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Kirchenmusik

Den Kirchenchören fehlen die gemeinsamen Proben

© Marian Nestman/fundus.ekhn.deChorsängerinnen von hinten mit Liedblatt in der Hand

Die Kirchenmusiker*Innen der EKHN stehen vor vielen neuen Herausforderungen. Zu Beginn der Corona-Krise gab es keine Gottesdienste mehr, Kirchen waren geschlossen, Chorproben und Ensembles fielen aus. Wie konnte Musik die Gemeindemitglieder erreichen? Da hieß es: kreativ werden!

Bernd-Christoph MaternPortrait an der OrgelMartin Samrock, Dekanatskantor im Dekanat Nassauer Land

Von Aaron Kniese

Es wird nie wieder sein, wie es war. Durch Corona können Chöre nicht proben. Zwar sind durch die Lockerungen wieder Proben in kleinen Besetzungen möglich, doch richtige Gesamtproben werden in vielen Chören noch lange nicht stattfinden können. Martin Samrock, Dekanatskantor des Dekanats Nassauer Land sieht das lange Aussetzen der Chöre als problematisch an, denn die Mitglieder*Innen verlernen das Singen und auch das Gemeinschaftsgefühl geht langsam verloren. Die Chorleiter*Innen stehen vor einer Herausforderung.

Wie kann man einen Chor in dieser Zeit zusammen halten?

Proben von zu Hause über Skype und Zoom sind wegen der Verzögerung der Audiosignale quasi unmöglich. Liedblätter oder die Intervall-Übungen vom Zentrum Verkündigung können eine richtige Probe nicht ersetzen und alleine üben macht auch nicht so viel Spaß. Dazu fehlt das Feedback. Wie soll man als Sänger*In selber feststellen, ob der Einsatz richtig war, oder Töne und Absprachen stimmen?

Durch die Lockerungen sind nun wieder Proben im kleinen Kreis möglich, aber Gesamtproben und  Konzerte in großer Besetzung werden noch eine ganze Weile nicht stattfinden können. Aber zu den kleinen Proben kommt nicht jede*r Sänger*In. Der Altersdurchschnitt in vielen Chören ist relativ hoch und einige Sänger*innen gehören zur Risikogruppen, ein paar haben ein neues Hobby für sich entdeckt, es passt zeitlich nicht mehr und manche wollen erst nach Corona wieder richtig anfangen.

Es muss wieder trainiert werden

Samrock befürchtet, dass einige Chöre während der Corona-Krise zerfallen könnten. Und auch nach der Krise gibt es ein großes Problem, denn: Viele Menschen zusammen, die singen wollen sind noch lange kein Chor. Sänger*Innen kennen die Sprüche, die besonders nach den Ferien immer gehäuft kommen: „Schaut raus, ich geb´ euch den Einsatz“ „Wir müssen das `T` alle gleichzeitig Absprechen“ oder „Ihr schleppt schon wieder, singt bitte nach meinem Tempo“. Diese Basics werden oft über die Ferienzeit vergessen und müssen neu antrainiert werden. Nur dauert die Corona-Krise nicht nur sechs Wochen, sondern jetzt fast schon ein halbes Jahr an.

Andreas Frese, Chorleiter des Kämmerchenchors der Stiftskirchengemeinde in Diez will im September wieder mit Proben anfangen. Vorerst will er mit kleineren Besetzungen üben, die dann auch als Quartette bei Konzerten singfähig wären. Für ihn sind Registerproben die derzeit beste Lösung.

Für die Chorleiter*Innen erhöht sich auch die Arbeitszeit. Denn anstatt eine Probe über 2 Stunden mit 40 Menschen müssen sie jetzt 4-5 Mal mit 8-10 Sänger*Innen ca. 45 Minuten pro Gruppe üben.

Zuhören und Mitsingen auf Youtube

Martin Samrock, Dekanatskantor des Dekanats Nassauer Land veröffentlicht zum Beispiel Musik zum Zuhören und zum Mitsingen auf dem Youtube-Kanal der drei Diezer Gemeinden „Evangelisch in Diez“. Das war viel Arbeit für ihn. Denn neben dem Lernen von Audio-Schnitt stellte er fest, dass für gespeicherte Aufnahmen andere Ansprüche gelten, als für das „normale“ Orgelspielen in der Kirche. Wenn man sich im Gottesdienst mal verspielt, ist das nicht so schlimm. Meistens merkt das niemand und wenn doch, ist der Moment schnell vorbei. Bei einer Aufnahme ist ein Fehler aber immer wieder für die Zuhörer*Innen abrufbar. Deshalb muss er oft mehrere Aufnahmen machen und die am Ende zu einer fehlerfreien Version zusammenschneiden.

Auch wenn Musikgruppen nicht mehr proben durften, ging sein Orgelunterricht aber weiter – über Whatsapp-Videos. Live den Unterricht über Skype streamen ging leider nicht, weil es in der Kirche kein W-Lan und nur schlechten Handy-Empfang gibt.

 

 

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Es sollen wohl Berge weichen
und Hügel hinfallen,
aber meine Gnade
soll nicht von dir weichen.

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