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Pfarrerinnentag der EKHN

Historikerin kritisiert männerlastige Luther-Deutung

iStockphoto/PaltoMit Symbolfiguren dargestellt: Eine Frau tritt aus einer Reihe von Männern

Die Historikerin Katharina Kunter hat kritisiert, dass die Deutungshoheit über Martin Luther im Jahr des Reformationsjubiläums eindeutig bei Männern liege. Dabei gäbe es genügend Wissenschaftlerinnen und Theologinnen, die sich kompetent zu dem Thema äußern könnten, sagte sie auf dem 35. Pfarrerinnentag der EKHN. Diese würden jedoch nicht gefragt.

Antje SchruppPortraitHistorikerin Katharina Kunter

Ursachen dafür sieht die Historikerin unter anderen im 19. Jahrhundert. Während des 400. Reformationsjubiläums 1917 sei Luther nicht nur als nationaler Held, sondern auch als neuer deutscher Mann gefeiert worden. Gleichzeitig hätten sich die evangelischen Frauenvereine und -verbände gegen die liberale, bürgerliche und sozialistische Frauenbewegung positioniert. Der Protestantismus habe als männlich, der Katholizismus als weiblich gegolten.

„Man muss da hingehen, wo die Konflikte sind”

Die Politikwissenschaftlerin Antje Schrupp rief die Frauen dazu auf, wieder mehr Konflikte einzugehen. Viele Frauen hätten sich in den vergangenen Jahren zu sehr auf dem Erreichten ausgeruht und dabei verpasst, ihre Ideen in den Köpfen der Menschen zu verankern. Viele Errungenschaften seien von oben verordnet worden. „Wir müssen Veränderungen aber kulturell verankern, damit sie auch bleiben, wenn sich die Macht verändert”, sagte Schrupp. Sie rief dazu auf, auch in sozialen Netzwerken, wo Frauen viel Hass entgegen gebracht werde, aktiv zu bleiben: „Man muss da hingehen, wo die Konflikte sind”.

Zum jährlich stattfindenden Pfarrerinnentag der EKHN treffen sich Pfarrerinnen aus den Kirchengemeinden, von Funktionsstellen, Vikarinnen und Theologiestudentinnen. Der Tag, dem stets ein feministisch-theologischer Schwerpunkt gewidmet ist, dient den Frauen als Plattform zum Austausch und zur Vernetzung.

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