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Offenbacher Markus-Gemeinde

Hildegard von Bingen-Chorwerkstatt: Erinnerung an die himmlische Harmonie

Chorworkshop mit Bettina Strübel in der Markus-Gemeinde

Musik wie aus einer anderen Sphäre erklang im November im Gemeindehaus der evangelischen Markus-Gemeinde in Offenbach am Main.

16 Frauen trafen sich mit der Frankfurter Kirchenmusikerin Bettina Strübel, um die mittelalterlichen Lieder der Hildegard von Bingen anzustimmen. Von der im 12. Jahrhundert geborenen christlichen Mystikerin sind fast 100 Lieder überliefert. Ihre Gesänge berühren durch ihre weit ausladenden gregorianischen Melodien und ihre Einstimmigkeit. Bettina Strübel wies daraufhin, dass sich die Musik Hildegards durch eine originelle Anlage und Melodik auszeichnet, zu der sich musikgeschichtlich nichts Vergleichbares findet. Hildegards Musik sei, so wie ihr ganzes Werk, „unglaublich vielseitig und wirklich einzigartig.“ Gemeinsam tauchten die Teilnehmerinnen der Chorwerkstatt für zwei Nachmittage in Hildegards mittelalterliche Welt ein.  Die Chorleiterin erläuterte die Kosmologie Hildegards anhand einer Miniatur aus dem Buch Scivias  („Wisse die Wege“). Hildegard beklagt darin, dass der Mensch die Verbindung zur Harmonie des Himmels verloren habe. Jedes Lied ist für sie eine Erinnerung an diese himmlische Harmonie. Deshalb versteht Hildegard Musik als ein Heilmittel, durch das der Mensch positiv gestimmt werde. Einige Teilnehmerinnen waren eigens aus anderen Städten angereist, um an der dem Chorwochenende in der Markus-Gemeinde teilnehmen zu können. Sie zeigten sich beeindruckt von der großen Kraft der Musik Hildegards. Die Feier einer musikalischen Vesper bildete den musikalischen und spirituellen Höhepunkt des Wochenendes. Ein Erlebnis für alle, die mittelalterliche Chormusik lieben.

Zu Hildegard von Bingen:

Nachdem die christliche Mystikerin, Äbtissin und Autorin Hildegard von Bingen jahrhundertelang in Vergessenheit geraten war, wurde ihre Heilkunde von Dr. Gottfried Hertzka im 20. Jahrhundert wiederentdeckt. Seitdem gibt es einen regelrechten Hildegard-Boom, zahlreiche Biografien, Gesundheitsratgeber bis hin zu Kochbüchern gibt es zu kaufen. Die katholische Kirche hat Hildegard vor zwei Jahren einen neuen Platz in der Kirchengeschichte eingeräumt: Sie wurde 2012 von Papst Benedikt XVI. zur Heiligen und Kirchenlehrerin ernannt. Im evangelischen Kontext wird sie als eine Vorläuferin der feministischen Theologie verstanden. 

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

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