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Gottesdienst mit Leidenschaft

Wenn der Glaube Tango tanzt

EKHN/RahnSabine Lanius und Julio Gordillo mit Tango in der Jakobskirche FrankfurtSabine Lanius und Julio Gordillo mit Tango in der Jakobskirche Frankfurt

Wenn das Akkordeon sehnsuchtsvoll jammert, die Gitarre Leidenschaft beschwört und Tänzer grazil durch das Kirchenschiff schweben ist Zeit für einen Tango-Gottesdienst.

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„Esquinas de Nuez” spielen Tango in der Jakobskirche Frankfurt Pfarrerin Pia Baumann (links) im Tango-Gottesdienst Sabine Lanius und Julio Gordillo im Tango-Gottesdienst Sabine Lanius und Julio Gordillo mit Tango in der Jakobskirche Frankfurt Gottesdienst Sabine Lanius und Julio Gordillo mit Tango in der Jakobskirche Frankfurt Gottesdienst
EKHN/RahnTango Gottesdienst in der Jakobskirche in der Gemeinde Frankfurt-BockenheimTango Gottesdienst in der Jakobskirche in der Gemeinde Frankfurt-Bockenheim

Es wird nicht wenig getanzt in der Bibel. König David dreht des Öfteren Pirouetten vor Freude. In den Psalmen wird auch schon einmal ein Gebet in einen Tanz verwandelt. Und vom Kirchenvater Augustin ist der Sinnspruch überliefert: „Ich lobe den Tanz, denn er befreit den Menschen von der Schwere der Dinge.“ Dass Protestantinnen und Protestanten im Verlauf ihrer Geschichte trotzdem ziemlich Hüftsteif geworden sind, hat nun die Evangelische Kirchengemeinde in Frankfurt - Bockenheim gewurmt. Sie lud zum einem Tango-Gottesdienst ein. Dabei ging es nicht nur ums Zuhören und Zugucken vor dem Altar, sondern auch ums Mitmachen. Doch dazu später.

Der Fuß kann gar nicht anders  

Und so hallen an diesem Sonntagmorgen keine getragenen Orgeltöne durch die Kirche, sondern rhythmische Tango-Klänge mit Akkordeon, Klarinette und Gitarre. Die Combo „Esquinas de Nuez” tut alles, um die Müdigkeit der über 200 Gäste gleich am Anfang aus Kopf und Gliedern zu vertreiben. Der Fuß kann gar nicht anders, als heimlich mit zu wippen. Und dann ein großes Ahh und Ohh, als Sabine Lanius und Julio Gordillo die ersten Tanzschritte vollführen. Sie schweben grazil durchs Kirchenschiff. Das ist Leidenschaft pur.

Mit Grazie und Leidenschaft   

So soll es auch sein, beschreibt es Pfarrerin Pia Baumann in ihrer Predigt. Sie hatte die Idee, Tango in die Kirche zu bringen. Wie beim Glauben, muss man beim Tanz mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Der Kopf darf gleichzeitig befreit in den Himmel abheben. Gerade beim Tango, der von Migranten in den Kaschemmen Argentiniens im 19. Jahrhundert das Licht erblickte, wird die Verbindung von Erdenschwere und himmlischer Hoffnung unübersehbar. Trauer über die Armut und eine verlorene Heimat. Der Glaube, dass sich am Ende doch etwas ändern kann und das Leid nicht den letzten Ton behält. Das Klingt nach Evangelium. Und das ist es das auch: Die gute Botschaft nicht gesagt, sondern mit Grazie und Leidenschaft in Bewegung gesetzt.

Applaus und Verbeugung  

Dass das aber gar nicht so einfach ist, durften die Gäste direkt nach dem Gottesdienst ausprobieren. Wer seine ersten Schritte im Tango auf das Kirchenparkett zauberte merkte es gleich: Das, was so leicht aussieht, braucht doch ganz schön viel Übung. Womit sich wieder eine Ähnlichkeit zum Glauben auftut: Der sieht einfach aus, ist manchmal aber auch ziemlich kompliziert. Schön, dass Tango und Glauben an diesem Sonntag zusammen tanzen. Applaus und Verbeugung. Für alle zwei.

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Die wirklichen Beziehungen zwischen Menschen
sind immer ein Angewiesensein,
ein Einander-Brauchen.

(Dorothee Sölle)

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