionen, Taufen, Videokonferenzen und die Urlauberseelsorge auf der Insel Spiekeroog haben jetzt Platz in seinem Alltag. Er geht davon aus: „Doch das Thema Corona ist noch lange nicht erschöpft.“ Insgesamt hat Eugen Eckert 66 Stücke verfasst. Nicht wenige seiner Lieder sind bereits vertont. 13 wird seine Band »Habakuk« für eine neue CD einsingen, 13 werden in eine Fortsetzung seines musikalischen Psalmen-Projekts fließen. Andere Songs sind an Kirchenmusiker wie Bernhard Kießig, Thomas Gabriel oder Peter Reulein gegangen.

Lieder im Netz

Nicht mehr lang hin, dann werden die ersten Lieder in Gottesdiensten gespielt und vielleicht auch irgendwann wieder von der gesamten Gemeinde gesungen. Wann das sein wird – auch wegen Corona und seinen Folgen – weiß natürlich niemand. Bis Ende Oktober sind erstmal alle Konzerte abgesagt. Allerdings lassen sich viele seiner bereits bekannten Lieder auf Youtube abrufen: Auf der Website seiner Band lassen sich die Noten seiner Lieder unkompliziert herunterladen. 

mehr über Musik

[Stefanie Bock / RH]

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Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

(Psalm 31,9)

Psalm 31,9

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/tolga tezcan

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